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10 Mitarbeiter feilen bei Spiegel Online an Snapchat Discover Inhalten

Spiegel Online investiert in Snapchat, um Reichweite unter jungem Publikum aufzubauen. 10 Mitarbeiter haben dafür 6 Monate Zeit.

© Social Media Examiner

Spiegel Online gehört zu einem der Vorreiter mit Blick auf die neue Snapchat Discover-Funktion. Die Investitionen des Portals in das Format sind riskant, aber die Verantwortlichen zeigen sich zuversichtlich.

Spiegel Online glaubt an Snapchat, um Millennials zu erreichen

Auch die traditionellen Medienhäuser haben realisiert, dass sie sich neuen Medien öffnen müssen, um jüngere Zielgruppen zu erreichen. Spiegel Online setzt daher zusammen mit Vice, Sky Sport und die BILD auf Snapchat Discover. Das Format wurde vor drei Wochen in Deutschland gelauncht und bietet eine interessante, visuelle Spielwiese für Nachrichtenportale.

Spiegel Online gibt der Plattform nicht nur eine Chance, sondern nimmt die Sache ernst. Das Snapchat Discover-Team besteht aus beachtlichen zehn Mitarbeitern, wie das Verlagshaus gegenüber Digiday verrät. Die stammen teilweise aus dem eigenen Hause, einige wurden wiederum für das Projekt neu eingestellt. Das Redaktionsteam ist verantwortlich für den verwendeten Text, die Videos und das Design der neuartigen Snaps.

So sieht der Content von Spiegel Online bei Snapchat Discover aus, Screenshot Snapchat

Die Publisher haben jeweils eigene Zeiten zum Veröffentlichen. Spiegel Online stellt jeden Tag um 19 Uhr einen neuen Inhalt bereit. Dieser besteht meist aus einem oder mehreren Fotos mit großen Headlines als Textbausteinen, ein Swipen führt zur Ansicht des Artikels. Dabei handelt es sich vorwiegend um wiederaufbereiteten Content der Website. Auch Videoinhalte mischen sich unter die Snaps.

Torsten Beeck, Head of Social Media bei Spiegel Online, gibt Digiday einige Insights in das Projekt. Laut ihm ginge es darum, die Inhalte “in eine visuelle Form zu übersetzen, um eine komplett neue Zielgruppe zu erreichen”. Als einer der größten Publisher Deutschlands mit einer sehr reichweitenstarken Website (18,26 Millionen Unique User im Monat) hat Spiegel Online Probleme damit, die nächstfolgende Generation erfolgreich anzusprechen, um die gewaltigen Zahlen aufrechtzuerhalten.

Die Themenwahl dreht sich laut eigener Aussage im Kern um Politik, Internetkultur und Business. Entertainment spiele dabei keine Rolle, denn Beeck glaubt daran, dass auch das junge Publikum an “hard News” interessiert sei.

Diese Inhalte sollen Millennials begeistern, Screenshot Snapchat

Ein halbes Jahr experimentieren, dann die Evaluation

Inwiefern sich die Investition des Spiegels auszahlt, bleibt abzuwarten. Die Testphase soll zunächst sechs Monate andauern, danach erfolgt eine Evaluation. Sollte eine siebenstellige Leserschaft aufgebaut worden sein, kann es weitergehen. Dabei kommt es jedoch auch auf die Monetarisierungsmöglichkeiten an. Neben dem Content werden zwar Anzeigen ausgespielt, doch noch ist nicht klar, ob diese den hohen Aufwand rechtfertigen. Torsten Beeck mag Snapchat und sieht dem Unterfangen positiv entgegen:

Das Worst-Case-Sze­na­rio ist, dass wir eine Menge über unsere User auf der mobilen Plattform lernen, aber ich bin zuversichtlich, dass es mit Blick auf beides, Reichweite und später Monetarisierung, klappen wird.

Großbritannien ist mit 10 Millionen täglichen Usern Snapchats größtes Standbein. Inwiefern die App auch hierzulande an den Erfolg anknüpfen kann, ist noch ungewiss. Immerhin gibt ihr der Spiegel sechs Monate.

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