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Digitalisierung
Traumjob Content Creator: Gen Z wirbelt den Arbeitsmarkt auf und lässt die Automobilbranche alt aussehen

Traumjob Content Creator: Gen Z wirbelt den Arbeitsmarkt auf und lässt die Automobilbranche alt aussehen

Michelle Winner | 22.11.21

Die Creator Economy als Branche sorgt für Millionenumsätze und ist dennoch kaum bekannt. Junge Menschen sehen in ihr Chancen, müssen sich aber zahlreichen Hürden stellen.

Gen Z ist jung, modern und nicht zu stoppen. Die jüngste Generation von Arbeitskräften wirbelt den klassischen Arbeitsmarkt auf, denn sie legt großes Augenmerk auf ihre persönlichen Werte und wie diese in Unternehmen widergespiegelt werden. Dabei hat Gen Z sogar eine neue Branche entstehen lassen: Die Creator Economy. Creator auf dieser Generation erzielen in Deutschland Millionenumsätze durch Content Creation. Dabei sind sie mehr als Influencer, die die Produkte großer Firmen bewerben – sie sind Gründer:innen, die ihre eigene Marke aufbauen und versuchen, originellen Content zu erstellen sowie nebenher die Welt zu verändern.

Creator Economy hängt Automobilbranche ab

Der Marktplatz für digitale Inhalte Fanbase und das Musiktechnologie-Unternehmen Loudly haben gemeinsam eine Umfrage gestartet, die Licht ins Dunkel des Themas Creator Economy bringen soll. Dafür wurden mehr als 1.000 Personen aus der Gen Z befragt. Zunächst zeigt sich deutlich, dass konventionelle Traumberufe wie Ärzt:in oder Polizist:in an Beliebtheit verloren haben. Stattdessen wollen 18 Prozent der Befragten Content Creator werden. Dieser Wechsel bei den Traumjobs hat der Creator Economy einen großen Aufstieg beschert – sie ist inzwischen fast so stark die Deutschlands wichtigste Branche, die Autoindustrie.

Tatsächlich verdienen derzeit etwa sechs Prozent der Gen Z ihren Lebensunterhalt als Creator. Die Autor:innen der Studie haben das umgerechnet und festgestellt, dass dies etwa 500.000 Personen entspricht. In der Automobilbranche sind es derzeit noch 809.000 Beschäftigte aus der Generation Z. In den nächsten Jahren ist es möglich, dass die Creator Economy sie überholt, denn 22 Prozent können sich vorstellen, später als Vollzeit-Content-Creator zu arbeiten. Das eröffnet ein Potential von weiteren 1,75 Millionen Menschen, die der neuen Branche zum Aufstieg verhelfen können.

Die Chance, die Welt zu verändern

Gen Z ist vermutlich die Generation mit der größten Affinität zu Medien und Digitalisierung. 80 Prozent teilen regelmäßig Inhalte auf Social Media, wobei sich Instagram (68 Prozent), YouTube (59 Prozent) und TikTok (29 Prozent) großer Beliebtheit erfreuen. Im Fokus stehen für Gen Z Selbstverwirklichung und Kreativität, egal ob in der Freizeit oder beruflich. Und so posten 60 Prozent ihren Content, weil es Spaß macht, 23 Prozent, um ihre Creation Skills zu verbessern und 21 Prozent, um mithilfe ihrer Reichweite die Welt zu einem besseren Ort zu machen. Soziale Bewegungen wie #BlackLivesMatters wurden zum großen Teil von Gen Z vorangetrieben. Die Zielstrebigkeit und Werteorientiertheit von Gen Z wird auch durch eine Auswertung der Karriereplattform LinkedIn bestätigt:

© LinkedIn

Und in der Theorie ist es auch gar nicht so schwer, als Content Creator den Lebensunterhalt zu verdienen. Inzwischen sind viele Menschen, gerade auch aus Gen Z, dazu bereit, für exklusiven Content zu bezahlen. 31 Prozent wären dazu bereit, zehn Euro für Abonnements und Co. zu bezahlen. Zehn Prozent würden noch weiter gehen und 50 bis 100 Euro zahlen, weitere neun Prozent sogar bis zu 200 Euro. Laut den Autor:innen der Studie liegt das monatliche Durchschnittseinkommen einer 25-jährigen Person bei 2.095 Euro. Geht man also vom günstigsten Abo mit zehn Euro aus, würde es bereits reichen, 200 monatlich zahlende Fans zu haben, um als Content Creator davon leben zu können. Diese Rechnung ist jedoch sehr theoretisch, denn die Creator Economy steckt voller Hürden, angefangen mit der Konkurrenz.

Creator Economy als hartes Feld

Gen Z ist mutig und ihre jungen Mitglieder haben keine Angst davor zu gründen. 105.000 Neugründungen in Deutschland im Jahr 2020 wurden der Altersgruppe 18 bis 24 Jahre zugeschrieben. Das macht die Creator Economy jedoch nicht zu einem einfachen Feld. Ein großes Problem ist beispielsweise die fehlende Professionalität. Content Creation ist keine Ausbildung und auch kein Studium. Stattdessen braucht es Kreativität und viel Selbstdisziplin, sich alles selbst anzueignen. Die fehlende Professionalität sorgt jedoch oft dafür, dass beispielsweise Kooperationen mit Unternehmen oder Marken nicht zustande kommen.

Natürlich lassen sich viele der benötigten Skills, beispielsweise Grundlagen des Marketings oder das Verwenden bestimmter Software, durch Kurse und sogar kostenfreie Tutorials erlernen. Doch das scheint oft nicht auszureichen. 77 Prozent von Gen Z beklagen sich darüber, Hindernissen in der Content Creation gegenüberzustehen. Dazu zählen die folgenden:

  • Fehlendes technisches Equipment (33 Prozent)
  • Fehlende Dienste und Werkzeuge zur Erstellung hochwertiger Inhalte (28 Prozent)
  • Mangelndes Know-how zur generellen Content Creation (25 Prozent)
  • Probleme und Schwierigkeiten mit Musiklizenzen und der Monetarisierung der Inhalte (23 Prozent)

Um diese Hürden zu meistern, greifen viele Creator auf die Hilfe digitaler Dienste und Tools zurück. Was das Problem mit den Musiklizenzen angeht, fehlt es ganz klar an rechtlichem Fachwissen. Aus Angst davor, ihren Content illegal zu posten, greifen 55 Prozent der Creator auf die von den Plattformen standardmäßig zur Verfügung gestellten Sounds und Lieder zurück. Damit sind sie zwar auf der sicheren Seite, doch individuell wird ihr Content dadurch nicht. Daher ist es unabdingbar, dass angehende Content Creator sich Fachwissen in bestimmten Bereichen aneignen, bevor sie ihre Reise in die Selbstständigkeit wagen.

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