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Büroalltag
8 Stunden vor dem Bildschirm: Gesundheitliche Folgen von Home Office und wie du dich schützt

8 Stunden vor dem Bildschirm: Gesundheitliche Folgen von Home Office und wie du dich schützt

Michelle Winner | 15.03.21

Die tägliche Screen Time hat seit dem Beginn der Coronapandemie zugenommen. Immer mehr Menschen arbeiten im Home Office und verbringen auch ihre Freizeit online. Dadurch kann eine Mehrbelastung für Augen, Körper und Sozialleben entstehen.

Wie lange sitzt du am Tag vor dem Bildschirm? Dieser Frage widmet sich eine aktuelle Studie von Lenstore, in der außerdem untersucht wird, wie stark sich unsere Screen-Zeit seit dem Beginn der Pandemie verändert hat und welche Auswirkungen das Home Office auf die Gesundheit haben kann.

Home Office und Lockdown lassen die tägliche Bildschirmzeit steigen

Für die Studie wurden die Screen-Zeiten vor und nach Beginn der Pandemie miteinander verglichen. Dabei zeigt sich deutlich, dass der Wechsel ins Home Office, aber auch die vermehrte Freizeitgestaltung in den eigenen vier Wänden die Zeit, die wir vor Bildschirmen verbringen, ansteigen lassen hat. Unter die Top 10 der Regionen mit der höchsten Bildschirmzeit auf mobilen Endgeräten haben es vorwiegend asiatische und südamerikanische Länder geschafft. Angeführt wird das Ranking von den Philippinen, wo die tägliche Screen Time bei 10,02 Stunden liegt (9,45 Stunden vor der Pandemie). Es folgen Brasilien (9,39 Stunden) und Südafrika (9,34 Stunden). Am wenigsten Zeit vor Handy und Co. verbringen die Japaner:innen mit lediglich 4,3 Stunden.

Was die mobilen Endgeräte angeht, liegt Deutschland mit knapp fünf Stunden im Durchschnitt. Analysiert man jedoch die Zeit aller Bildschirme, steigt die Screen Time auf acht Stunden am Tag, die sich wie folgt zusammensetzen:

  • Handy (bei Internetnutzung): 1,52 Stunden
  • Laptop, Tablet, Computer (bei Internetnutzung): 3 Stunden
  • Fernseher: 3,06 Stunden
  • Videospiele, Konsolen: 0,42 Stunden

Psychotherapeutin Akua K. Boadteng äußert sich zu den Studienergebnissen wie folgt:

Der Anstieg seit letztem Jahr könnte auf das Home Office, geringere soziale Interaktionen außerhalb des Hauses und stressbedingte Verhaltensweisen zurückzuführen sein. Außerdem hat sich Sozialisation weitgehend digitalisiert. Daher arbeiten Menschen vor Bildschirmen, verbinden sich mit anderen Menschen mithilfe von Bildschirmen und nutzen Bildschirme, um Stress zu lindern.

Die 10 größten negativen Auswirkungen von zu hoher Bildschirmzeit

Insgesamt nutzen derzeit 93 Prozent der Bevölkerung in Deutschland das Internet und 45 Prozent sind aktive Social-Media-Nutzer:innen. Ein Anstieg der Nutzung von Handys ist vor allem in der Altersgruppe 16 bis 24 Jahre zu bemerken, bei den älteren Generationen ist dafür die Zeit vor dem Fernseher gestiegen. Doch egal welcher Bildschirm genutzt wird: Die steigende Screen Time kann negative Folgen mit sich bringen. Neben Kopf-, Nacken- und Rückenschmerzen, leiden vor allem die Augen. Screen-Nutzer:innen klagen oft über juckende, überanstrengte Augen und verschwommene Sicht. Aber auch soziale Folgen, wie sinkende Intimität in Partnerschaften und Isolation, können durch eine hohe Bildschirmzeit begünstigt werden. Die zehn schlimmsten Folgen fasst die folgende Grafik für dich zusammen:

Mit einem Klick auf das Bild gelangst du zur größeren Ansicht, © Lenstore

Blaues Licht als Stressfaktor für die Augen

Bildschirme strahlen vor allem blaues Licht aus, welches als besondere Belastung für die Augen gilt. Als Antwort auf dieses Problem verfügen viele mobile Endgeräte inzwischen über einen aktivierbaren Blaulichtfilter und die meisten Laptops und Computer haben dafür einen Nachtmodus. Expert:innen raten außerdem zum Tragen einer Brille mit Blaulichtfilter (diese gibt es auch ohne Sehstärke) sowie dazu, nicht im Dunkeln vor Bildschirmen zu sitzen.

Andere Untersuchungen vertreten jedoch die Meinung, dass primär nicht Blaulicht das Problem ist, sondern die Art, wie wir mobile Endgeräte und Co. nutzen. Professor Phillip Yuhas, Optometrist an der University of Ohio, erklärt gegenüber Lenstore:

Wir sind im Freien mehr blauem Licht ausgesetzt als von jedem Tablet oder Computer. Unternehmen versuchen, in einem Lichtspektrum ein ‚Feindbild‘ zu finden, obwohl der Nachweis nicht da ist.

Die folgenden Verhaltensweisen hält Yuhas eher für die Übeltäter: Zum einen halten viele Menschen ihr Smartphone oder Tablet zu dicht vor das Gesicht, wodurch die Augen eine leicht schielende Haltung einnehmen und die Muskeln sich anspannen beziehungsweise verspannen. Hinzu kommt, dass wir vor Bildschirmen seltener Blinzeln, wodurch die Augen schneller austrocknen. Welche Expert:innenmeinung nun die richtige ist, lässt sich nicht einfach bestimmen. Es gibt Beweise, die sowohl Blaulicht als auch die falsche Nutzung von Endgeräten als Ursachen für Augenbelastung unterstützen.

10 Tipps zum Schutz der Gesundheit vor Bildschirmen

Unabhäng von den Streitigkeiten unter den Expert:innen, haben die Autor:innen der Lenstore-Studie eigene Tipps zusammengefasst, die dich und deine Gesundheit vor der Belastung durch erhöhte Bildschirmzeit schützen sollen. Dazu gehören das kontrollieren und regulieren der täglichen Screen Time, das Planen von Aktivitäten abseits des Bildschirms sowie das Hinterfragen des eigenen Screen-Verhaltens. Die anschauliche Grafik von Lenstore bietet einen detaillierten Überblick über die Schutzmaßnahmen, die unseren digitalen Alltag entspannter und gesünder gestalten können:

Mit einem Klick auf das Bild gelangst du zur größeren Ansicht, © Lenstore

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