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Hier werden Familie und Beruf am besten vereinbart – die familienfreundlichsten Branchen Deutschlands

Hier werden Familie und Beruf am besten vereinbart – die familienfreundlichsten Branchen Deutschlands

Josephine Pump | 02.03.20

Familienfreundliche Branchen sind beliebt, doch was beinhaltet der Begriff eigentlich? Und welche Branchen in Deutschland gehören dazu? Das und vieles mehr kannst du hier lesen.

Wie wir wissen, fordern Arbeitnehmer vermehrt mehr Freizeit, beziehungsweise die Möglichkeit, mehr Zeit für ihre Familie zu haben. Darum bieten viele Firmen ihren Mitarbeitern Benefits wie Sabbatical, drei Monate Pflegezeit oder Home Office an. Doch welche Branchen sind im Durchschnitt eigentlich die familienfreundlichsten? Damit du dich nicht kreuz und quer bewerben musst, zeigen wir dir hier eine Liste mit den Branchen, welche die Balance zwischen Familie und Arbeit gut drauf haben.

Die vier familienfreundlichsten Branchen laut Kununu-Bewertungen. © Kununu

Um überhaupt in diese Liste zu kommen, mussten mindestens 60 Prozent der Mitarbeiter die Bereiche flexible Arbeitszeiten, die Möglichkeit zum Home Office, Kinderbetreuung und betriebliche Altersvorsorge positiv bewerten. Dabei mussten die Möglichkeit zum Home Office und flexible Arbeitszeiten gesondert mindestens von 70 Prozent bestätigt worden sein. Die Energiewirtschaft, Banken, die IT-Branche und die Unternehmensberatungsbranche sind von Kununu für ihr hohes Gehalt, ihre flexiblen Arbeitszeiten und die Möglichkeit, Home Office nutzen zu können, mit den ersten vier Plätzen der Top 10 belohnt worden.

Familie und Beruf: Diese Kriterien müssen beachtet werden

Um sich als familienfreundliches Unternehmen zu qualifizieren, müssen mehrere Kriterien erfüllt sein. Die großen drei lauten flexible Arbeitszeiten, Home Office und Kinderbetreuung. Dazu kommen noch solche wie eine betriebliche Altersvorsorge, angemessene Elternzeit und gute Wiedereinstiegsmöglichkeiten nach der Elternzeit. Auf das Unternehmen können bei der Umsetzung dieser Maßnahmen einige Schwierigkeiten zukommen. Haufe hat eine Liste mit den Möglichkeiten, wie man ein familienfreundlicheres Unternehmen erschaffen kann, erstellt.

Maßnahmen und mögliche Stolpersteine, denen man begegnen könnte. © Haufe

Wie man hier sieht, bringt jede Maßnahme einen gewissen Aufwand mit sich. Dieser ist jedoch meist überschaubar und sollte sich für jedes Unternehmen lohnen. Viele der Maßnahmen haben schließlich zur Folge, dass sich die Loyalität der Mitarbeiter steigert. Es ist dadurch weniger wahrscheinlich, dass sie kündigen und in eine andere Firma wechseln, was auf lange Sicht eines der Ziele jeder Firma sein sollte.

Familienfreundliche Maßnahmen sind wichtig – selbst ohne Familie

Das Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend hat zu diesem Thema eine Umfrage durchgeführt, bei der die Ergebnisse von 2.335 der insgesamt 2.500 Teilnehmer ausgewertet wurden. Diese Umfrage wurde seit 2003 alle drei Jahre durchgeführt, die aktuellste ist daher aus 2018.

Antworten auf die Frage „Wie wichtig sind familienfreundliche Maßnahmen?“ © BMFSFJ

Der Unterschied, den drei Jahre machen können, ist enorm. Der jeweils erste Balken sind die Ergebnisse aus dem Jahr 2015 und die zweiten Balken kommen von der Umfrage im Jahr 2018. Dazu gibt es noch eine Aufteilung in „Firmen“ und „Mitarbeiter“, wobei jedoch beiden fast dieselbe Frage gestellt wurde. ‚Was denken Sie, wie wichtig familienfreundliche Maßnahmen sind?‘. Die Unternehmen gaben eine deutliche Fehleinschätzung ihrer Mitarbeiter an, denn wie im zweiten Teil der Grafik sichtbar, sind familienfreundliche Maßnahmen für 78,3 Prozent der Mitarbeiter ohne Kinder oder pflegebedürftige Angehörige wichtig, entgegen der geschätzten 57,1 Prozent.

„Inwieweit treffen die folgenden Aussagen aus Sie zu?“ © BMFSFJ   

In Unternehmen, die keine ausgeprägt familienfreundliche Unternehmenskultur führen, fürchten 45,4 Prozent der befragten Mitarbeiter, benachteiligt zu werden, falls sie die angebotenen Maßnahmen nutzen. Nur 36,2 Prozent der Mitarbeiter aus einem Unternehmen mit ausgeprägt familienfreundlicher Unternehmenskultur teilen diese Sorge. 47,2 Prozent der Befragten aus der ersten Kategorie gaben an, ihr Chef sehe es nicht gern, wenn sie die familienfreundlichen Maßnahmen nutzen. 40,1 Prozent gaben an, ihre Kollegen würden es nicht gutheißen. Außerdem sagten 49,5 Prozent der Mitarbeiter aus schwach ausgeprägten Unternehmenskulturen, in ihrer Firma könne man nur etwas aus sich machen, wenn man auch außerhalb der Arbeitszeit für berufliche Belange verfügbar wäre. Dabei stimmten 44,6 Prozent aus ausgeprägten familienfreundlichen Unternehmenskulturen zu.

„Warum sind Ihnen familienfreundliche Maßnahmen Ihres Unternehmens wichtig?“ © BMFSFJ

Maßnahmen können sich für alle Unternehmen lohnen

Ganz klar wird hier, dass – selbst wenn das Angebot nicht genutzt wird – jeder Mitarbeiter die allgemeine Unternehmenskultur eines familienfreundlichen Unternehmens wertschätzt und sie als Aushängeschild für die gesamte Firma dient. Es zeigt, wie Menschen in einem Unternehmen behandelt werden. Immerhin sagen 89,2 Prozent der Beschäftigten ohne Kinder oder pflegebedürftige Angehörige, dass familienfreundliche Maßnahmen für sie ein Ausdruck einer Unternehmenskultur seien, in denen Menschen wichtig sind. 56,2 Prozent der Befragten mit Kindern unter 15 Jahren und 49,6 Prozent mit pflegebedürftigen Angehörigen nutzen diese Maßnahmen bereits. 67,2 Prozent der Befragten ohne Kinder oder pflegebedürftige Angehörige gaben an, diese Maßnahmen seien für ihre zukünftige Familienplanung wichtig, sodass sie sich auch in Zukunft keine Sorgen machen müssen, falls ein Angehöriger plötzlich erkrankt oder dass ihr Job gefährdet sein könnte, wenn sie mit der Familienplanung beginnen.

Familienfreundliche Maßnahmen werden immer wichtiger, wie aus den obigen Statistiken hervorgeht. Wer also loyale, motivierte Mitarbeiter bei sich behalten möchte, sollte in einige der genannten Maßnahmen investieren, denn es scheint sich zu lohnen. Sowohl für die Firma als auch für die Mitarbeiter.

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