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Digital Recruiting 101: Wie Video Recruiting deine Einstellungsprozesse optimieren kann
© Ben Collins - Unsplash

Digital Recruiting 101: Wie Video Recruiting deine Einstellungsprozesse optimieren kann

Michelle Winner | 11.02.21

Egal ob Video Call oder im Voraus aufgenommener Clip: Video Recruiting spart Kosten, Zeit und kann außerdem die Candidate Experience verbessern.

Während wir Bewerber:innen bereits Tipps für den Erfolg im Job Interview via Video Call gegeben haben, wollen wir in diesem Teil unserer Serie Digital Recruiting 101 die HR-Seite genauer beleuchten: Welche Vorteile bringen die digitalen Bewerbungsgespräche aus der Sicht von Recruitern und wie setzt du sie richtig ein, um die Einstellungsprozesse zu optimieren?

Videos sind die Bewerbungsgespräche der Zukunft

Die Coronapandemie hat dafür gesorgt, dass Rekrutierungsprozesse sich verändern mussten. Persönliche Kontakte mussten eingeschränkt werden, wodurch neue Lösungen für Job Interviews gefunden werden mussten. Die scheinbar einfache Lösung: Video Calls. Doch die digitalen Bewerbungsgespräche wurden nicht erst durch Corona zum Trend: LinkedIns Global Trend Report aus dem Jahr 2018 befragte über 9.000 Recruiter und Personaler:innen weltweit. Der Großteil von diesen war der Meinung, dass Video Recruiting in den nächsten Jahren zunehmen würde. Doch was macht Video Interviews so beliebt und welche Methoden gibt es?

Die Zwei Arten von Video Interviews

Bei Job Interviews via Video denkst du vermutlich direkt an Zoom und Co. Tatsächlich sind Live Calls aber nicht der einzige Weg, ein digitales Bewerbungsgespräch durchzuführen. Viele Unternehmen setzen auch auf im Voraus aufgenommene Videos. Wir stellen dir beide Methoden vor, sodass du am Ende selbst entscheiden kannst, welche Methode zu deinem Rekrutierungsprozess passt.

Live Interviews via Video Call

Diese Methode ähnelt dem klassischen Bewerbungsgespräch: Du sitzt den Kandidat:innen gegenüber, stellst Fragen und kannst dir einen ersten, persönlichen Eindruck verschaffen. Außerdem bringen die Live Calls den Vorteil, dass sie oft mit einer Zeitersparnis einhergehen und weitere Interview-Partner mit den Kandidat:innen zusammenbringen können – unabhängig davon wer gerade wo ist. Video Calls lohnen sich besonders in folgenden Fällen:

Für Remote Workers:
Wenn du jemanden einstellen willst, der viel auf Reisen ist oder von zu Hause aus arbeitet, sind Video Calls ein guter Weg. Sie sind unabhängig vom Standort und bieten außerdem eine Alternative, wenn persönliche Treffen nicht möglich sind.

Für Studierende aus anderen Städten oder Ländern:
Ein vielversprechendes Talent bewirbt sich bei deinem Unternehmen, doch die Person ist gerade dabei, ihren Hochschulabschluss zu machen? Das kann ein Problem sein, denn eventuell studiert das Talent nicht in der Stadt, die dein Unternehmensstandort ist. Ein persönliches Gespräch zu vereinbaren, ist in solchen Fällen mit hohem Aufwand verbunden, denn das Talent muss neben der Uni viel Zeit einplanen und gleichzeitig auch Reisekosten auf sich nehmen, meist auch mit zusätzlicher Übernachtung. Video Calls können hier Abhilfe schaffen und ein Entgegenkommen für Kandidat:innen sein.

Bei kurzfristigen Änderungen der Umstände:
Ein plötzlicher Schlechtwettereinbruch, ein Streik des Nahverkehrs oder eine weltweite Pandemie – es gibt viele Gründe, wieso ein Bewerbungsgespräch nicht stattfinden kann. Anstatt den Termin jedoch abzusagen, beziehungsweise vom Talent absagen zu lassen, kann ein Video Call als Alternativangebot vorgeschlagen werden.

Im Voraus aufgenommene Videos

Diese Methode bringt den Vorteil mit sich, dass sie noch flexibler ist: Die Kandidat:innen nehmen selbst ein Video auf und lassen dir dieses zukommen. Die Fragen dafür werden meist über eine interne Plattform oder einfach per Mail zur Verfügung gestellt. Du als Recruiter musst also keinen Time Slot schaffen und kannst dir die Aufnahme im Nachhinein anschauen, wenn es dir gerade passt. Umgekehrt kann auch das Talent sein Video innerhalb eines vorgegebenen Zeitraums planen und aufnehmen, je nachdem wie es zeitlich passt. Diese Methode lohnt sich besonders in diesen Fällen:

Als Vergleich:
Im Voraus aufgenommene Videos bieten den Vorteil, dass sich die verschiedenen Kandidat:innen besser miteinander vergleichen lassen. Während die Live-Gespräche sich im Nachhinein nicht mehr einfach ins Gedächtnis zurückrufen lassen können, bieten die Aufnahmen die Möglichkeit, bestimmte Punkte immer wieder abspielen zu können. So kann verhindert werden, dass du dich am Ende vielleicht doch für das falsche Talent entscheidest.

Um andere Team-Mitglieder einzubeziehen:
Bei Live Interviews – egal ob per Video oder persönlich – ist es schwierig, das ganze Team zu versammeln. Zum einen haben nicht alle Zeit und zum anderen ist es für die Kandidat:innen unangenehm, einer ganzen Schar von Interview-Partner:innen gegenüberzusitzen. Die vorher aufgenommen Videos können stattdessen einfach intern geteilt werden, sodass alle Verantwortlichen sich ein Bild machen können – und zwar dann, wenn sie Zeit haben und ohne zusätzlichen Druck für das Talent.

Um das „Gespräch“ schneller zu beenden:
Dieser Punkt klingt vielleicht im ersten Moment unfair, doch teilweise kristallisiert sich schon in den ersten Minuten eines Bewerbungsgesprächs heraus, dass ein Talent nicht für die Stelle beziehungsweise zum Unternehmen passt. Ein Face-to-Face-Gespräch wird jedoch selten abgebrochen – oftmals aus Höflichkeit. Ein im Voraus aufgenommenes Video kann hingegen gestoppt werden. Auch dadurch ergibt sich eine Zeitersparnis für dich.

Welche Vorteile hat Video Recruiting?

Ein paar Vorteile der beiden Video-Recruiting-Methoden haben wir dir bereits aufgezeigt. Aber das waren noch längst nicht alle.

Einige Vorteile von Video Recruiting auf einen Blick, © Big Cloud

1. Verbesserte Experience für die Bewerber:innen

Den Kandidat:innen Freiraum zu lassen, indem sie für das Bewerbungsgespräch nicht verreisen müssen und es zeitlich flexibler einplanen können, verbessert die Candidate Experience enorm. Und das sorgt wiederum dafür, dass sich das Talent eventuell eher für dein Unternehmen entscheidet. Denn du solltest nicht vergessen, dass der Talentmarkt hart umkämpft ist und dein Unternehmen nicht der einzige potentielle Arbeitgeber ist.

2. Einfache Organisation

Der Zeit- und Standortaspekt sollte nicht vergessen werden, auch wenn wir ihn bereits mehrmals erwähnt haben. Nicht nur die Kandidat:innen profitieren von der flexiblen Planung von Video Interviews, sondern auch du und dein Unternehmen. Einstellungsprozesse werden dadurch vereinfacht und beschleunigt. Außerdem lassen sich ungeeignete Kandidat:innen schneller herausfiltern und die gesparte Zeit kann in andere Tätigkeiten fließen.

3. Zeit- und Geldersparnis

Durch Video Recruiting musst du weniger Zeit in das Bewerbungsgespräch investieren. Hier ist nicht nur die Gesprächszeit selbst gemeint, sondern auch die Vor- und Nachbereitung. Die Organisation eines traditionellen Bewerbungsgesprächs kostet viel Zeit und Müh, denn du musst manchmal Ewigkeiten mit den verschiedenen Kandidat:innen hin und her schreiben oder telefonieren, bis sich ein passender Zeitpunkt für das Gespräch findet. Und dann haben nicht alle Talente am selben Tag Zeit, wodurch sich der Prozess über Wochen in die Länge ziehen kann. Und Zeit ist bekanntermaßen Geld. Video Recruiting hingegen erlaubt dir, dich zeitnah mit den Kandidat:innen zu „treffen“ oder eben die eingesendeten Videos in einem Ruck anzusehen. Kosten für den Rekrutierungsprozess können so reduziert werden.

4. Weniger Absagen

Dadurch. dass Wetter, Verkehr und Standort keine Rolle beim Video Recruiting spielen, sind kurzfristige Absagen des Gesprächs unwahrscheinlicher. Heißt, es muss nur selten ein Alternativtermin gefunden werden. Das verhindert unnötige Ärgernisse deinerseits, die dich eventuell sogar bei der Bewertung der Kandidat:innen beeinflussen können – unabhängig von deren Eignung.

Video Recruiting: Eine Win-Win-Situation

Wie du siehst, bringt Video Recruiting Vorteile sowohl für dich als auch für die Kandidat:innen. Welche der beiden vorgestellten Methoden du nutzt, bleibt dir überlassen. Aber Video Recruiting in deine Rekrutierungsprozesse zu implementieren, lohnt sich definitiv. Denn auch nach der Coronapandemie wollen viele Unternehmen dieses beibehalten – und auch die Talente schätzen diese Möglichkeit. Natürlich brauch das Ganze auch Vorbereitung: Du musst Fragen vorbereiten und diese gegebenenfalls für im Voraus aufgenommene Videos bereitstellen. Gleichzeitig musst du dafür sorgen, dass die Kandidat:innen Zugriff auf die Video-Call-Plattform deiner Wahl haben oder dir ihre Videos problemlos übermitteln können, vielleicht sogar direkt über das Karriereportal. Doch die Vorteile des Video Recruitings sind die Mühe wert und bringen auf Langzeitsicht Zeit- und Kostenersparnis.

Probiere das Ganze doch also als Ergänzung zum klassischen Bewerbungsgespräch aus und lasse dich überzeugen. Wenn dich noch weitere Aspekte des Digital Recruitings interessieren, dann vergiss nicht, auch die anderen Teile unserer Serie Digital Recruiting 101 zu lesen. Außerdem kannst du dich für unser HR-Update registrieren, um immer auf dem neusten Stand zu sein.

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