Human Resources
Fast 6 von 10 Beschäftigten erledigen Privates im Job – und fühlen sich produktiver

Fast 6 von 10 Beschäftigten erledigen Privates im Job – und fühlen sich produktiver

Marié Detlefsen | 15.10.26

Private Nachrichten beantworten, Termine vereinbaren oder durch Social Media scrollen: Für viele Arbeitnehmer:innen gehört das längst zum Arbeitsalltag. Doch wie häufig erledigen sie private Dinge während der Arbeit, wie viel Zeit wird dafür verwendet und fühlen sie sich dadurch wirklich produktiver?

Die Grenze zwischen Job und Privatleben ist im Arbeitsalltag oft weniger klar, als es der klassische Acht-Stunden-Tag vermuten lässt. Der Modern Workday Report 2026 von LiveCareer befragte 1.000 Erwerbstätige aus Deutschland, Spanien, Frankreich und Italien und zeigt: 59 Prozent der befragten Beschäftigten kümmern sich mindestens mehrmals pro Woche während der Arbeitszeit um private Angelegenheiten. 27 Prozent machen das sogar täglich. Nur zwölf Prozent verzichten vollständig darauf.

Doch womit verbringen Arbeitnehmer:innen ihre Zeit, wenn sie sich kurz vom Job lösen? Am häufigsten halten sie private Telefonate und Nachrichten von der Arbeit ab. 43 Prozent der Befragten geben an, während der Arbeitszeit zu telefonieren oder private Mitteilungen auszutauschen. Auf Platz zwei landet Social Media: 37 Prozent nutzen ihre Arbeitszeit auch für soziale Netzwerke. Weitere 35 Prozent erledigen organisatorische Aufgaben, wie unter anderem persönliche Termine. Doch nicht jede Unterbrechung bedeutet, dass Beschäftigte längere Zeit von ihrer eigentlichen Arbeit abgelenkt sind. Oft geht es um kleine Dinge, die sich im Alltag nur schwer bis zum Feierabend aufschieben lassen.

Wie viel Arbeitszeit geht durch Privates verloren?

Bei den meisten bleibt der Aufwand überschaubar. 31 Prozent verbringen an einem typischen Arbeitstag weniger als 30 Minuten mit privaten Aktivitäten. Weitere 29 Prozent kommen auf eine halbe bis eine Stunde. Damit investieren insgesamt 60 Prozent höchstens eine Stunde täglich in private Angelegenheiten. Allerdings fällt der Zeitaufwand nicht bei allen gleich gering aus: 18 Prozent benötigen dafür zwischen einer und zwei Stunden, sieben Prozent sogar mehr als zwei Stunden. 15 Prozent geben an, während ihres Arbeitstages überhaupt keine Zeit für private Dinge aufzuwenden.

Der positive Effekt: Wer während der Arbeitszeit private Dinge erledigt, arbeitet laut der Studie nicht zwangsläufig schlechter. Im Gegenteil: 72 Prozent der Befragten sind überzeugt, dass kurze private Unterbrechungen ihre Produktivität steigern. Ein Viertel (25 Prozent) sieht keinen Einfluss auf die eigene Leistung. Lediglich drei Prozent glauben, dass sich solche Pausen negativ auswirken.


Am liebsten nicht mehr arbeiten –

und wenn, nur fürs Geld?


Damit schreiben 97 Prozent der Befragten den kurzen Auszeiten zumindest keine negativen Produktivitätseffekte zu. Wichtig ist allerdings die Einordnung: Die Ergebnisse beruhen auf den persönlichen Einschätzungen der Befragten. Ob die tatsächliche Arbeitsleistung dadurch steigt, wurde mit diesen Angaben nicht nachgewiesen.

Viele berufliche und private Verpflichtungen greifen im Alltag häufiger ineinander. Für viele Arbeitnehmer:innen ist es offenbar normal, zwischendurch eine Nachricht zu beantworten, einen Termin zu organisieren oder kurz soziale Netzwerke zu checken. Ob solche Unterbrechungen tatsächlich die Produktivität verbessern, hängt jedoch von mehr ab als von der Selbsteinschätzung der Beschäftigten. Die Umfrage zeigt vor allem, dass private Erledigungen für viele zum Arbeitsalltag gehören – und die große Mehrheit darin zumindest kein Hindernis für die eigene Leistungsfähigkeit sieht.

Statt einer privaten Auszeit kann manchmal auch ein kurzer Powernap Wunder wirken. Ein großer Teil aller Beschäftigten startet übermüdet in den Arbeitstag – mit spürbaren Folgen für Konzentration, Leistungsfähigkeit und Fehlzeiten. Ein kurzer Powernap am Mittag kann die Produktivität steigern und das Energietief am Nachmittag ausgleichen. Mehr dazu erfährst du im folgenden Artikel:


20 Minuten mit großer Wirkung:

Powernap steigert die Produktivität am Arbeitsplatz um 35 Prozent

Verweis zu einem weiteren Artikel: 20 Minuten mit großer Wirkung: Powernap steigert die Produktivität am Arbeitsplatz um 35 Prozent
© Marcus Aurelius – Pexels


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