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Büroalltag
Es gibt zwei Typen von Arbeitenden im Home Office: Bist du Segmentierer oder Integrierer?
© Brendan Church - Unsplash

Es gibt zwei Typen von Arbeitenden im Home Office: Bist du Segmentierer oder Integrierer?

Michelle Winner | 16.09.20

Klare Grenzen oder alles gleichzeitig? Zu wissen, welcher der beiden Gruppen man angehört, kann den Workflow verbessern sowie die Zusammenarbeit mit den Kollegen.

Der Beginn der Coronapandemie stellte Arbeitgeber sowie -nehmer vor eine neue Herausforderung – in vielen Unternehmen hieß es plötzlich „Ab ins Home Office“. Die Arbeit von Zuhause aus beziehungsweise das mobile Arbeiten brachte neue Herausforderungen mit sich. Doch alles in allem kann inzwischen gesagt werden, dass diese Art der Arbeit sich auch nach Corona von den Mitarbeitern gewünscht wird. Wie jeder Einzelne aber mit dem Home Office umgeht, ist sehr individuell. Professor Nancy Rothbard von der Wharton School in Philadelphia stellte jüngst die These auf, dass es zwei Arten von Arbeitenden im Home Office gibt: Integrierer und Segmentierer. Zu wissen, welcher Gruppe man angehört, soll dabei die Arbeit erleichtern können.

Was ist der Unterschied zwischen Integrierer und Segmentierer?

Beim Herausfinden welcher Gruppe man angehört, steht vor allem eine Frage im Vordergrund: Wie werden Zeit, Raum und Bedürfnisse während der Arbeit im Home Office eingeteilt? Die Fragestellung bezieht sich dabei nicht nur auf den Job, sondern auch Haushalt, Freizeit und gegebenenfalls Kinderbetreuung. Je nachdem ob man Integrierer oder Segmentierer ist, fallen die Antworten hier sehr unterschiedlich aus.

Integrierer: Ohne Grenzen produktiv

Mitglieder dieser Gruppe machen – grob gesagt – alles gleichzeitig. Oder eher, sie setzen keine strengen Grenzen zwischen den einzelnen Bereichen. Sie scheuen sich beispielsweise nicht davor, E-Mails zu beantworten während sie abends eine Netflix-Serie schauen. Sie helfen den Kindern bei den Hausaufgaben, aber sind trotzdem telefonisch für die Kollegen erreichbar. Die Mittagspause verbringen sie oft vor dem Laptop – schließlich wird sowieso schon am Küchentisch gearbeitet. Auf manche wirkt dieses Durcheinander sicher produktivitätsschädigend, aber das Gegenteil ist der Fall. Integrierer arbeiten so am besten und behalten dabei das Verhältnis zwischen Arbeit, Haushalt und Freizeit im Gleichgewicht.

Segmentierer: Mit klaren Grenzen zum Erfolg

Mitglieder dieser Gruppe können als Gegenteil der Integrierer gesehen werden. Ihnen sind feste Grenzen bei der Arbeit im Home Office wichtig, angefangen beim Arbeitsplatz. Der Küchentisch ist, wenn überhaupt, nur eine Notlösung, denn am liebsten möchten sie an einem ruhigen Ort ans Werk gehen, an dem sie keinen ständigen Ablenkungen ausgesetzt sind. Zudem ist es ihnen wichtig, zwischen Arbeitsplatz und Zuhause zu trennen, sowohl räumlich als auch zeitlich. Heißt, nach Feierabend werden keine Mails beantwortet und Anrufe von Kollegen werden während der Familienzeit ignoriert. Gleichzeitig akzeptieren sie auch keine Störungen durch Mitbewohner oder Familienmitglieder während eines Video Meetings.

Tipps und Tricks für beide Gruppen

Rothbard kritisiert, das Artikel über das produktive Arbeiten im Home Office sich oft nur auf eine der beiden Gruppen beziehen. Aus diesem Grund hat sie ihrer Theorie wertvolle Ratschläge beigefügt, die sowohl Integrierern als auch Segmentierern helfen sollen:

  • Nicht aktiv wählen: Keine der beiden Seiten ist „besser“. Anstatt also aktiv zu entscheiden, welcher Gruppe man angehört, sollte man dem folgen, was sich richtig anfühlt. Wer ein Integrierer ist, sollte nicht zwanghaft versuchen zu segmentieren.
  • Beide Seiten akzeptieren: In einem Team gibt es meist Vertreter beider Gruppen. Hier ist vor allem Akzeptanz wichtig – aber auch Kompromisse. Um den Workflow nicht zu behindern, müssen sowohl Integrierer als auch Segmentierer ab und zu aus ihrer Haut raus. Wichtig dabei ist, dass die Abstriche nicht immer bei derselben Gruppe gemacht werden müssen, sondern bei beiden.
  • Rituale nutzen: Die Trennung von Arbeit und Privatleben ist gerade zu Zeiten der ständigen Erreichbarkeit schwer, für Segmentierer jedoch wichtig. Um zumindest mentale Grenzen zu setzen, können tägliche Rituale nützlich sein. Egal ob das Schreiben einer To-do-Liste oder ein morgendlicher Spaziergang – die Dinge mental zu trennen kann dabei helfen, produktiver zu arbeiten, auch wenn die räumliche und zeitliche Trennung nicht vollends gelingt.
  • Grenzen setzen: Auch als Integrierer ist es oft hilfreich, Grenzen zu setzen. Denn Vertreter dieser Gruppe neigen dazu, sich schnell ablenken zu lassen und dadurch weniger zu schaffen. Um dies zu verhindern, braucht es Grenzen. Steht beispielsweise eine Deadline an, sollte sich klargemacht werden, welche potenziellen Ablenkungen es gibt – und wie man diese bis zum Abschluss des Projekts abschaltet. Umgekehrt lohnt es sich aber auch, das Handy während der Zeit mit Freunden und Familie einfach mal in der Tasche zu lassen.

Egal ob man nun Integrierer oder Segmentierer ist: Wichtig ist es, seinen eigenen Workflow zu finden und zu folgen und die Arbeitsart von anderen dabei zu akzeptieren. Hauptsache weder Arbeit noch Privatleben bleiben auf der Strecke. Und, welcher Typ bist du? Lass es uns gern in den Kommentaren wissen.