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Unternehmenskultur
Apple, Microsoft und Co. wehren sich gegen Trumps Einstellungsverbot für ausländische Mitarbeitende
© Flickr / TechCrunch, CC BY 2.0

Apple, Microsoft und Co. wehren sich gegen Trumps Einstellungsverbot für ausländische Mitarbeitende

Nadine von Piechowski | 11.08.20

Trump nutzt die Coronapandemie, um seinem Wahlkampf-Slogan „America first" gerecht zu werden. Vorläufig sollen keine Fachkräfte, die nicht aus den USA stammen, angestellt werden. Dagegen wehren sich jetzt große Tech-Firmen wie Apple, Facebook und Amazon.

Die großen Tech-Firmen in den USA – darunter Facebook, Apple, Amazon und Microsoft – unterstützen eine rechtliche Anfechtung eines Gesetzes, dass die Beschäftigung von ausländischen Fachkräften regulieren beziehungsweise verbieten soll. Trump verkündete, dass bis mindestens Ende des Jahres aufgrund der Coronapandemie keine Menschen, die nicht aus den USA stammen (bis auf wenige Ausnahmen), angestellt werden dürfen. Zum einen würde laut des US-Präsidenten so die Infektionsrate niedrig gehalten werden. Zum anderen würden sich so Chancen für US-amerikanische Arbeitslose ergeben, einen neuen Job zu ergattern. Die Tech-Unternehmen fechten das Gesetz an, da die Visa-Einschränkungen dazu führen würden, dass US-amerikanische Unternehmen vermehrt Fachkräfte im Ausland beschäftigen würden. So würde die eh schon instabile Wirtschaft in den USA noch weiter beschädigt werden.

Die Visa-Einschränkungen könnten dazu führen, dass andere Länder die Fachkräfte abwerben

Trump erließ im Juni eine Verfügung, dass bis Ende des Jahres keine Fachkräfte mehr einreisen und von US-amerikanischen Firmen eingestellt werden dürfen. Dafür blockierte er die Ausstellung von H-1B-Visa und L-Visa, die vor allen Dingen für Angestellte eines Tech-Unternehmens von Bedeutung sind. Außerdem sollen keine H-2B-Visa mehr vergeben werden, die den Aufenthalt von Saisonarbeitern regeln. Neben Apple, Netflix, Microsoft und Co. protestieren auch 52 weitere Unternehmen mithilfe des Anfechtungsantrags gegen diese Einschränkungen. Denn Trump würde dem Irrtum aufsitzen, dass so die Wirtschaft in den USA angekurbelt werden würde. In dem Dokument heißt es:

Global competitors in Canada, China, and India, among others, are pouncing at the opportunity to attract well-trained, innovative individuals […]. And American businesses are scrambling to adjust, hiring needed talent to work in locations outside our nation’s borders.

Die Visa-Einschränkungen würden also nicht nur dazu führen, dass die Tech-Unternehmen außerhalb der USA Fachkräfte engagieren, sondern auch dazu, dass andere Länder die nun freien Tech-Experten abwerben. Das könnte den USA langfristig schaden. Wann und ob über das Gesetz erneut debattiert und entschieden wird, ist noch unbekannt.