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Unternehmenskultur
Frauen fordern Flexibilität und Vorsorge im Job

Frauen fordern Flexibilität und Vorsorge im Job

Kathrin Pfeiffer | 24.02.22

Einer Studie von NEW WORK SE zufolge hat die Pandemie die Forderungen an Vorgesetzte verändert. Wir erklären, was Gender damit zu tun hat.

Bevor du weiter liest, hör mal in dich: Wie zufrieden warst du vor Beginn der Pandemie mit deinem Job? Wie zufrieden bist du aktuell damit? Und wenn du diese beiden Werte vergleichst, hat sich deine allgemeine Zufriedenheit im Job verbessert oder verschlechtert?

Laut einer Studie der NEW WORK SE resultierte die Coronapandemie insbesondere bei Frauen in sinkender Zufriedenheit mit dem Job. Dabei ist knapp jede vierte Erwerbstätige (28 Prozent) unzufriedener im Vergleich zu vor zwei Jahren. Auch bei Männern macht sich die Pandemie bemerkbar – bei diesen sind 18 Prozent unzufriedener mit ihrer beruflichen Situation geworden. Diesem Negativ-Trend gilt es entgegen zu wirken. CEO der NEW WORK SE, Petra von Strombeck, warnt in diesem Sinne vor Verlust an qualifizierten Fachkräften:

Unternehmen müssen sich stärker auf ihre weiblichen Beschäftigten einstellen, sonst verlieren sie in Zukunft einen Großteil qualifizierter Fachkräfte.

Xing E-Recruiting Studie
© NEW WORK SE

Alles neu: New Work heißt New Hiring

Doch welche Möglichkeiten gibt es, dem Unzufriedenheitstrend entgegenzuwirken? Auf welche Qualitäten müssen Arbeitgeber:innen achten, um die New-Work-Mentalität auch im Hiring Prozess zu illustrieren? Grundsätzlich gibt es ein gesteigertes Interesse an flexiblen Arbeitszeiten. 59 Prozent der Frauen und 54 Prozent der Männer achten im Bewerbungsprozess darauf, damit sind beide Geschlechter circa gleich auf. Ebenfalls recht ähnlich beurteilen Frauen und Männer mit 58 und 59 Prozent die Wichtigkeit eines guten Führungsverhaltens.

Jedoch gibt es zwei Faktoren, auf die Frauen deutlich mehr Wert legen als Männer: Rund jede zweite Frau schätzt das Home Office beziehungsweise Remote Work (48 Prozent). In etwa gleich auf wird der Stellenwert des psychischen Wohlergehens bei potentiellen Arbeitgeber:innen bewertetet. Um also attraktiv auf Arbeitnehmerinnen zu wirken und weibliche Fachkräfte nicht einzubüßen, sollten Arbeitgeber:innen einen besonders hohen Wert auf Flexibilität legen.

Außerdem hat die Pandemie bewirkt, dass 42 Prozent der Frauen und 35 Prozent der Männer auf die Gesundheitsvorsorge beim neuen Job achten. In Anbetracht von Krankheit, Quarantäne und gesundheitlichen Einschränkungen ist das nicht verwunderlich. Mehr als jeder zweite Mann legt Wert auf die Möglichkeiten zur persönlichen Sinnerfüllung im Job – bei den Frauen sind es mit 49 Prozent etwas weniger.

Xing E-Recruiting Studie
© NEW WORK SE

How to: New Hiring

Alle, die neue Arbeitskräfte suchen, wissen das und müssen im Recruiting neue Wege gehen. Wir brauchen New Hiring mit zukunftsfähigen Konzepten – Unternehmen sollten ein mitarbeiterorientiertes Klima schaffen und auf die unterschiedlichen Wünsche potenzieller Beschäftigter eingehen.

Diese klare Einstellung von CEO Strombeck spiegelt sich auch in der Studie wieder: Auf die Frage, ob sich Beschäftigte – wenn vor die Wahl gestellt – eher für die Möglichkeit zu Remote Work oder Arbeit vor Ort, jedoch mit höherem Gehalt entscheiden würden, gab es eine deutliche Antwort. Rund zwei Drittel der erwerbstätigen Frauen (61 Prozent) messen der freien Wahl des Arbeitsplatzes einen höheren Stellenwert zu. Bei den Herren der Schöpfung sind es mit 53 Prozent rund jeder Zweite. Die Entscheidungsfreiheit steht damit über dem Gehalt. Oder wie Strombeck es formuliert:

Geld allein macht nicht glücklich. Das gilt auch im Arbeitsleben vieler Deutscher. Kulturelle Faktoren wie Vertrauen, Flexibilität und Freiheit spielen eine große Rolle.

Zusammenfassend wird deutlich, dass weiche Faktoren sowohl Flexibilität in den Arbeitsmodellen als auch gesundheitliche Aspekte für Frauen eine enorme Relevanz darstellen. Um diese also im Unternehmen zu behalten oder überhaupt erst anzuziehen, sollte im Hiring-Prozess deutlich werden, was das Unternehmen eine:r Kandidat:in bieten kann.

Hintergrund der Studie

Die forsa-Studie zur Wechselbereitschaft wird im Auftrag von XING E-Recruiting seit 2012 durchgeführt. In Deutschland, Österreich und der deutschsprachigen Schweiz wurden Teilnehmer:innen befragt. Der Fokus lag dabei unter anderem auf der Arbeitnehmer:innenzufriedenheit, der Motivation zum Jobwechsel sowie den Gründen, die zur Fluktuation von Mitarbeiter:innen beitragen.

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