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Digitalisierung
Talentemangel lässt Digitalisierung in Unternehmen ins Stocken geraten

Talentemangel lässt Digitalisierung in Unternehmen ins Stocken geraten

Michelle Winner | 31.01.22

Hohe Fluktuation der Mitarbeiter:innen sowie fehlende Digital Talents sorgen dafür, dass die Digitalisierung in Deutschland stagniert. Unternehmen sind gut darin beraten, in die Weiterbildung ihrer Angestellten zu investieren.

Die letzten zwei Jahre Pandemie haben dafür gesorgt, dass der Fortschritt der Digitalisierung gefördert wird. Remote Work und hybride Arbeitsmodelle wurden gesellschaftsfähig gemacht und der Präsenzfetisch rückte in den Hintergrund. Doch jetzt steht die Arbeitswelt vor einem neuen Problem: Der digitale Fortschritt wird durch einen Mangel an Digital Talents aufgehalten. Das suggeriert zumindest eine Studie von Udacity, einer Plattform für Talentförderung, in Zusammenarbeit mit Marktforschungsunternehmen Ipsos. Doch was bedeutet das für die Zukunft?

Digitalisierung gerät ins Stocken

Im Rahmen der Studie wurden mehr als 2.000 Führungskräfte und über 4.000 Angestellte aus Deutschland, Frankreich, Großbritannien und den USA befragt. Aus den Ergebnissen wird deutlich, welche Folgen der Talentemangel auf den Fortschritt hat. 59 Prozent der Arbeitgeber:innen geben an, dass das Fehlen qualifizierter Angestellter mittelgroße bis große Auswirkungen auf ihr Unternehmen hat, wobei dieser Anteil in Deutschland noch größer ist. Eines der größten Probleme ist, dass die interne Digitalisierung nicht voranschreitet. Schuld daran ist für 50 Prozent mangelnde Akzeptanz seitens der Mitarbeiter:innen ebenso wie fehlendes Engagement. Gabe Dalporto, CEO von Udacity, erklärt dazu:

Unternehmen können ihre Ziele nicht erreichen, weil es vielen Mitarbeiter:innen an den nötigen digitalen Fähigkeiten mangelt. Auf der anderen Seite wollen die Mitarbeiter:innen ihre Weiterbildung nicht einfach nur hinter sich bringen, sondern wirklich lernen und verstehen. Arbeitgeber:innen und Arbeitnehmer:innen sind sich über den Bedarf an effektiven Lösungen für die Talentförderung absolut einig, doch leider greifen die derzeitigen Lern- und Entwicklungsinitiativen zu kurz.

Diese Uneinigkeit hinsichtlich Weiterbildungen spiegeln sich in den Studienergebnissen wider. 80 Prozent der Arbeitgeber:innen, die Weiterbildungsmöglichkeiten anbieten, schätzen diese als zumindest mäßig erfolgreich ein. Bei den Arbeitnehmer:innen, die Zugriff darauf haben, sind es jedoch lediglich 45 Prozent, die zufrieden mit den Angeboten sind.

Digitale Talente dringend gebraucht

Digitalisierung und weitere Innovationsziele stehen derzeit ganz oben auf den Agendas vieler Unternehmen. Darüber hinaus soll aber auch die Zufriedenheit der Mitarbeiter:innen sowie deren Bindung verbessert werden. Um das umzusetzen braucht es einsatzbereite Digital Talents, die offen für neue Arbeitsmodelle und entsprechend geschult sind. Wie erwähnt gibt es hier jedoch einen Mangel. Hinzu kommt, dass 40 Prozent der Führungskräfte angeben, dass eine hohe Fluktuation der Angestellten das Erreichen der Ziele stört. Das bedeutet, dass Unternehmen erst auf Weiterbildung und Bindung der Mitarbeiter:innen setzen sollten, bevor die Innovationsziele angegangen werden. Christopher Moessner, Senior Vice President bei Ipsos, erläutert:

Arbeitnehmer:innen und Arbeitgeber:innen sind sich einig, dass die Verantwortung bei den Unternehmen liegt, in die Zukunft ihrer Mitarbeiter:innen zu investieren. Diese Studie ist ein Weckruf für Unternehmen, in die Förderung von Talenten zu investieren. Sonst riskieren sie zurückzufallen. Es ist eine Win-Win-Situation – sowohl für Arbeitnehmer:innen, die sich nach den gefragtesten technischen Positionen sehnen als auch für Arbeitgeber:innen, die nicht in der Lage sind, die richtigen Mitarbeiter:innen einzustellen, um die aktuelle und zukünftige Nachfrage zu decken.

Zur Zufriedenheit der Angestellten kann beigetragen werden, indem Weiterbildungsmaßnahmen vom Unternehmen gezahlt werden. Denn genau das erwarten die Arbeitnehmer:innen im Alter von 18 bis 49 Jahren in allen befragten Ländern. In Deutschland sind es sogar 69 Prozent der 18- bis 29-Jährigen. Es wird also klar, dass Angestellte es zu schätzen wissen, wenn ihr Unternehmen in ihre Förderung investiert.

© Udacity

Unternehmen, die auch langfristig eine Umstellung auf digitale Arbeitsstrukturen anstreben, müssen also in erster Linie in die Weiterbildung sowie die Zufriedenheit ihrer Mitarbeiter:innen investieren. So können Talente nicht nur gehalten, sondern auch dazugewonnen werden.

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