Dein wichtigster Touchpoint zur Digitalbranche.
Dein wichtigster Touchpoint zur Digitalbranche.
Digitalisierung
New Normal oder Status quo? So denken Arbeitgeber und Mitarbeiter über die Zeit nach Corona
© Pablo García Saldaña

New Normal oder Status quo? So denken Arbeitgeber und Mitarbeiter über die Zeit nach Corona

Michelle Winner | 03.11.20

Während zwischen Mitarbeitern und Arbeitgebern unterschiedliche Auffassungen über die Zeit nach der Coronakrise herrschen, sind sie sich in einem Punkt einig: Es muss mehr auf die Digitalisierung der Unternehmen gesetzt werden.

Die Coronakrise hat ohne Zweifel gezeigt, dass Deutschland digital nicht so gut aufgestellt ist, wie es sein könnte. Das macht sich vor allem im Bildungssektor, aber auch in der Arbeitswelt bemerkbar. Und auch wenn die Umstellung aufs digitale Arbeiten im Home Office einige Vorteile mit sich brachte, gibt es noch einige Baustellen. Gleichzeitig denken viele Arbeitgeber bereits an die Zeit nach Corona. Das zeigt eine weltweite Studie über die Auswirkungen sowie die Chancen der Coronapandemie des amerikanischen Software-Anbieters ServiceNow, die Michael Kroker für seinen Blog „Kroker’s Look @ IT“ vorliegt.

Digitales Arbeiten muss weiter gefördert werden

Insgesamt haben sich bei 88 Prozent der befragten Unternehmen die Betriebskosten während der Coronakrise reduziert. Das dadurch freigewordene Kapital soll vor allem weiter in die Digitalisierung investiert werden, so zumindest 70 Prozent der Befragten. Damit steht Deutschland im europäischen Vergleich an der Spitze, was die Investition in den technischen Fortschritt angeht. Es folgen Frankreich und die Niederlande mit jeweils 54 Prozent. Doch auch wenn es in Sachen Digitalisierung noch Luft nach oben gibt, geben 88 Prozent der Arbeitgeber und 85 Prozent der Arbeitnehmer an, dass die Umstellung auf die Arbeit im Home Office schneller gelungen ist als zuvor angenommen.

Die Umstellung hat außerdem dafür gesorgt, dass sich der Ruf von Home Office und anderen flexiblen Arbeitsmodellen gebessert hat. Insgesamt sagen neun von zehn Führungskräften, dass die Coronakrise ein Umdenken bei ihnen bewirkt hat. Und scheinbar wurde dieses auch schnell in die Tat umgesetzt, denn 82 Prozent der Arbeitnehmer geben an, dass ihr Arbeitgeber seit Beginn der Pandemie bessere Arbeitsmethoden geschaffen hat. Ein Großteil der Mitarbeiter wünscht sich sogar, dass die neuen Arbeitsweisen auch nach der Krise beibehalten werden. Die Arbeitgeber stehen diesem Wunsch jedoch eher skeptisch gegenüber, zumindest nach den Ergebnissen der globalen Studie. 45 Prozent wünschen sich nach Corona eine Rückkehr zum Status quo.

Wird es ein „New Normal“ geben?

Gleichzeitig glauben die Befürworter der neuen Arbeitsmethoden, dass die Etablierung des „New Normal“ schwieriger wird als die abrupte Umstellung zu Beginn der Pandemie. Größter Knackpunkt hier bleibt die Digitalisierung. So geben 96 Prozent der Unternehmen zu, dass sie noch immer an Offline-Workflows festhalten, beispielsweise bei der Genehmigung von Dokumenten oder Technologie-Support-Anfragen. Zwar gab es durch die gezwungene Umstellung aufs Home Office Fortschritte, doch die meisten Systeme für digitale Workflows sind noch nicht ausgereift.

Weitere Ergebnisse kannst du in der Infografik zur Studie auf Michael Krokers Blog finden. Ob sich das „New Normal“ durchsetzen wird, steht bisher in den Sternen. Gleichzeitig bleibt zu hoffen, dass sich die Arbeitgeber in weiten Teilen den Wünschen ihrer Mitarbeiter anpassen und auf die Etablierung der neuen, flexibleren Arbeitsmodelle setzen. Denn damit kann nicht nur die Zufriedenheit der Arbeitnehmer gesteigert, sondern auch die Arbeitswelt modernisiert werden.