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Warnsignale in Bewerbungen: So entlarvst du schlechte Kandidat:innen und vermeidest Fehleinstellungen
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Warnsignale in Bewerbungen: So entlarvst du schlechte Kandidat:innen und vermeidest Fehleinstellungen

Michelle Winner | 22.04.21

Die falschen Mitarbeiter:innen einzustellen, kostet Unternehmen Geld und Zeit. Doch es gibt Warnsignale, die dich vor solchen Fehlern bewahren können.

Die richtigen Kandidat:innen in Bewerbungsprozessen zu finden, um sie zum Bewerbungsgespräch einzuladen und am Ende vielleicht sogar einzustellen, ist nicht einfach. Und es ist vor allem keine leichte Entscheidung, wenn es einen großen Pool von Bewerber:innen gibt. Doch wenn du die Bewerbungen erst einmal vor dir liegen hast oder du potentiellen Mitarbeiter:innen gegenübersitzt, gibt es Warnsignale, auf die du achten solltest. Diese verraten dir, wann du besser die Notbremse ziehst und von einer Einstellung absiehst.

Warnsignale in Lebenslauf und Anschreiben

Dass eine Bewerbung vollständig sein sollte und die Qualifikationen der Bewerber:innen zumindest in Teilen den Anforderungen der Stellenausschreibung entsprechen sollten, ist dir sicher klar. Genauso, dass ein Anschreiben individuell gestaltet sein sollte und kein 0815-Text aus dem Internet – Google kann dir hier schnell sagen, ob Kandidat:innen via Copy and Paste gearbeitet haben. Der Lebenslauf sollte zudem eine nachvollziehbare Struktur haben und informativ sein, also nicht zu vollgestopft, aber auch nicht zu nichtssagend. Wenn das alles gegeben ist, kannst du dich auf die eigentlichen Warnsignale fokussieren. Während Lücken im Lebenslauf heutzutage nichts Besonderes mehr sind, solltest du hingegen darauf achten, ob Bewerber:innen häufige Jobwechsel hinter sich haben. Vor allem dann, wenn diese während oder kurz nach der Probezeit stattfanden.

Natürlich kann es immer vorkommen, dass Mitarbeiter:innen und Unternehmen in der Anfangsphase merken, dass sie doch nicht zueinander passen. Aber zu häufige Wechsel deuten darauf hin, dass Bewerber:innen nicht sonderlich belastbar sind oder dazu neigen, schon bei kleinen Problemen den Kopf in den Sand zu stecken. Spätestens im Job Interview sollte das thematisiert werden. Was du übrigens nicht zum absoluten Ausschlusskriterium machen solltest, sind kleine Fehler in den Bewerbungsschreiben. Egal wie oft etwas überprüft wird, auch von anderen Personen: Buchstabendreher und Co. können sich immer in Texte einschleichen. Das passiert selbst in Büchern, Zeitungsartikeln oder wissenschaftlichen Abhandlungen und hat nicht immer etwas mit fehlender Sorgfalt zu tun. Häufen sich die Fehlerchen jedoch oder gibt es große Mängel was Orthografie und Grammatik angeht, ist das ein Warnsignal.

Warnsignale im Bewerbungsgespräch

Doch nicht nur schriftlich kann einiges schiefgehen. Bewerbungsgespräche helfen dir dabei, einen Eindruck von Kandidat:innen zu bekommen und umso wichtiger ist es, auch auf die Details zu achten. Unvorbereitetes Erscheinen zum Gespräch zeugt zum Beispiel nicht nur von mangelndem Interesse am Unternehmen, sondern ist zudem auch noch respektlos. Schließlich investierst du auch Zeit in die Vorbereitung des Job Interviews. Bewerber:innen, die ihre vorherigen Arbeitgeber:innen und Kolleg:innen schlecht reden, sind auch ein klares Warnsignal. Selbst wenn es Probleme gab und Groll gehegt wird, sollte dies nicht im Bewerbungsgespräch ausdiskutiert werden. Hinzu kommt, dass solche Kandidat:innen auch über dein Unternehmen so reden könnten, sobald sie es verlassen. Also Vorsicht.

Abgesehen davon sollten Bewerber:innen sich zwar selbst präsentieren und Selbstbewusstsein zeigen, doch ein Bewerbungsgespräch ist, wie der Name suggeriert, ein Dialog. Sprechen Bewerber:innen also nur über sich selbst und verfallen dabei in eine Art Selbstbeweihräucherung, kann das ein Signal für schlechte Teamfähigkeit sein, denn diejenigen scheinen sehr Ich-bezogen zu denken. Ebenso kritisch ist es, wenn sich Schwächen und Fehler nicht eingestanden werden. Bewerber:innen könnten bei diesem Punkt mit Ehrlichkeit und Menschlichkeit punkten. Wer jedoch unauthentische Schwächen angibt (zum Beispiel zu viel Perfektionismus) oder die Ursachen für Fehler nur bei anderen sucht, kann sich mit seinen Aussagen selbst disqualifizieren. Achte also genau darauf, ob Kandidat:innen gut in dein Team passen. Abgesehen davon gibt es noch weitere Warnsignale im Job Interview:

Zu hohe Erwartungen

Du solltest mit Kandidat:innen auch immer ihre Erwartungen klären. Wo wollen sie einmal landen? Streben sie einen Aufstieg im Unternehmen an? Und ist dieser überhaupt möglich? Wenn nicht, dann kann es sein, dass die neuen Mitarbeiter:innen dich schnell wieder verlassen und du erneut Zeit und Geld in einen Einstellungsprozess investieren musst. Zudem solltest du auch auf Überqualifikation achten. Diese kann dafür sorgen, dass neue Angestellte sich schnell in ihrer neuen Position langweilen und die Reißleine ziehen. Andere Kandidat:innen suchen jedoch bewusst nach einem Job, der theoretisch ein „Downgrade“ zu ihren früheren Tätigkeiten darstellt – beispielsweise um mehr Zeit für sich oder die Familie zu haben. Diesen Punkt solltest du in jedem Fall im Bewerbungsgespräch klären.

Die falschen Gegenfragen

Etwas Vorsicht solltest du zudem walten lassen, wenn Kandidat:innen im Bewerbungsgespräch nur nach den eigenen Vorteilen fragen, also nach Gehalt, Benefits, flexiblen Arbeitszeiten und Co. Das kann ein Anzeichen dafür sein, dass sie weniger an der Arbeit selbst als an ihren Vorzügen interessiert sind. Haben Bewerber:innen hingegen am Ende des Interviews keine weiteren Fragen, muss das kein Manko sein. Die von ihnen vorbereiteten Fragen haben sich vielleicht schon während des Gesprächs geklärt und bedürfen daher keiner zusätzlichen Frage-Antwort-Runde.

Ein schlechtes Bauchgefühl

Manchmal bemerkt man schon auf Anhieb, ob man sich mit einer Person gut versteht oder nicht. Dein Bauchgefühl ist auch bei der Suche nach passenden Mitarbeiter:innen ein guter Indikator. Aber Achtung: Du solltest unbedingt reflektieren, woher dein unwohles Bauchgefühl stammt. Haben die Kandidat:innen etwas gesagt oder gemacht, dass dich stutzen ließ? Dann überdenke das Ganze noch einmal. Oder sind es vielleicht unterbewusste Vorurteile, die dich von einer Einstellung abhalten, obwohl die Personen eigentlich gut für die Stelle geeignet sind? Wie du unconscious Bias erkennst, haben wir hier erklärt.

Fehler in Assessments

Kandidat:innen auf die Probe zu stellen, kommt immer häufiger vor. Hierbei solltest du besonders darauf achten, ob die Bewerber:innen generell mit der Aufgabenstellung klarkommen und ob sie die von ihnen angegebenen Skills auch praktisch anwenden können. Sind die Kandidat:innen hingegen nicht oder kaum in der Lage, die Aufgaben zu lösen, kann das ein Anzeichen für Hochstapelei sein. Heißt, die Betroffenen haben Fähigkeiten angegeben, die sie vielleicht gar nicht besitzen. Auch das ist ein absolutes Warnsignal, dass dich, wenn du es nicht beachtest, Geld und Zeit kosten kann.

Es gibt also einiges zu beachten, um die passenden Mitarbeiter:innen für dein Unternehmen zu finden. Treten Warnsignale auf, sollten deine Alarmglocken klingeln. Stellst du Bewerber:innen trotzdem ein, werden sie mit großer Wahrscheinlichkeit dein Unternehmen schon bald wieder verlassen – egal ob freiwillig oder unfreiwillig. Darauf folgt dann ein erneuter Bewerbungsprozess, der dich Ressourcen kostet. Außerdem kann die Reputation deines Unternehmens Schaden nehmen, wenn sich herumspricht, dass es eine hohe Mitarbeiter:innenfluktuation gibt. Diese kann zudem das Klima innerhalb des Teams schädigen. Nimm Warnsignale also ernst und investiere lieber etwas mehr Zeit, um am Ende wirklich die passenden Mitarbeiter:innen einzustellen.

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