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Digitalisierung
Erste Lichtblicke: Erholt sich der  globale Arbeitsmarkt von Corona?
© Jon Tyson - Unsplash

Erste Lichtblicke: Erholt sich der globale Arbeitsmarkt von Corona?

Michelle Winner | 17.06.20

Seit Mitte März herrscht auf dem Arbeitsmarkt eine Flaute. Doch langsam stabilisieren sich die Einstellungsraten weltweit und manche Länder verzeichnen sogar einen Anstieg.

Gibt es bereits positive Entwicklungen auf dem globalen Arbeitsmarkt nach dem Coronaknick? Das lässt sich nur schwer einschätzen. Es gibt aber einen kleinen Lichtblick am Horizont: Eine aktuelle Auswertung des Karrierenetzwerks LinkedIn zeigt, dass die ersten Märkte sich langsam wieder erholen. Vor allem Regionen, die besonders stark von den Folgen des Virus betroffen waren, beziehungsweise sind, verzeichnen positive Zahlen. Doch noch sollten wir uns mit den Jubelrufen zurückhalten.

Jobangebote und Einstellungen nehmen wieder zu

Nachdem in vielen Ländern Mitte März die Recruitingbudgets eingefroren wurden, gibt es nun wieder Hoffnung für Jobsuchende. Besonders positiv zu vermerken ist, dass Chinas Arbeitsmarkt wieder an Fahrt aufnimmt. Das hat nicht nur wirtschaftliche Vorteile, sondern ist auch ein Hoffnungsschimmer für Länder, die immer noch schwer vom Coronavirus betroffen sind. Global betrachtet haben sich die Einstellungszahlen vielerorts stabilisiert und nähern sich langsam wieder den Normalwerten an. Im Jahresvergleich hat die Einstellungsrate in China mit 13,4 Prozent ihren Weg zurück in den positiven Bereich gefunden. In Singapur und Frankreich steigt die Rate ebenfalls steil nach oben. Immer noch im negativen Prozentbereich liegen hingegen Australien, die USA, das Vereinigte Königreich und Italien, doch zumindest haben sich die Zahlen dort stabilisiert und sinken nicht mehr. Zudem ist die rapide angestiegene Arbeitslosenquote in den USA wieder etwas gesunken.

© LinkedIn

Aus den Werten lässt sich ein Trend erkennen, der sich vielleicht auch auf andere Regionen übertragen lässt: Im Schnitt stiegen die Arbeitsmarktzahlen vier bis sechs Wochen nach Lockerung der Lockdown-Maßnahmen wieder an. Die Autoren der Auswertung warnen aber vor voreiligen Schlüssen. Schließlich ist der Umgang mit dem Virus, so wie die Ausstattung des Gesundheitssystems von Land zu Land unterschiedlich.

Arbeitnehmer müssen auf die neue Arbeitswelt vorbereitet werden

Klar ist, dass sich unser Arbeitsalltag durch Corona ändern wird, beziehungsweise es schon tut. Der Fokus liegt hier vor allem auf der Arbeit im Home Office. So wird in der Untersuchung geschrieben:

This moment is poised to accelerate the pace of technological change and give rise to new kinds of jobs – and with this shift, the skills that workers need are also shifting. Digital skills are table stakes, and soft professional skills will become increasingly important in a virtual world.

Doch nicht nur die digitalen Kompetenzen werden weiter ausgebaut. Viele Berufstätige haben die Zeit der Krise genutzt, um schon vorhandene Skills zu verbessern oder sogar ganz umzuschulen – und zwar via E-Learning. Branchen, die besonders unter der Coronakrise zu leiden haben, verzeichneten die höchsten Zahlen im Bereich Weiterbildung.

Lockerungen bedeuten nicht das Ende der Krise

Es wäre falsch, jetzt schon wieder vom Prä-Corona-Zustand auszugehen. Diesen haben wir noch lange nicht wieder erreicht, auch wenn zahlreiche Lockerungen in den verschiedenen Ländern dazu führen, dass die Wirtschaft wieder angekurbelt wird. Die Lichtblicke auf dem globalen Arbeitsmarkt geben zwar Anlass zur Hoffnung, doch diese Hoffnung ist sehr zerbrechlich. Die Ausnutzung der Lockerungen und Verstöße gegen noch geltende Maßnahmen könnten zu steigenden Infektionszahlen führen – und damit zu strengeren Auflagen, die wiederum dem Arbeitsmarkt schaden.

Nichtsdestotrotz bleibt zu hoffen, dass sich die globalen Arbeitsmarktzahlen weiter positiv entwickeln und vor allen Dingen auch wieder steigen. Denn neben Home Office und Kurzarbeit gibt es auch viele Berufstätige, die durch die Krise ihren Job verloren haben. Besonders für sie ist es wichtig, dass Recruitingprozesse wieder aufgenommen und somit Chancen geschaffen werden.