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Büroalltag
Kostenreport:  In diesen deutschen Städten lebt es sich am günstigsten
© Jonas Tebbe

Kostenreport: In diesen deutschen Städten lebt es sich am günstigsten

Michelle Winner | 10.11.20

Mehr Gehalt, aber weniger Geld: In Großstädten stehen Lebenshaltungskosten und Gehalt oft nicht im Verhältnis zueinander. Das sollte auch beim Job-Wechsel beachtet werden.

Wo wir leben, hängt von vielen verschiedenen Faktoren ab. Neben den sozialen Aspekten, machen die meisten die Wahl des Wohnortes von den Lebenshaltungskosten und der Arbeitsmarktlage vor Ort abhängig. Dabei locken vor allem größere Städte mit überdurchschnittlichen Gehältern, wie eine Auswertung der Karriereplattform StepStone zeigt. Doch die Analyse von 395 Stadt- und Landkreisen zeigt ebenfalls, dass das bessere Gehalt durch hohe Lebenshaltungskosten zunichtegemacht wird. Wo lebt es sich nun also am besten in Deutschland?

Kosteneffizient lässt es sich in Niedersachsen und NRW leben

StepStones großer Kostenreport untersucht anhand der Durchschnittsgehälter der Region, wo es sich am kosteneffektivsten leben lässt. Dafür werden Lebenshaltungskosten (Miete, Transport, Nahrungsmittel und Freizeitaktivitäten) abgezogen und ausgewertet, wie viel die Einwohner am Ende des Monats noch im Portemonnaie haben. Um die Ergebnisse vergleichbar zu machen, wird jeweils vom gleichen Lebensstandard ausgegangen. Die Gewinner hier sind Stadt- und Landkreise in Nordrhein-Westfalen und Niedersachsen:

  1. Holzminden (Niedersachsen)
  2. Vulkaneifel (Rheinland-Pfalz)
  3. Leverkusen (NRW)

Am Ende des Jahres bleiben den Bewohnern von Holzminden nach StepStones Berechnung im Schnitt 17.650 Euro. Dieser Wert steht im krassen Kontrast zu Ergebnissen aus Bayern und Brandenburg: Schlusslichter des Rankings sind die Kreise Dahme-Spreewald, Ebersberg und Fürstenfeldbruck. In diesen Regionen würden die Einwohner für den gleichen Lebensstandard wie in Holzminden mehr ausgeben, als sie zu Verfügung haben. Natürlich ist diese theoretische Auswertung von StepStone nur als Richtwert zu verstehen – individuelle Lebensstandards führen in der Praxis zu anderen Werten.

Das Gehalt ist nicht alles

StepStone schreibt zudem, dass es nicht pauschal möglich sei zu sagen, ob es sich auf dem Land oder in der Stadt besser lebe. Hohe Mieten in urbanen Regionen ließen sich beispielsweise oft durch höhere Gehälter ausgleichen, wodurch die Kosteneffizienz nicht zwingend schlechter ist als auf dem Land. Gleiches gelte auch für die Bundesländer, wie StepStone schreibt:

Ganz über den sprichwörtlichen Kamm lassen sich die einzelnen Bundesländer nämlich nicht scheren. In Bayern zum Beispiel finden sich gleich fünf Kreise, wo verhältnismäßig wenig übrig bleibt im Portemonnaie. Gleichzeitig schaffen es aber auch drei bayerische Kreise unter die Top 10.

Umzugswillige sollten also einen direkten Blick auf den jeweiligen Stadt- oder Landkreis ziehen, was unter anderem durch die interaktive Karte von StepStone möglich ist. Es wird übrigens auch davor gewarnt, die Lebenshaltungskosten außer Acht zu lassen und den Wohnort nur nach Höhe des Durchschnittsgehalts zu wählen. Denn im Gehaltsreport liegen Frankfurt, Stuttgart und München zwar vorne, doch nach Abzug der Lebenshaltungskosten ist vom Gehalt oft nicht mehr viel übrig.

Großstadt-Ranking: NRW führt erneut

Neben den Stadt- und Landkreisen hat StepStone auch direkt ein Ranking für die 30 größten Städte Deutschlands erstellt. Dabei wurde festgestellt das neun Städte der Top 10 in Nordrhein-Westfalen liegen, darunter auch Platz 1 bis 3:

  1. Essen
  2. Wuppertal
  3. Duisburg

In Essen sorgen Großkonzerne für ein hohes Lohnniveau, während die Lebenshaltungskosten vergleichsweise niedrig bleiben. Weitere Städte aus NRW in den Top 10 sind Dortmund, Bochum, Bielefeld, Aachen und Bonn. Lediglich Karlsruhe, das auf Platz 9 landet, liegt in Baden-Württemberg. Auf den letzten drei Plätzen des Großstadt-Rankings landen Hamburg, Berlin und München. Besonders hohen Mieten sind hier ausschlaggebend, ebenso wie die höheren Kosten bei der Verpflegung und Freizeitgestaltung. Und auch Köln, als vierte Millionenstadt im Ranking, schneidet unterdurchschnittlich ab.

Das sollten Job-Suchende beachten

Wer also einen neuen Job sucht und bereit ist, dafür umzuziehen, für den kann die Auswertung von StepStone eine Richtlinie sein. Natürlich gibt es aber noch andere wichtige Faktoren neben der Kosteneffizienz, die eine Rolle bei der Wahl des Wohnorts spielen, wie die aktuelle Familiensituation oder die Präferenz von Stadt- oder Landleben. StepStone selbst empfiehlt Jobsuchenden, dass Verhältnis von Gehalt und Lebenshaltungskosten nicht außer Acht zu lassen. Wo man viel verdient, bleibt nicht zwingend auch viel im Portemonnaie.

Abgesehen davon sollte auch ein Blick auf die Nachbarkreise geworfen werden – in manchen Fällen lohnt sich eine kurze Pendelstrecke. So kann man beispielsweise ein höheres Gehalt durch die Arbeit in einer Stadt bekommen und gleichzeitig durch niedrigere Mieten in einem ländlicheren Wohnort Geld sparen. Aber Vorsicht: Inzwischen hat sich auch oft der Umkreis einer Großstadt an das dort herrschende Mietniveau angepasst. Günstigere Preise sind dadurch oft mit einem längeren Anfahrtsweg verbunden. Der Vergleich verschiedener Stadt- und Landkreise ist also auf jeden Fall erwägenswert.