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Büroalltag
Von MfG bis Workflow: Die acht nervigsten Bürofloskeln
© Austin Distel - Unsplash

Von MfG bis Workflow: Die acht nervigsten Bürofloskeln

Ein Gastbeitrag von Viola Klingspohn | 08.10.20

Die Sprache am Arbeitsplatz unterscheidet sich deutlich von der im privaten Leben. Sei es in Mails oder persönlichen Gesprächen - die gleichen, standardisierte Ausdrücke hört man hier immer wieder. Hier eine Liste der acht nervigsten Floskeln am Arbeitsplatz.

Nicht nur in Meetings fallen kuriose Floskeln. Auch in E-Mails und im normalen Büroalltag lauern sie.

Wir alle sprechen auf der Arbeit oft eine ganz andere Sprache als privat. Dabei können seltsame Floskeln im Schriftverkehr, an der Kaffeemaschine oder im Meeting zustande kommen, über die wir wenig nachdenken. Eine Studie von YouGov in Zusammenarbeit mit Statista hat die nervigsten Bürofloskeln ermittelt.

© YouGov/Statista

MfG

Etwas antiquiert, aber alles andere als ausgestorben. MfG („Mit freundlichen Grüßen“) erfreut sich nach wie vor großer Beliebtheit als Grußformel in geschäftlichen E-Mails und Briefen. Geht schnell, wirkt aber in der Kurzversion unhöflich. Daher solltest du dir genau überlegen, wem du die Verkürzung zumutest. Schickst du sie an deinen Chef oder in einem Bewerbungsbogen, darf es lieber die ausgeschriebene Variante sein. Damit kannst du nichts falsch machen.

LG

Noch eine kurze Grußformel. Im Gegensatz zu MfG ist LG („Liebe Grüße“) eine sehr persönliche Schlussformel, die du in erster Linie für Freunde oder gute Bekannte verwenden solltest. Im beruflichen Kontakt ist LG besser zu meiden, es sei denn, du hast gute Kollegen. Wenn man sich gut kennt, darf man sich lieb grüßen. Auch hier gilt: Die ausgeschriebene Variante ist einfach höflicher. Der Empfänger könnte sonst den Eindruck bekommen, jemand hat es nicht nötig, zehn Buchstaben zu tippen oder eine Signatur einzurichten.

To-dos

To-dos hören sich zunächst einmal nach Arbeit an. Und Arbeit erzeugt oft Stress. Kein Wunder, dass diese Floskel auf Platz 3 gelandet ist. Wer kennt sie nicht, die typischen To-do-Listen? Am Morgen Kundenanrufe tätigen, am Vormittag eine umfangreiche Excel-Liste erstellen, am Mittag ein Gespräch mit dem Chef führen, am Nachmittag Bewerber für Vorstellungsgespräche empfangen. Ein ähnliches Spiel am nächsten Tag. Die Liste an To-dos könnte endlos fortgeführt werden. To-dos verfolgen dich solange, bis du sie erledigt hast. Wahrlich nervig diese Floskel mit Handlungszwang!

Wer schreibt Protokoll?

Protokolle in Meetings schreiben – um die Aufgabe reißt sich niemand. In diesem Zuge schließt sich oft die nächste Floskel an: „Freiwillige vor!“. Meldest du dich, bedeutet das mehr Arbeit und ein konzentriertes Zuhören während der gesamten Besprechungseinheit – egal ob es sich um ein Verlaufs- oder Ergebnisprotokoll handelt. Wie gut, dass in den meisten Firmen die Teilnehmer im Wechsel diese Aufgabe übernehmen.

Briefing

„Brief“ stammt aus dem Englischen und bedeutet „kurz”. Statt Briefing kannst du daher auch sagen: Kurzbesprechung. Vor einer Teamarbeit werden die Mitarbeiter innerhalb eines Briefings in das entsprechende Thema und die Aufgabenstellung eingewiesen. Die Floskel kannst du auch in Werbung und Marketing benutzen, hier allerdings als Kommunikationstool, das Informationen über Ziele und Zielgruppen, Wettbewerbsvorteile, Anforderungen sowie die Konkurrenz wiedergibt.

Home Office

„Ich arbeite morgen im Home Office“ – wie oft hast du diesen Satz schon im Büro gehört oder selbst gesagt? Klar, das flexible Arbeiten in den eigenen vier Wänden wird immer beliebter – nicht zuletzt wegen Corona. Aber welches Synonym könntest du für Home Office benutzen? Vielleicht Teleheimarbeit? Klingt veraltet und weniger vertraut. Vielleicht am nächsten Tag besser von Zuhause arbeiten?

ASAP

Schnell war gestern. Chefs, die unter Zeitdruck stehen, benutzen gern diese anglo-amerikanische Floskel in ihren Mails. Die Arbeit soll dann „as soon as possible“ – also schnellstmöglich – umgesetzt werden. Bedeutet: Alles andere liegen lassen und die dringende Aufgabe am besten bis gestern fertiggestellt haben. Vorgesetzte, die noch einen daraufsetzen wollen, fordern die Steigerungsform „asapst“.

Workflow

Sicher kommen dir die Sätze „Wir müssen mal den Workflow verbessern“ oder „Da müssen wir mal an den Workflow ran“ vertraut vor. Doch wer oder was ist dieser Workflow? Er setzt sich aus den englischen Wörtern „Arbeit“ und „Fließen“ zusammen. Viele setzen ihn gleich mit dem Geschäftsprozess – doch das stimmt nicht. Vielmehr ist ein Workflow die Automatisierung eines Geschäftsprozesses. Vereinfacht kann man auch Arbeitsablauf sagen. Er legt Arbeiten und Aufgabenverteilung fest, damit ein Prozess abgeschlossen werden kann. Weil mit dem Workflow sowohl Produktivität als auch Effizienz gesteigert werden sollen, ist der Begriff sehr wichtig in der Arbeitswelt und taucht somit immer wieder auf.

Neben den genannten Wörtern werden weitere als strapazierend empfunden, zum Beispiel Networking, FYI und Ping mich an. Es gibt aber auch Angestellte, die nichts schocken kann. Begriffswiederholungen und kurze Grußformeln sind ihnen egal. So gaben 28 Prozent an, dass sie noch keine schlimmen Floskeln im Büro gehört haben. 

Wenn du nicht zu den 28 Prozent gehörst, solltest du dich dennoch nicht über MfG, To-dos und Co. aufregen. Der Sprachwissenschaftler Hermann Ehmann ruft in seinem Ratgeber„Ich bin da ganz bei Ihnen! Wörterbuch der unverzichtbaren Bürofloskeln zum Mitmachen auf, denn wer mit Wörtern spiele, würde kreativ handeln. Er warnt aber zugleich: „Bleiben Sie gerade angesichts des inflationären Wörterwulsts sprachkritisch! So registrieren Sie am ehesten, wenn Sie ,abzugleiten‘ drohen.“