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Digitalisierung
Meinen Beruf wird es in 20 Jahren noch geben: Arbeitnehmer sehen positiv in die Zukunft
© Drew Beamer - Unsplash

Meinen Beruf wird es in 20 Jahren noch geben: Arbeitnehmer sehen positiv in die Zukunft

Michelle Winner | 12.08.20

Angst vor dem Jobverlust durch Digitalisierung? Nein, sagt die Mehrheit der Arbeitnehmer in Deutschland. Sie hat keine Angst um ihren Job.

Digitalisierung und technischer Fortschritt bringen viele Vorteile für uns mit sich, schüren aber auch Ängste: Arbeitnehmer fürchten sich davor, dass ihre Tätigkeit von einer Maschine oder KI übernommen werden könnte. Und tatsächlich sind einige Jobs vom Aussterben bedroht. Doch eine Umfrage des Meinungsforschungsinstituts Civey im Auftrag des Bundesministeriums für Bildung und Forschung (BMBF) hat nun ergeben, dass die Arbeitnehmer in Deutschland positiv in die Zukunft blicken – trotz aller Ängste und Sorgen.

Mehrheit ist überzeugt: Mein Beruf hat Zukunft

Die Umfrage wurde im Rahmen der Europäischen Arbeitsforschungstagung beyondwork2020 durchgeführt, die Ende Oktober stattfinden wird und sich mit dem Wandel der Arbeitswelt beschäftigt. Insgesamt wurden über 2.500 Arbeitnehmer dazu befragt, ob sie glauben, ihren Beruf würde es in 20 Jahren noch geben. Das überraschende Ergebnis: 63,4 Prozent der Befragten antworteten mit „Ja, auf jeden Fall“, weitere 20 Prozent mit „Eher ja“. Trotz der oft thematisierten Sorgen und Ängste rund um den Fortschritt der Digitalisierung, glauben lediglich 12,4 Prozent, dass ihr Beruf keine Zukunft hat. 4,2 Prozent sind unentschieden.

© beyondwork2020

Die Ergebnisse der Umfrage zeigen, dass die Angst vor dem Aussterben des eigenen Berufs bei Arbeitnehmern nicht so hoch ist wie vielleicht angenommen. Interessant wäre an dieser Stelle noch eine Unterteilung nach Branchen. Daran würde sich erkennen lassen, welche Berufsgruppen an der Umfrage teilnahmen und wie gegebenenfalls bedrohtere Gruppen, beispielsweise Kassenpersonal, ihre Zukunft einschätzen.

Jobs und Berufe unterscheiden

Prof. Wilhelm Bauer vom Fraunhofer-Institut für Arbeitswirtschaft und Organisation meint außerdem, dass zwischen Berufen und Jobs unterschieden werden müsse. Er sagt:

Jobs werden durch die technologische Entwicklung verschwinden, Berufe nicht unbedingt. Aber sie werden sich wandeln. Daher müssen Unternehmen unbedingt in die Weiterentwicklung und Qualifikation der Beschäftigten investieren.

Bauer bezieht sich mit dieser Aussage vor allem darauf, dass eine technische Akzeptanz geschaffen werden muss – die Technik also als Unterstützung und nicht als Bedrohung gesehen werden soll. Zudem sind seiner Meinung nach lebenslanges Lernen und stetige Weiterbildungen wichtige Maßnahmen, um auf dem Arbeitsmarkt der Zukunft bestehen zu können. Das BMBF selbst ist außerdem der festen Überzeugung, dass die junge Generation – also Schüler, Schulabgänger und Universitätsabsolventen – eine Schlüsselrolle im Wandel der Berufswelt spielen wird. Daher sollten junge Leute sich bereits so früh wie möglich mit dem modernen Arbeitsmarkt auseinandersetzen. Schlussendlich braucht die moderne Arbeitswelt aber auch viel Offenheit und Bereitschaft zum Lernen – nur so können Berufe bestehen bleiben und Arbeitnehmer ohne Angst in die Zukunft sehen.

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