Freitags frei: Für mehr Produktivität, Zufriedenheit und Nachhaltigkeit

Microsoft Japan testet die 4-Tage-Woche. Die Ergebnisse zeichnen ein durchweg positives Bild, denn den Mitarbeitern geht es besser und gleichzeitig wird die Umwelt geschont.

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Schon oft haben wir über das Konzept der 4-Tage-Woche berichtet, ihre Vor- und Nachteile analysiert und kleinere Unternehmen begleitet, die das Ganze getestet haben. Nun hat sich mit Microsoft Japan auch ein Global Player an das Experiment gewagt. Jetzt veröffentlichte das Unternehmen die Ergebnisse – und diese sind durchweg positiv.

Mehr freie Tage = Weniger Arbeit?

Unter dem Namen „Work-Life Choice Challenge Summer 2019“ gab Microsoft Japan etwa 2300 Angestellten an fünf Freitagen frei. Diese zusätzlichen Tage veränderten weder das Gehalt, noch das Urlaubskontingent. Zusätzlich soll es noch Zuschüsse im Wert von 100.000 Yen (circa 800 Euro) für Familienurlaub oder Weiterbildungen gegeben haben. Wie immer stellt sich an dieser Stelle die Frage, ob der fehlende Arbeitstag sich auf die Produktivität auswirkt. Die Antwort lautet: Ja, aber positiv. Denn durch die 4-Tage-Woche waren die Angestellten dazu gezwungen, ihre Zeit effektiv zu nutzen und einzuteilen. Doch dazu später mehr. Microsoft Japans CEO sagt zum Experiment:

Work a short time, rest well and learn a lot. It’s necessary to have an environment that allows you to feel your purpose in life and make a greater impact at work. I want employees to think about and experience how they can achieve the same results with 20 percent less working time.

Weniger Arbeitstage schonen die Umwelt: Die Ergebnisse aus Japan

Wie schon erwähnt, stieg die Produktivität durch das Experiment – um ganze 39,9 Prozent. Anstatt sich also von Smartphone, News Flash und Kaffeeklatsch ablenken zu lassen, wurde die Arbeitszeit effizienter gestaltet. Dazu gehörte unter anderem, dass Meetings als größte Zeitfresser gekürzt oder ganz weggelassen wurden. Außerdem nahmen die Angestellten sich durch die verkürzte Arbeitswoche seltener frei. Doch abgesehen davon, dass ausgeruhte, zufriedene Mitarbeiter besser arbeiten, zeigte der Test noch etwas: Eine kürzere Arbeitswoche schont die Umwelt. Der Stromverbrauch des Unternehmens sank um 23,1 Prozent und es wurden 58,7 Prozent weniger Kopien und Ausdrucke angefertigt.

Insgesamt nahmen die Angestellten das Experiment positiv wahr. Zwar fiel es einigen Mitarbeitern, die direkt mit Kunden arbeiten, schwer, am Freitag abzuschalten während der Rest der Welt sich weiter drehte, doch über 92 Prozent sind für die Verkürzung der Arbeitswoche.

Es wird Zeit für die Veränderung

Microsoft Japan ist nicht das einzige Unternehmen, das gezeigt hat, dass die 4-Tage-Woche funktioniert und erstrebenswert ist. Konzepte wie dieses wurden weltweit getestet und die Ergebnisse sprachen immer für sich. Die verkürzte Arbeitszeit sorgt dafür, dass Angestellte sich weniger schnell ablenken lassen und ihre Zeit auch wirklich nutzen. Konzentrierteres, effizienteres Arbeiten steigert die Produktivität und gleichzeitig die Zufriedenheit und Gesundheit der Mitarbeiter. Eine Win-Win-Situation also. Und zugegeben, das Prinzip lässt sich nicht eins zu eins auf jede Branche übertragen. Doch es gibt für die meisten Berufsgruppen Konzepte und Möglichkeiten, den Angestellten entgegenzukommen, ohne dabei Einbußen zu machen. Und dort, wo es machbar ist, sollte die 4-Tage-Woche eingeführt oder wenigstens einmal ausprobiert werden. Verliert eure Angst vor dem Neuen und lasst den Fortschritt zu – Unternehmen und Mitarbeiter werden es euch danken.

Über Michelle Winner

Michelle Winner

Nachdem Michelle Winner Erfahrungen in einer Lokalzeitung und im Eventbereich gesammelt hat, unterstützt sie nun seit 2017 die Redaktion und schreibt für das OnlineMarketing.de Karrieremagazin über Themen rund um den Büroalltag.

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