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Selfimprovement
Flexibles Arbeiten und sinnhafte Aufgaben: Welche Faktoren steigern die Zufriedenheit der Mitarbeiter?
© chaitanya pillala - Unsplash

Flexibles Arbeiten und sinnhafte Aufgaben: Welche Faktoren steigern die Zufriedenheit der Mitarbeiter?

Michelle Winner | 20.07.20

Unzufriedene Mitarbeiter sind weniger produktiv und stehen dem Erfolg des Unternehmens im Weg. Arbeitgeber sollten daher ihre Bedürfnisse ernst nehmen.

Wer sich ein produktives und angenehmes Arbeitsklima im Unternehmen wünscht, der sollte den Punkt Mitarbeiterzufriedenheit großschreiben. Denn zufriedene Mitarbeiter arbeiten besser. Doch wie genau erfüllt man die Erwartungen von Arbeitnehmern? Reichen Obst und ein Tischkicker aus? Oder braucht es doch etwas mehr Feingefühl? Eine Studie von StepStone hat nun die fünf wichtigsten Faktoren für die Mitarbeiterzufriedenheit bestimmt.

1. Aufgaben mit Sinn und Ziel

Viele Arbeitnehmer sehen ihren Job nicht mehr nur als Mittel zum Zweck, sondern sie wollen einen sinnhaften Beruf. Um der eigenen Tätigkeit Sinn zu verleihen, muss nicht direkt die Welt gerettet werden. Doch viele haben sicher schon einmal am Schreibtisch gesessen und sich gefragt: „Was mache ich hier überhaupt?“. 89 Prozent der 19.000 befragten Studienteilnehmer wollen sich diese Frage nicht mehr stellen müssen. Sie wollen wissen, welchen Zweck ihre Aufgaben haben und wie sie damit zum Gesamterfolg von Projekten und Unternehmen beitragen. Denn tatsächlich erkennen bisher nur knapp ein Drittel den Zweck hinter ihrer Beschäftigung.

2. Eine passende Unternehmenskultur

Gerade einmal 18 Prozent der Befragten finden die Unternehmenskultur bei ihrem derzeitigen Arbeitgeber gut. Bemängelt werden hier vor allem lange Entscheidungsprozesse, fehlende Kommunikation und der Führungsstil. 90 Prozent der Arbeitnehmer geben jedoch an, inzwischen einen genaueren Blick auf die Firmenkultur bei künftigen Arbeitgebern zu legen. Unternehmen sollten daher auf Selbstreflexion setzen und anhand von Mitarbeiterbefragungen ermitteln, wo es noch Stolpersteine gibt und was Arbeitsprozesse erschwert. Oft sind Mitarbeiter dann zufrieden, wenn sie mehr Entscheidungsfreiheit bekommen, die Kommunikation transparent ist und die Chefetage nicht jeden Schritt der Angestellten verfolgt und überprüft.

3. Flexible Arbeitszeiten

Mehr Flexibilität im Job wünschen sich 90 Prozent der Befragten. Die Möglichkeit zu Gleitzeit, Vertrauensarbeitszeit, Home Office und Co. hat die Hälfte auch bereits. Dennoch können Arbeitgeber hier oft noch nachrüsten. Gerade durch die Coronakrise ist der Wunsch nach Home Office gewachsen – hier anzuknüpfen und Lehren aus der Zeit des „Zwangs-Home-Office“ zu ziehen, lohnt sich sowohl in Sachen Mitarbeiterzufriedenheit als auch Talent Fishing. Ein Grund, wieso Unternehmen gegen flexible Arbeitszeiten sind, ist oft mangelndes Vertrauen seitens des Arbeitgebers, was in den meisten Fällen jedoch unangebracht ist. Studien zeigen, dass flexibles Arbeiten oft zu produktiverem und kreativerem Arbeiten führt.

4. Weiterbildungen und Aufstieg auf der Karriereleiter

Bei diesem Punkt klappen Wunsch und Realität weit auseinander. 91 Prozent der Befragten wünschen sich Weiterbildungsmöglichkeiten und Karrierechancen. Dieses Bedürfnis ist verständlich, denn Arbeitnehmer wollen auf dem sich ständig wandelnden Arbeitsmarkt up to date bleiben – und vielleicht auch die Karriereleiter nach oben steigen als verdienten Lohn für ihre Leistungen. Die Möglichkeiten hierfür haben jedoch nur 17 Prozent der Befragten in ihren Unternehmen. Gerade im Punkt Weiterbildung sollten Arbeitgeber daher nachrüsten, denn andernfalls sind die Skills der Angestellten schnell nicht mehr aktuell, gerade im digitalen Bereich.

5. Ein entsprechendes Gehalt

Nur 40 Prozent der Befragten schätzen ihr derzeitiges Gehalt als gut ein. Die Zufriedenheit hinsichtlich des Geldes ist jedoch stark branchenabhängig und am besten schneidet hier die Pharmaindustrie ab. Was sich jedoch unabhängig der Branchen sagen lässt, ist, dass 96 Prozent wert auf eine angemessene Bezahlung legen. Kaum jemand möchte sich unter Wert verkaufen und die Arbeitnehmer wollen ihren Lebensstil finanzieren können. Und auch Extras wie Weihnachtsgeld oder Boni beim Abschluss großer Projekte lehnt wohl niemand ab. Aus Unternehmenssicht lohnt es sich also, sich auf Gehaltsverhandlungen einzulassen, solange sich diese im Rahmen des Machbaren befinden. Dieser Faktor kann nicht nur die Mitarbeiterzufriedenheit sichern, sondern auch entscheidend dafür sein, ob sich ein umkämpftes Talent für das Unternehmen entscheidet.

Nimm Zufriedenheit nicht auf die leichte Schulter

Wenn die Studie eins zeigt, dann, dass es vielen Arbeitnehmern in Sachen Zufriedenheit nicht um ausgefallene Benefits geht, sondern die Basics. Dr. Tobias Zimmermann, Arbeitsmarkt-Experte bei StepStone, erklärt dazu:

Motivierte Mitarbeiter sind für Unternehmen von unschätzbarem Wert – das hat die Coronakrise erneut deutlich gemacht. Gerade in unsicheren Zeiten sind Unternehmen auf leistungsbereite und leistungsstarke Mitarbeiter angewiesen. Wer im Wettbewerb um gefragte Mitarbeiter Schritt halten will, muss ihre Wünsche und Bedürfnisse ernst nehmen.

Es lohnt sich also, auf die Wünsche der Mitarbeiter einzugehen und ihnen vor allem auch Vertrauen zu schenken. Das Verhältnis zwischen Arbeitgeber und -nehmer sollte als Symbiose gesehen werden, anstatt als strikte Hierarchie. Denn natürlich profitieren die Mitarbeiter davon, einen festen Arbeitsplatz zu haben – gleichzeitig profitiert das Unternehmen jedoch von der Leistung der Arbeitskräfte. Und arbeiten diese zufriedener, so ist auch Erfolg wahrscheinlicher.