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Unternehmenskultur
Design Thinking: Tipps für das Problem-Management
© Matt Collamer - Unsplash

Design Thinking: Tipps für das Problem-Management

Aniko Milz | 13.08.21

Wer vor einem Problem steht, macht sich oft zu schnell daran, direkt nach einer Lösung zu suchen. Kein Wunder, das ist meist die erste Frage von Vorgesetzten. Im Design Thinking gibt es jedoch Prozesse, die sinnvoller an die Lösung eines Problems heranführen.

Problem-Management ist eine der wichtigsten Kompetenzen der heutigen Arbeitswelt. Doch die Lösung eines Problems gehen die meisten von uns ganz falsch an. Denn viele von uns schmeißen sich direkt in die Lösungssuche. Natürlich sollte diese das Endziel sein, doch in der Lösung von Problemen sollte man sich zunächst mit dem Problem an sich beschäftigen. Im Design Thinking werden einige Herangehensweisen an Probleme erläutert, die schon Martin Luther King und Albert Einstein wohl geteilt hätten. So soll Martin Luther King einst gesagt haben:

Der beste Weg, ein Problem zu lösen, ist die Beseitigung der Ursache.

Und Albert Einstein sagte:

Wenn ich eine Stunde Zeit hätte, um ein Problem zu lösen, würde ich 55 Minuten damit verbringen, über das Problem nachzudenken und fünf Minuten über die Lösung.

Beide Zitate zielen auf eines ab: Statt sich direkt an die Lösung zu setzen, sollte zunächst das Problem verstanden werden – und vielleicht kommt daraus die Erkenntnis, dass noch ganz andere Probleme so auf einen Schlag gelöst werden können.

„Es gibt keine Probleme, nur Herausforderungen“

Der erste Ansatz sollte sein, das Problem als solches anzuerkennen. Den Spruch „Es gibt keine Probleme, nur Herausforderungen“, hast du sicher schon einmal gehört. Doch wenn dies das Credo in einem Unternehmen ist, werden Probleme gewissermaßen kleingeredet. Das Wort „Herausforderung“ impliziert bei weitem nicht die gleiche Dringlichkeit wie „Problem“.

Problem-Management im Problem- und im Lösungsraum

Nachdem das geklärt ist, kann man sich deutlich besser mit einem Problem beschäftigen. Und hier kommen wir zu dem Double-Diamond, einem Designprozessmodells aus dem Design Thinking. Der doppelte Diamant besteht aus zwei Rauten (oder eben Diamanten). Der eine stellt den Problemraum, der andere den Lösungsraum dar. Aufgeteilt werden die beiden in eine divergente und eine konvergente Phase – also eine den Raum öffnende und eine schließende.

Denken wir kurz an Einstein zurück: Den Großteil der Zeit, die wir uns mit einem Problem auseinandersetzen, sollten wir im Problemraum verbringen. Hier geht es zunächst darum, über das vorliegende Thema nachzudenken. Es geht darum, Fragen zu beantworten, wie:

  • Wer ist betroffen?
  • Was sind die Pain Points?
  • Was sind die Ursachen des Problems?
  • Folgt das Problem aus anderen Problemen oder zieht es weitere nach sich?

Diese Fragen musst du nicht alleine klären. Du kannst sie auch gemeinsam mit Kolleg:innen besprechen. Erst wenn du denkst, dass du alle diese Punkte identifiziert hast, gehst du dazu über, den Problemraum zu schließen. Das machst du, indem du die Einzelpunkte des Problems priorisierst und bewertest.

Nun öffnest du den Lösungsraum. Nach Albert Einsteins Zitat hättest du jetzt noch fünf Minuten, um das Problem zu lösen. Das mag wenig klingen, doch da du das Problem bereits verstehst, ist es einfacher, auch eine Lösung zu finden. Stürze dich hier jedoch nicht auf die erstbeste, die dir einfällt. Sammle, ähnlich wie in der ersten Phase des Problemraums, wertungsfrei alle Ideen. Mit dem Fertigstellen der Sammlung schließt du auch die erste Phase des Lösungsraumes ab und begibst dich in die finale Phase. Hier sortierst du deine Lösungsideen und wählst die aus, die deiner Meinung nach am erfolgversprechendsten ist. Diese kannst du anschließend deinem Team oder Chef vorstellen.

Natürlich wollen wir dir hier nicht vorschreiben, dir in Zukunft einen Timer auf eine Stunde zu stellen, wenn du vor einem Problem stehst. Einige werden sicherlich mehr, andere weniger Zeit in Anspruch nehmen. Was du jedoch mitnehmen solltest, ist, was in vielen Situationen ohnehin ratsam ist: Erstmal einen Schritt nach hinten gehen und in Ruhe betrachten. So verfällst du unter einer knappen Deadline nicht in Panik und kannst deine Energie sinnvoll aufteilen.

Wie gehst du an Probleme heran? Lass uns deine Tipps in den Kommentaren da!

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