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Gehaltsreport: Mit diesen Studienfächern verdienen Akademiker:innen im Job weniger
© Vasily Koloda - Unsplash

Gehaltsreport: Mit diesen Studienfächern verdienen Akademiker:innen im Job weniger

Michelle Winner | 08.03.21

Das Jahresgehalt vieler Beschäftigter mit Studienabschluss liegt unter dem Durchschnitt. Grund hierfür ist oft die Wahl des Studienfachs.

Ein Studium eröffnet die Aussicht auf ein höheres Gehalt im Arbeitsleben. Das trifft in vielen Fällen auch zu – abhängig vom Grad des akademischen Abschlusses. Der aktuelle StepSton- Gehaltsreport zeigt nun jedoch, dass nicht alle Akademiker:innen gleich gut abschneiden, was ihr Jahresgehalt angeht. Doch welche Studienfächer sorgen für weniger Einkommen?

Auch mit Studium unter dem Durchschnittsgehalt

Der StepStone-Report hat ermittelt, dass das Bruttodurchschnittsgehalt in Deutschland bei 56.985 Euro im Jahr liegt. Dieser Wert wird sowohl von Mehr- als auch Wenigverdiener:innen beeinflusst. Um in die Nähe des Durchschnittsgehalts zu kommen, braucht es jedoch nicht immer ein Studium: Eine Ausbildung im Finanzsektor verspricht ein jährliches Gehalt von 50.200 Euro. Tatsächlich liegt die Realität einiger Akademiker:innen unter diesen Zahlen – trotz Studium. Diese Studienabschlüsse bringen am wenigsten Gehalt:

1. Abschluss in Gastronomie und Hotellerie

In dieser Branche gelingt der Einstieg nicht nur über eine Ausbildung, sondern auch über ein Studium – gerade im Bereich Hotel-Management. Doch unabhängig davon bleibt diese Branche eine der schlechtbezahltesten. Das bekommen auch Akademiker:innen zu spüren. Das Bruttodurchschnittsgehalt liegt hier bei 45.500 Euro und damit mehr als 10.000 Euro unter dem deutschlandweiten Durchschnitt.

2. Abschluss in Design

Ein Studium im Bereich Design – das ein sehr weites Feld umfasst – verspricht kreative Arbeit. Gleichzeitig ist die Branche aber auch hart umkämpft und das kann sich im Gehalt bemerkbar machen. Das Bruttodurchschnittsgehalt liegt nach einigen Jahren Berufserfahrung bei 49.200 Euro. Die Verdienstchancen für Berufseinsteiger:innen sind deutlich geringer, gerade für jene, die lediglich einen Bachelor haben.

3. Abschluss in Philosophie und Geisteswissenschaften

Geisteswissenschaftler:innen müssen sich oft mit Vorurteilen herumplagen, gerade im direkten Vergleich mit den MINT-Fächern. Unterschiede zu letzteren werden auch im Durchschnittsgehalt deutlich: Mit einem Abschluss in Philosophie oder Geisteswissenschaften liegt dieses bei 52.000 Euro im Jahr – aber erst nach einigen Jahren im Berufsleben. Frische Absolvent:innen starten oft bei lediglich 36.500 Euro brutto. Ein Grund hierfür ist, dass es besonders viele Studierende in den Geisteswissenschaften gibt und die Konkurrenz damit groß ist. Hinzu kommt, dass die Absolvent:innen oft in weniger gut bezahlten Branchen landen, wie der Verlagsarbeit, dem Journalismus oder dem Kultursektor.

4. Abschluss in Kultur- und Geschichtswissenschaften

Strenggenommen zählt dieses Feld auch zu den Geisteswissenschaften, doch im Gehaltsreport bekommen die Kultur- und Geschichtswissenschaftler:innen noch einmal eine gesonderte Rolle zugesprochen. Ihr Durchschnittsgehalt liegt bei 53.100 Euro und liegt damit ebenfalls unter dem deutschen Durchschnitt. Das Einstiegsgehalt ist auch hier mit einem Master besser als mit dem Bachelor. Damit zeichnet sich ab, dass Studierende in den geisteswissenschaftlichen Fächern wohl mit dem Masterabschluss eine bessere Grundlage haben, um in Gehaltsverhandlungen einzusteigen.

5. Abschluss in Sozialpädagogik

Neben den Geisteswissenschaften sind auch oft die sozialen Berufe beziehungsweise Studienfächer Verlierer in Sachen Gehalt. Gerade angesichts der Bedeutung dieses Felds für die Gesellschaft ist diese Entwicklung mit Besorgnis zu betrachten. Das Bruttodurchschnittsgehalt für Sozialpädagog:innen liegt nach einigen Jahren Berufserfahrung bei 54.500 Euro. Direkt nach dem Studium ist es deutlich geringer und etwa mit dem der Geisteswissenschaftler:innen zu vergleichen.

6. Abschluss in Politikwissenschaften

Auch bezüglich dieses Studienfachs wird oft mit Klischees und Vorurteilen um sich geworfen. Doch trotz aller spitzen Witze in Richtung der Politikwissenschaftler:innen, liegen diese mit 57.200 Euro über dem deutschen Durchschnittsgehalt. Was gut klingt, ist jedoch im Vergleich zu anderen Akademiker:innen immer noch weitaus weniger. Das sind zum Beispiel die drei Studienrichtungen, in denen Absolvent:innen am meisten verdienen:

  1. Medizin (100.762 Euro)
  2. Jura (77.972 Euro)
  3. Wirtschaftsingenieurwesen (72.073 Euro)

7. Abschluss in Geowissenschaften

Die Erforschung unserer Erde bringt Geowissenschaftler:innen im Durchschnitt ein Jahresgehalt von 58.800 Euro. In diesem Bereich lohnt sich Berufserfahrung allemal, denn im Vergleich zum Berufseinstieg steigt das Gehalt um knapp 48 Prozent mit der Zeit.

8. Abschluss in Architektur

Dass Architektur zu den schlechter bezahlten Studienfächern zählt, dürfte viele überraschen. Doch tatsächlich liegt das Bruttodurchschnittsgehalt hier mit 59.000 Euro nur etwas über dem Durchschnitt. Grund hierfür ist vermutlich ebenfalls das hohe Konkurrenzaufkommen in der Branche. Und während einige Architekt:innen große, gut bezahlte Projekte an Land ziehen können und immer wieder beauftragt werden, schaffen diesen Sprung nicht alle.

Der StepStone-Gehaltsreport zeigt hinsichtlich der Durchschnittsgehälter von Akademiker:innen vor allem eines: Die MINT-Fächer schneiden im Vergleich zum Rest oft besser ab. Besonders Fächer im geisteswissenschaftlichen Feld schneiden meist unterdurchschnittlich ab und die Absolvent:innen müssen hier erst einige Jahre Berufserfahrung aufweisen, um auch nur in die Nähe des Durchschnittsgehalts zu kommen. Abgesehen davon zeigt sich, dass oft nicht der Ausbildungsweg, sondern die Branche maßgebend für die Gehaltsgestaltung ist, wie die Bereiche Gastronomie und soziale Arbeit zeigen.

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