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Unternehmenskultur
In diesen Jobs verdienen Frauen die höchsten Gehälter – und wieso es trotzdem zu wenig ist

In diesen Jobs verdienen Frauen die höchsten Gehälter – und wieso es trotzdem zu wenig ist

Michelle Winner | 13.01.22

Die Gender Pay Gap begleitet uns in der Arbeitswelt stetig und erinnert uns daran, dass Gendergerechtigkeit noch lange nicht erreicht ist. Umso wichtiger ist es für Frauen zu wissen, in welchen Jobs sie die höchsten Gehälter erhalten.

Die Gender Pay Gap ist und bleibt fürs Erste ein großes Thema in unserer Gesellschaft. Denn noch immer werden Frauen meist schlechter bezahlt als Männer, was zum Teil an veralteten Rollenbildern und Vorurteilen liegt oder daran, dass weiblichen Beschäftigten Steine in den Weg gelegt werden – wodurch diese dann schlechter bezahlte Berufsfelder wählen oder in der Teilzeitfalle landen. Letztere ist vor allem für Mütter ein großes Problem. Umso wichtiger ist es hierbei zu wissen, in welchen Jobs Frauen am meisten verdienen können, denn Gehalt und Karriere sollten nicht vom Gender abhängen.

Die Top 10 Jobs mit den höchsten Gehältern

Die Gender Pay Gap wurde sowohl von Unternehmen als auch der Politik als Problem anerkannt. In den kommenden acht Jahren soll sie um zehn Prozent verkleinert werden und schließlich ganz verschwinden, so zumindest die Pläne der Bundesregierung. Doch erstens, sind acht Jahre noch eine verdammt lange Zeit und zweitens, wird dieser Weg nicht einfach, denn noch längst ist die Problematik nicht in den Köpfen aller Menschen angekommen. Viele sehen die Pay Gap als „Unsinn“ an und deshalb ist es auch fraglich, ob sie überhaupt je verschwunden sein wird. Umso besser ist es jedoch für Frauen zu wissen, in welchen Jobs sie trotz Gehaltsgefälle am besten verdienen können. Hier das Ranking nach Bruttogehältern:

  1. Fondsmanagerin (150.000 bis 300.000 Euro pro Jahr)
  2. Headhunter (130.000 bis 150.000 Euro pro Jahr)
  3. Unternehmensberaterin (110.000 bis 180.000 Euro pro Jahr)
  4. Anlageberaterin (80.000 bis 110.000 Euro pro Jahr)
  5. Pharmareferentin (80.000 bis 90.000 Euro pro Jahr)
  6. Immobilienmaklerin (70.000 bis 90.000 Euro pro Jahr)
  7. Personalreferentin (70.000 bis 90.000 Euro pro Jahr)
  8. Einkäuferin (70.000 bis 90.000 Euro pro Jahr)
  9. PR-Beraterin (60.000 bis 90.000 Euro pro Jahr)
  10. Marktforscherin (70.000 bis 80.000 Euro pro Jahr)

Das „Aber“ hinter dem Ranking

Zunächst klingen die hier aufgelisteten Werte nicht schlecht, doch wie so oft sind sie mit Vorsicht zu genießen. Durchschnittsgehälter spiegeln oft nicht die Realität wider und nicht jede Frau in einem der genannten Berufe wird so viel verdienen. Hinzu kommt, dass diese Gehälter in ihren Branchen immer noch geringer sind, als die von Männern in der gleichen Position. Die Gender Pay Gap ist also auch in höheren Gehaltsklassen spürbar. Derzeit beträgt sie in Deutschland 18 Prozent, wenn der Verdienst aller arbeitstätigen Frauen und Männer verglichen wird. Bei diesem Wert ist deutlich merkbar, dass Frauen oft in weniger gut bezahlten Branchen und Positionen oder der Teilzeitarbeit landen. Die bereinigte Pay Gap, also der Wert beim Vergleich von Männern und Frauen in vergleichbaren Jobs und Positionen mit gleichen Qualifikationen, beträgt sechs Prozent.

Sechs Prozent, die sich nicht objektiv erklären lassen. Sechs Prozent, die auf Vorurteilen und veralteten Rollenbildern basieren. Frauen wird oft unterstellt, sie wären weniger leistungsstark als Männer und könnten sich seltener durchsetzen. Außerdem stehen jüngere Frauen oft vor dem Problem, dass sie als „im gebärfähigen Alter“ abgestempelt werden – einem der diskriminierendsten Label unserer Gesellschaft. Ohne die sozialen und persönlichen Umstände zu betrachten, wird Frauen pauschal unterstellt, dass sie aufgrund von Schwangerschaft, Elternzeit und Erziehung bald ausfallen oder weniger arbeiten würden. Dieses sowie andere Vorurteile sorgen dafür, dass weibliche Beschäftigte ein geringeres Gehalt bekommen, bei Beförderungen übersehen werden oder keine Chance auf eine Anstellung in einer Spitzenposition erhalten.

Unconscious Bias

Hinzu kommt außerdem, dass es Frauen in „Männerdomänen“, also Berufsfeldern, in denen überwiegend Männer tätig sind, schwerer haben. Zu diesen zählen beispielsweise das Finanz- und Ingenieurswesen, naturwissenschaftliche Bereiche und IT. Frauen werden kreativen oder sozialen Berufen zugeordnet und schon während der Schulzeit teilweise in diese Richtung gelenkt. Schuld an diesen Umständen sind nicht immer bewusst sexistische Einstellungen und Handlungen. Das Schlüsselwort lautet Unconscious Bias. Gemeint sind damit unterbewusste Vorurteile, die jeder Mensch inne hält. Sie helfen unserem Gehirn, unsere Umwelt in Kategorien zu sortieren und einfacher verarbeiten zu können, jedoch werden dadurch auch falsche Rückschlüsse getroffen.

Um gegen die Gender Pay Gap und allgemeine Geschlechterungerechtigkeit vorzugehen, ist es wichtig, dass wir alle unsere unterbewussten Vorurteile reflektieren. Das funktioniert am besten, indem du deine Entscheidungen und Reaktionen genauer unter die Lupe nimmst: Basieren diese auf objektiven Fakten, wie beispielsweise Qualifikation oder Erfahrung einer anderen Person, oder steckt etwas anderes dahinter? Auf diese Art ist es uns möglich, Unconscious Bias aufzudecken und daran zu arbeiten, diese auszumerzen – auch wenn das kein einfacher Prozess ist.

Doch gerade Personen in Führungspositionen sollten daran arbeiten, ihre inneren Vorurteile abzustellen, um objektivere und gerechtere Personalentscheidungen treffen zu können, damit ihre Teams bunter werden und Geschlechterungerechtigkeit hinsichtlich aller Genderidentitäten, egal ob männlich, weiblich oder nichtbinär, abnimmt.

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