Wie Soft Skills dich bei der Bewerbung gut aussehen lassen

Für viele Arbeitgeber sind es die Soft Skills der Bewerber, die sie voneinander unterscheiden. Doch was genau beinhaltet das und wie kannst du damit punkten?

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Bei der Bewerbung musst du dich gegen Bewerber mit meist ähnlichen fachlichen Fähigkeiten durchsetzen. Um über diese Hard Skills hinaus zu überzeugen, solltest du weitergehende Kompetenzen betonen: deine Soft Skills. Welche Fähigkeiten das sein können und wie du sie angemessen zu deinem Vorteil nutzt, zeigen die folgenden Ausführungen beispielhaft.

Hard Skills und Soft Skills – die Mischung macht’s

Während Hard Skills berufsspezifische Qualitäten darstellen, die relativ gut zu definieren oder gar zu messen sind, gestaltet sich eine Eingrenzung von Soft Skills schwieriger. Dabei werden sie häufig als überfachliche Kompetenzen beschrieben, die soziale, persönliche und auch methodische Fähigkeiten darstellen. Da Hard Skills bei einer Bewerbung für einen speziellen Job gewissermaßen vorausgesetzt werden, können nun die Soft Skills ein Merkmal deiner Qualifikation für diesen Job sein. Etwa dann, wenn sich mehrere ähnlich ausgebildete Absolventen oder Arbeitnehmer für einen Job im Marketing bewerben. Doch sollten die Hard Skills keinesfalls unter der Ausbildung der Soft Skills leiden. Eine gute Mischung dürfte jeden Arbeitgeber ansprechen.

Allerdings hat in manchen Berufsfeldern das Beherrschen fachlicher Kompetenzen durchaus mehr Gewicht. Man denke an Anwälte oder Piloten. Doch in vielen Branchen ist das Überfachliche heutzutage von Belang. Deshalb zeigen wir, wie sich Soft Skills manifestieren können.

Wichtige Soft Skills, die auch das Job Interview unterstützen

Es können in diesem Gebiet zahlreiche Kompetenzen aufgeführt werden. Drei Kategorien bilden dabei aber ein gutes Gerüst, um zu verdeutlichen, in welchen Gebieten derlei Fähigkeiten gefragt sind.

  • Professionalität
  • Zwischenmenschliches
  • Leader- und Management Skills

Professionalität ist also den Soft Skills zuzuordnen, obwohl auch diese Eigenschaft von Arbeitgebern vorausgesetzt wird. Eigenschaften wie Belastbarkeit, Arbeitsmoral, Motivationsfähigkeit oder auch die Organisation und das Zeitmanagement werden gern von Bewerbern angeführt. Dabei zeigt sich erst nach einiger Zeit, ob deren Selbsteinschätzung richtig ist. Kommt es aber zu einem Probearbeiten oder gar zur Probezeit, kann man seine Professionalität unter Beweis stellen. Mit der Liebe zum Detail kann man ebenso überzeugen wie mit einer Arbeitseinstellung, die über das Geforderte hinausgeht.

Schon im Interview kann man diese Fokussierung deutlich machen, indem man sich minutiös vorbereitet und über das Unternehmen, wichtige Personen etc. gut Bescheid weiß. Doch dabei sollte man sein Wissen nicht „heraushängen“ lassen. Das gilt allgemein für die Angabe von Soft Skills. Denn sie offenbaren sich mehr in Taten und im Auftreten als in Worten. Zur Professionalität gehören also auch die Verhaltensweisen im Interview. Laut Career Builder halten 49 Prozent der Befragten Arbeitgeber unangemessene Kleidung auch heute noch für den besten Weg, ein Job Interview in den Sand zu setzen. Demnach solltest du im Vorwege immer prüfen, wie man sich bei dem Unternehmen kleidet. Allerdings gaben auch 66 Prozent an, dass offensichtliches Lügen das größte Problem im Job Interview sei. Und immerhin 59 Prozent meinten, Arroganz ruiniere das Job Interview. Daher sollte Prahlerei vermieden werden.

Das Zwischenmenschliche muss stimmen

Diese floskelhafte Wahrheit zeigt sich schon an einer weiteren Statistik. Etwa die Hälfte der Arbeitgeber weiß nach spätestens fünf Minuten, ob ein Kandidat für den Job geeignet ist. Auch hier spielen neben den berufsspezifischen Qualifikationen – die dem Interviewer in der Regel ja im Vorhinein bekannt sind – vor allem zwischenmenschliche Kompetenzen eine Rolle. Ob etwa ein Kandidat tatsächlich eine gute Kommunikationsfähigkeit inne hat, zeigt sich mitunter auch beim Interview. So muss dieser gut zuhören können, um gegebenenfalls wiedergeben zu können, was ihm von Seiten des Interviewers gesagt wurde. Aber auch die Mimik und Gestik kann Bände sprechen. Als größter Fehler der Körpersprache in einem Job Interview wird mangelnder Augenkontakt (67 Prozent) angegeben, so Career Builder weiter.

Emotionale Intelligenz, Empathie oder Networking Skills sind Fähigkeiten, die für ein gutes Miteinander hilfreich sind, jedoch nicht in gleichem Maße von jedem Mitarbeiter erwartet werden können. Dennoch kannst du deine soziale Stärke zeigen, indem du zum Beispiel Co-Working betreibst, Seminare gibst oder starke und langfristige Beziehungen zu Kunden aufbaust. Letzteres ist natürlich auch das Interesse deines potentiellen Arbeitgebers. Beweisen kannst du solche Fähigkeiten etwa in Gruppeninterviews bei Vorstellungsgesprächen oder bei Aufgaben, die dabei gestellt werden. Aber auch ein gewisser Charme kann dir behilflich sein, um deinen möglichen Arbeitgeber von dir zu überzeugen; dann vielleicht in weniger als fünf Minuten.

Management ist nicht nur für „Manager“ relevant

Fähigkeiten, die dich als Leiter einer Gruppe oder eines Projekts prädestinieren, sind nicht nur dann von Interesse, wenn du eine übergeordnete Position bekleiden willst. Das strukturierte Delegieren von Arbeitsprozessen ist für beinah jeden Arbeitnehmer ein Thema. Wer sich darin als effizient erweist, bietet sich womöglich auch für höhere Aufgaben an. Hierzu bedarf es jedoch auch einer ausgeprägten sozialen Kompetenz. Problemlösungen und Konfliktbewältigung sind wichtige Bestandteile der Arbeit und lassen sich mit derlei Soft Skills besser meistern. Wer Verantwortungsbewusstsein an den Tag legt, dem können folgende Aufgabenbereiche zugewiesen werden:

  • Leitung eines Projekts mit mehreren Mitarbeitern
  • innovative Lösungsansätze mit messbaren Resultaten einbringen
  • Kampagnen und Verkäufe, die Finanzabwicklung überwachen
  • zielführende Analysen einsetzen

Soft Skills, die dich zur Leitung von etwas befähigen, sind schwer messbar und auch nicht einfach zu erlernen. Dennoch ist der Wille zur Übernahme solcher Aufgaben ein erster Schritt auf der Karriereleiter; denn (fast) jeder hat mal klein angefangen.

Soft Skills in der Bewerbung angeben?

Da die überfachlichen Kompetenzen meist keiner Messbarkeit unterliegen und zum Teil auch subjektiv sind, lohnt es sich nicht, sie um ihrer Selbst willen in eine Bewerbung einzubauen, ganz nach dem Motto: „ich bin kommunikativ“. Das ist nichtssagend und wird dich nicht von anderen Bewerbern abheben. Angeben kannst du jedoch Workshops oder Seminare, die du besucht hast, um solche Fähigkeiten zu optimieren. Das wird dem Adressaten deiner Bewerbung nicht nur deine vermeintlichen Fähigkeiten näherbringen, sondern auch von deinem Engagement und dem Wissen um die Relevanz dieser Skills zeugen.

Auch messbare Erfolge, die in Zusammenhang mit deinen Soft Skills stehen, kannst du anführen. Etwa Zahlen zur Kundengewinnung, die auf deinem Networking basiert oder ähnliches. Hast du Produktionsabläufe optimieren können, kannst du das auch angeben, wobei solche Angaben immer sachlich gehalten werden sollten.

Um dich mit deinen Soft Skills von Mitbewerbern abzuheben, ist es vonnöten, deine größten Stärken in diesem Bereich für dich selbst herauszustellen. Dann kannst du sie ausprobieren, optimieren und letztlich voller Selbstvertrauen einsetzen. Lass aber deine fachlichen Fähigkeiten darüber nicht außer Acht. Machst du dir die Mühe, deine Soft Skills trotz ihres vagen Charakters zu präsentieren, ist dir schon eine überfachliche Qualität inne.

Versuche auch nicht, dich zu verbiegen, um eine spezielle Fähigkeit zu erwerben. Authentizität spielt schließlich bei der Bewerbung auch eine große Rolle. Erkenne deine Stärken und nutze sie zu selbstbewusstem Handeln. Auch das ist ein Soft Skill, dabei jedoch überaus stark.

Quelle: Career Builder

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