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Lebenslanges Lernen: So etablierst du eine Learning Culture am Arbeitsplatz
© Tim Mossholder- Unsplash

Lebenslanges Lernen: So etablierst du eine Learning Culture am Arbeitsplatz

Michelle Winner | 27.02.20

Weiterbildung ist unerlässlich, wenn man am Arbeitsmarkt bestehen möchte - sowohl für Arbeitnehmer als auch für Unternehmen. Doch wird ständiges Lernen Teil des Arbeitsalltags?

Lebenslanges Lernen und stetige Weiterbildung sind essenzielle Bedingungen, um auf dem modernen Arbeitsmarkt Erfolg zu haben – und erfolgreich zu bleiben. Die Verantwortung hierfür liegt jedoch nicht nur bei jedem Arbeitnehmer selbst, sondern auch bei den Unternehmen. Eine Learning Culture am Arbeitsplatz zu etablieren, hat nicht nur Vorteile für die Angestellten, sondern auch wirtschaftliche Vorzüge. Nach einer Studie von Deloitte sind Unternehmen, die auf ständiges Lernen setzen, zu 58 Prozent besser auf den zukünftigen Arbeitsmarkt vorbereitet, haben um 37 Prozent produktivere Mitarbeiter und legen eine insgesamt bessere Performance auf dem Markt hin. Doch wie etabliert man eine Learning Culture?

Feedback geben und annehmen lernen

Aus Fehlern lernt man – das ist keine billige Floskel, sondern die Wahrheit. Und genau deshalb ist es wichtig, konstruktives Feedback zu geben und auch anzunehmen. Leider stellt das für viele immer noch ein großes Problem dar. Mitarbeiter scheuen sich oft davor, ihren Kollegen negatives Feedback zu geben, weil sie fürchten im Ansehen des anderen zu sinken oder einen schlechten Ruf zu erhalten. Ein ähnliches Bild zeichnet sich auch bei vielen Chefs ab. Und so werden oft nur die positiven Aspekte der Arbeit genannt, was zwar auch wichtig ist, jedoch wenig Lerneffekt hat. Arbeitgeber müssen also eine gesunde Feedback-Kultur etablieren. Neben Lob, müssen auch konkrete Verbesserungsvorschläge gemacht werden – sachlich und ohne Angst davor, am Ende als der Buhmann dazustehen. Idealerweise sieht konstruktives Feedback so aus:

  • Umgehend: Das Feedback wird unmittelbar nach Beenden einer Aufgabe gegeben, nicht erst zwei Wochen später.
  • Spezifisch: Das Feedback soll keine 0815-Phrase sein, sondern sich individuell auf ein Projekt oder eine Aufgabe beziehen.
  • Urteilsfrei: Das Feedback soll niemanden an den Pranger stellen, sondern eine sachliche Analyse sein.
  • Hilfreich: Das Feedback ist eine Hilfestellung, die ein Lernen aus Fehlern ermöglichen soll.

Wenn Feedback so gegeben wird, ist es ein produktiver Beitrag zur Learning Culture. Um es den Mitarbeitern (und auch den Arbeitgebern) beizubringen, können kurze Meetings eingeführt werden, die sich nur darum drehen oder eben ein Spickzettel, nach dessen Leitfaden das Feedback geben gelernt werden kann.

Peer-to-Peer Coaching würdigen

Mitarbeiter können ebenfalls voneinander lernen und das auf ganz einfache Weise. Der simpelste Weg dafür ist es, jüngere und ältere oder neue und erfahrenere Mitarbeiter zu einem Team zu machen und gemeinsam an einem Projekt arbeiten zu lassen. Hierbei findet der Lernprozess indirekt statt. Heißt die Neuen lernen zum Beispiel vom Erfahrungsschatz der anderen. Aber auch die Älteren können von den Jungen lernen, die vielleicht neue Ideen aus dem Studium oder ihrem vorherigen Arbeitsplatz mitbringen. Diese Art des Lernens besticht vor allem dadurch, dass kein künstliches Setting genutzt wird, sondern der Fokus auf der Zusammenarbeit liegt.

Autonomes Lernen fördern

„Och nö, morgen ist wieder Weiterbildung“. Dieser Satz steht beispielhaft für die Einstellung vieler Arbeitnehmer gegenüber Seminaren, Workshops etc., die von der Chefetage aufgezwungen werden. Die Zeit bei solchen Weiterbildungsmaßnahmen wird oft abgesessen und der Mehrwert ist dementsprechend gering. Anstatt also auf kollektiven Zwang zu setzen, heißt das Zauberwort Autonomie. Als Arbeitgeber ergibt es Sinn, es den Mitarbeitern freizustellen, wie, wann und wo sie sich weiterbilden. Online-Ressourcen bieten sich dafür besonders an. Sogenannte Learning Management Systems können das autonome Lernen unterstützen, indem sie Webinare, Videos und Präsentationen zur Verfügung stellen und so jedem auf Abruf bereitstehen. Eine Studie der University of Birmingham zeigt, dass Autonomie einen positiven Effekt auf die Produktivität und das Wohlergehen von Arbeitnehmern hat – das gilt auch beim Lernen.

Mit gutem Beispiel vorangehen

Zum Schluss ein paar direkte Worte an die Chefetagen da draußen. Wenn ihr eine Learning Culture am Arbeitsplatz schaffen wollt, müsst ihr selbst es vormachen. Denn nichts ist unglaubwürdiger als Neuerungen, die vom Chef selbst ignoriert werden. Es gibt viele Wege als Chef seine Lernbereitschaft zu beweisen: Zum Beispiel indem Interesse gezeigt wird. Ist ein Mitarbeiter Spezialist auf einem bestimmten Gebiet und hat besondere Skills, darf man auch als Chef zu der Person gehen und darum bitten, etwas beigebracht zu bekommen. Damit wird nicht nur große Wertschätzung, sondern auch Lernbereitschaft gezeigt.

Bereits wenige, einfach umzusetzende Methoden können dazu beitragen, eine Learning Culture am Arbeitsplatz zu etablieren. Das diese wichtig ist, um Unternehmen und Mitarbeiter auf den künftigen Arbeitsmarkt vorzubereiten, liegt auf der Hand. Nun liegt es an den Arbeitgebern sowie an jedem Arbeitnehmer selbst, das Thema „lebenslanges Lernen“ ernst zu nehmen und sich zum Wohle der eigenen Zukunft weiterzubilden.