Grüne neue Welt: Junge Menschen wollen Arbeit und Umweltschutz kombinieren

Vielen jungen Menschen ist der Umweltschutz ein immer drängenderes Thema. Daher fordern sie auch in ihrem Job Zugeständnisse. Das eröffnet Recruitern Chancen.

Eine grüne Arbeitswelt ist vielen Arbeitnehmern wichtig, © Netzwerk Grüne Arbeitswelt

Klimaschutz betrifft nicht nur einige Menschen, sondern unseren gesamten Planeten. Trotzdem zeigen gerade junge Menschen zuletzt eine große Aktivität, wenn es um eine grünere Zukunft geht. Ob die inzwischen populäre Aktivistin Greta Thunberg oder die Bewegung #FridaysforFuture, der Umweltschutz wird zu einem wichtigen Bestandteil des Alltags vieler. All die Schüler, Studentinnen oder Azubis, die jetzt auf die Straße gehen, werden in zukünftigen Jobs auf grüne Strukturen hoffen. Gerade damit können Unternehmen Talente künftig locken.

Grün sein wird immer attraktiver – auch für Arbeitgeber

Am 15. März stehen weltweit Streiks für eine Verkehrswende im Rahmen von FridaysforFuture an. Der Twitter Account der Bewegung in Deutschland hat bereits 10.000 Follower gewonnen.

Die Bewegung für den Umweltschutz ist dabei nicht nur ein Hype, vermutet Sozial-, Bildungs- und Gesundheitswissenschaftler Klaus Hurrelmann im ZDF-Interview. Er meint:

Die Jüngeren haben keine wirtschaftliche Not mehr, völlig anders als die Generationen davor. Sie haben keine Ängste, in Ausbildung und Beruf zu kommen. Und das macht sie politisch und führt zu den gegenwärtigen Bewegungen.

Die klimapolitische Stimmung ist allgegenwärtig. Doch wie verhält es sich damit, wenn man auf Jobsuche ist? Können gerade junge, aber Menschen allgemein an den Arbeitgeber den Anspruch stellen, dass dieser ebenso für den Klimaschutz eintritt? Und inwieweit ist das beim Arbeitgeber überhaupt möglich? Es scheint, als wären in Zeiten eines stärker werdenden Fachkräftemangels, insbesondere im Bereich IT, grüne Benefits ein starker Pull-Faktor bei der Werbung von Talenten.

Umweltschutz funktioniert in vielen Berufsfeldern

Schon die Jüngsten machen sich über künftige Jobs Gedanken. Dass sie dabei etwas Gutes für die Umwelt tun möchten, wird schon in einem Video der Initiative Netzwerk Grüne Arbeitswelt deutlich.

Diese Initiative wird unter anderem vom Bundesverband der grünen Wirtschaft und dem Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz und nukleare Sicherheit gefördert. Auf der Website wird den Nutzern ganz konkret vorgestellt, welche Branchen für den Umweltschutz zentral sind, welche Berufe es in diesen Bereichen gibt und mit welchen Ausbildungen, Studiengängen oder Weiterbildungen sie zu ergreifen sind. Wer sich etwa für „Nachhaltige Mobilität, Tourismus, Land- und Stadtentwicklung“ interessiert, kann einerseits mit einem Studium des Verkehrsingenieurwesens oder der Elektromobilität, andererseits aber auch mit einer Ausbildung zum Fahrradmonteur oder Elektroniker für Betriebstechnik etwas bewirken.

Außerdem zeigt das Netzwerk Unternehmen auf, die als besonders grün gelten können: darunter VAUDE, das programm oder Franz der Bettenbauer. Gelingt es einem Arbeitgeber hier aufzutauchen, so gewinnt er einen unschätzbaren Mehrwert beim Versuch Menschen von der Arbeit bei sich zu überzeugen.

Denn als klimafreundlich wollen sich natürlich alle Unternehmen darstellen. Doch in Zukunft werden neben den vielfältigen Berufsfeldern, die einen eher direkten Einfluss auf das Klima haben können, insbesondere Fachkräfte im digitalen Bereich gesucht. Vor allem Büroarbeit ist angesagt – oder eben Home Office.

Was können Arbeitgeber tun, um sich umweltfreundlich zu zeigen?

Stichwort Home Office. Bei vielen Bürojobs ist das Arbeiten von Zuhause aus oder aus dem Café etc. logistisch kein Problem mehr. Junge Arbeitnehmer erwarten beinah die Option. Was die Möglichkeit des Home Office außerdem mit sich bringt, ist eine Schonung der Umwelt, weil dadurch einfach weniger Menschen auf den Straßen unterwegs sind – auch mit dem Auto.

Für Arbeitnehmer kann aber auch die Förderung von umweltfreundlichem Fahren von Vorteil sein. So könnte ein Unternehmen einen Job auch schmackhaft machen, indem man den Mitarbeitern eine Art Pauschale oder anderweitige Unterstützung zusichert, wenn sie mit dem Rad fahren. Für größere Unternehmen ist auch die Überlegung, eigene Räder zur Verfügung zu stellen, sinnvoll.

Ein weiterer, beinah zu banaler Aspekt ist das Begrünen des Büros. Pflanzen können nicht nur die Büroatmosphäre optimieren, sondern sind sowieso gut für die Umwelt. Und wenn man schonmal dabei ist, kann man auch gleich dafür sorgen, dass etwaige Obstkörbe, Gemüsebestellungen etc. im Unternehmen regionale Herkünfte haben. Zudem könnte man bei Flugreisen zweimal überlegen, ob sie Not tun.

Klimaschutz darf nicht zum leeren Versprechen werden

Es gibt zahlreiche Aspekte, auf die man schon im Kleinen achten kann. Diese werden eine Klimawende allein nicht herbeiführen. Doch Arbeitnehmer werden sich dennoch Gedanken über ihre eigenen Klimaschutzbestrebungen machen müssen. Das Interesse ist groß. Im Sportbereich ist der englische Viertligist Forest Green Rovers der erste UN-zertifizierte klimaneutrale und vegane Fußballverein weltweit – nun fragen viele andere Vereine nach Hilfestellung.

Ob Ökostrom, Elektromobilität oder klare Werte, die ein grünes Unternehmen ausmachen: in jeder Branche können sich Unternehmen mit diesem Prädikat für künftige Arbeitnehmer als primäre Anlaufstellen etablieren. Dabei ist jedoch darauf zu achten, dass keine Werte vorgetäuscht oder falsche Versprechungen gemacht werden. Noch negativer als Unternehmen, die nichts auf den Umweltschutz geben, sind solche, die nur so tun, als täten sie es.

Natürlich sind Unternehmen auch sehr gut beraten, auf Transparenz, Gleichberechtigung und ein ausgeglichenes Work-Life-Verhältnis zu achten. Glücklicherweise gehen diese Aspekte oft Hand in Hand. Vielleicht können Arbeitgeber sich vor dem nächsten Vorstellungsgespräch einen Aspekt vornehmen, der grüner werden könnte. Junge Talente hingegen haben dank Social Media und Co. viel Raum, um die umweltfreundlichen Unternehmen und deren Angebote ausfindig zu machen.

Schaut doch mal beim Netzwerk Grüne Arbeitswelt rein.

Über Niklas Lewanczik

Niklas Lewanczik

Niklas hat an der Uni Hamburg Deutsche Sprache und Literatur sowie Medien- und Kommunikationswissenschaften studiert und schreibt als Redakteur über Social Media, SEO und innovative Themen im Kontext des digitalen Marketing. Wenn er sich nicht gerade dem Marketing zuwendet, dann womöglich den Entwicklungen im modernen Fußball oder dem einen oder anderen guten Buch.

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