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Büroalltag
„Wir haben das Bewerbungsanschreiben weitestgehend abgeschafft“  – Christian Sekels, Telefónica Deutschland
Christian Sekels leitet den Bereich Talent & Recruiting bei Telefónica Deutschland

„Wir haben das Bewerbungsanschreiben weitestgehend abgeschafft“ – Christian Sekels, Telefónica Deutschland

Tina Bauer | 04.08.16

Christian Sekels erklärt in unserem Personaler-Interview, warum Telefónica WhatsApp für die Kommunikation mit Bewerbern nutzt und Anschreiben abgeschafft wurden und gibt damit spannende Einblicke in den Bewerbungsprozess der Onlinebranche.

Ihr habt euch schon immer gefragt, wie Firmen ihre Bewerbungsprozesse meistern? Auf was wird besonders geachtet und welches sind absolute No-Gos? Wir haben mit Christian Sekels, Telefónica Deutschland, gesprochen, um genau das für euch herauszufinden. Viel Spaß beim Lesen!

Interview mit Christian Sekels, Leiter des Bereichs „Talent & Recruiting“, Telefónica Deutschland

OnlineMarketing.de: Stelle dich und Telefónica Deutschland bitte kurz vor.

Christian Sekels: Mein Name ist Christian Sekels und ich leite den Bereich „Talent & Recruiting“ bei Telefónica Deutschland. Telefónica ist eines der weltweit führenden Telekommunikations-Unternehmen und in Deutschland vor allem durch seine Premiummarke O2 und viele weitere Mobilfunkmarken bekannt. In Deutschland haben wir mehr als 48 Millionen Kunden, davon alleine über 43 Millionen im Mobilfunk. Eines unserer Kernthemen ist die Digitalisierung. Sie wird enormen Einfluss auf unser tägliches Leben in allen Facetten haben. Schon bald wird die Vernetzung und Kommunikation von Maschinen und Alltagsdingen zur Normalität werden. Telefónica wird mit ihren neuen Geschäftsfeldern „Internet of Things“ sowie Advanced Data Analytics einer der Treiber dieses Megatrends sein.

Welche Rekrutierungskanäle nutzt ihr bei Telefónica?

Neben unserer eigenen Karriereseite nutzen wir auch die klassischen Jobportale wie Indeed und Stepstone. Darüber hinaus haben wir seit einiger Zeit auch eigene Twitter und Snapchat (telefonicade_hr) Accounts, unter denen interessierte Bewerber Infos zu Telefónica bekommen und gerne auch aktiv mit uns in Kontakt treten können. Auch Active Sourcing, das persönliche Netzwerk unserer Recruiter und Mitarbeiter sowie in Einzelfällen der Einsatz von externen Beratern werden für uns immer wichtiger.

Was sind typische Fehler bei einer Bewerbung?

Wir haben bei Telefónica Deutschland das Bewerbungsanschreiben nahezu gänzlich abgeschafft, um den Bewerbern eine, aus unserer Sicht, überholte Hürde aus dem analogen Zeitalter zu nehmen. Das bedeutet, dass wir uns beim ersten Screening von Unterlagen rein auf den CV konzentrieren und darauf aufbauend entscheiden, ob wir mit einem Kandidaten sprechen wollen oder nicht. Entsprechend muss ein CV optimal strukturiert sein und ich muss in wenigen Sekunden alle wichtigen Fakten über den Kandidaten erfahren. Viele Bewerber investieren hier leider entweder zu wenig Zeit in den CV, was man sehr schnell an Rechtschreib- oder Formatierungsfehlern sieht, oder sie verlieren sich in langen Fließtexten zu Aufgaben und Verantwortlichkeiten. Wichtig ist, das richtige Maß zu finden. Ein junger Bewerber muss es schaffen, auf zwei Seiten alle Kernfakten über sich darzustellen.

Wie sieht ein typischer Bewerbungsprozess bei euch aus?

Der Prozess beginnt damit, dass der Kandidat seinen CV und ggf. Anhänge in unser Online-Karriereportal hochlädt. Nach einem Screening führen wir ein kurzes Telefoninterview durch, gefolgt von zwei persönlichen Interviews mit dem Fachbereich und einem Recruiter. Hier geht es neben den fachlichen Skills auch darum, ob Mindset, Werte und Kultur des Bewerbers zu Telefónica passen. Assessment Center führen wir bei Führungskräften oder auch bei unserem neuen Trainee Programm „Onlife Graduates“ durch. Für die Vorauswahl der Graduates nutzen wir in diesem Jahr auch zum ersten Mal WhatsApp für die Kommunikation mit dem Bewerber in Echtzeit.

Verrate mir ein Geheimnis: Wie kann dich ein potentieller Bewerber besonders beeindrucken?

Bei mir persönlich ist es so, dass mich ein Lebenslauf sowohl optisch als auch inhaltlich ansprechen muss. Idealerweise wird meine Aufmerksamkeit durch irgendeine Besonderheit geweckt, die ich so spannend finde, dass ich den Kandidaten kennenlernen möchte, um mehr darüber zu erfahren. Dementsprechend kann ich jedem Bewerber nur raten, nicht nur nach dem absolut gradlinigen Lebenslauf zu streben, sondern sich selbst durch Erfahrungen und Stationen interessant zu machen.

Gab es einmal einen Moment in einem Bewerbungsgespräch, der dich sprachlos gemacht hat?

Ja, ich denke, solche Situationen erlebt jeder Recruiter mal. Ich stelle beispielsweise gerne die Frage nach den Lieblings-Apps eines Kandidaten. Vor einigen Monaten hatte ich eine Bewerberin, die mir darauf antwortete, dass sie generell nichts von Smartphones halte und deshalb gar keines habe. Das ist natürlich schwierig für ein Unternehmen wie uns. Diese Aussage zeigt nicht gerade Leidenschaft für digitale Themen und den Mobilfunkmarkt.

Was macht Telefónica aus und warum sollte man bei euch anfangen zu arbeiten?

Telefónica verbindet die Möglichkeiten eines international agierenden Konzerns mit der Agilität und Schnelligkeit der digitalen Welt. Wir sind ein sehr junger Konzern, der modernes Arbeiten mit hervorragendem technischen Equipment mit größtmöglicher Flexibilität bezüglich Arbeitszeit und -ort anbietet. Wir leben eine sehr offene Kultur, in der jeder Einzelne etwas bewegen kann, indem er einfach Themen anpackt und sie mit Leidenschaft vorantreibt. Dazu gehört auch eine gelebte Duz-Kultur über alle Ebenen hinweg. Wer also wirklich Spaß an digitalen Themen wie Big Data, Internet of Things, Mobile Banking etc. hat, der ist bei uns genau richtig.

Vielen Dank für das Interview!

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