Alibaba-Gründer Jack Ma: Soft Skills werden in Zeiten von KI entscheidend

KI verändert die Arbeitswelt und macht Soft Skills zur entscheidenden Fähigkeit von Angestellten. Sichern Empathie und kritisches Denken Arbeitsplätze?

Jack Ma auf dem World Economic Forum. © Screenshot von YouTube

Jack Ma, Gründer des Onlinehandel-Riesen Alibaba, der kürzlich seinen Rücktritt bekannt gab, prognostiziert eine Entwicklung für den Arbeitsmarkt: Menschen müssten ihre Soft Skills weiterentwickeln, um sich in Zeiten von Künstlicher Intelligenz gegen diese zu behaupten. Doch welche Branchen sind die betroffenen, welche Arbeitnehmer haben Angst um ihren Job und sind diese Sorgen gerechtfertigt?

Alibaba-Gründer ist sich sicher: Soft Skills gewinnen an Bedeutung

Auf dem World Economic Forum im Januar 2018 erklärte Jack Ma, dass wir niemals in der Lage sein werden mit KI zu konkurrieren. Denn Software, die mit Künstlicher Intelligenz ausgestattet ist, wird immer schlauer als der Mensch sein. Dennoch meint Ma, dass KI der Menschheit eine großartige Möglichkeit bietet, deren Risiken man aber nicht außer Acht lassen dürfe. Jack Ma erklärt:

But I don’t like this debate that Artificial Intelligence and Big Data is going to be a threat so human beings. I think AI should support human beings. The technology should always do something that enabels people not disables people.

Er ist sich sicher: KI wird viele Jobs überflüssig machen. Vieles werde in Zukunft von Maschinen oder Robotern übernommen werden. Damit Angestellte sich in einer Arbeitswelt mit KI behaupten können, ist Ma der festen Überzeugung, dass es dafür nur eine Lösung gebe: die Aneignung von Soft Skills.


Studie: In welchen Branchen gefährdet KI Arbeitsplätze?

Der Anteil an Arbeit, den Roboter bereits heute in verschiedenen Branchen Menschen abgenommen haben.

Eine Studie von MindEdge fand heraus, welche Branchen in den USA bereits Roboter oder andere Formen der KI in den Arbeitsablauf integriert haben. Aus dieser Untersuchung geht hervor, dass vor allem in der Produktherstellung bereits zu 58 Prozent mit intelligenter Software produziert werde. In der Technologie übernehmen KI und Roboter schon 56 Prozent der Arbeit, während in der Servicebranche knapp über ein Drittel der anfallenden Aufgaben automatisch erledigt werden.

So haben laut der Erhebung über die Hälfte der Mitarbeiter, deren Firmen bereits Roboter und Ki adaptiert haben, Angst, dass ihre Jobs in Gefahr sind. 42 Prozent glauben weiterhin, dass zwangsläufig Arbeitsplätze aufgrund von Automatisierung wegfallen werden. Besonders Angestellte im technologischen Bereich sorgen sich um ihre Jobsicherheit. 35 Prozent sind von Ängsten geplagt.  und 45 Prozent bangen sogar in den nächsten zwölf Monaten um ihre Anstellung. Und obwohl in der Produktion die meiste Technik Einzug findet, äußerten in diesem Sektor nur 28 Prozent der Mitarbeiter Sorgen um ihren Arbeitsplatz.

Die größte Sorge um ihren Job haben Führungskräfte und Mitarbeiter im technologischen Sektor.

Der entscheidende Unterschied zwischen Menschen und KI: Soft Skills

Wie sind Angestellte vor diesem Hintergrund gut beraten? Welche Qualitäten sollten sie sich aneignen, um in Zukunft neben ihren Konkurrenten von Robotern und Technik herausstechen zu können? Zum einen müssen Hard Skills weiterentwickelt werden. Dazu gehören Fähigkeiten wie zum Beispiel das Programmieren und Datenanalyse. Aber vor allem ist die Aneignung von Soft Skills für viele Angestellte künftig essentiell. Kritisches Denken, Kreativität, Kommunikation und Empathie zählen zu den qualifizierenden Fähigkeiten.

Rachel Russel erklärt auf der Website HRTechnologist, warum ausgerechnet Soft Skills ein entscheidendes Kriterium darstellen. Sie glaubt, dass diese Fähigkeiten in Zukunft in der Arbeitswelt der Schlüssel zum Erfolg sein werden. Denn Berufsfelder, in denen Hard Skills entscheidend sind, könnten leichter von KI übernommen werden. Aber Berufe, in denen es auf zwischenmenschliche Interaktion ankomme, beispielsweise Sozialarbeit oder Psychologie, leben von Soft Skills. Authentizität, Empathie und Sorge um jemanden kann keine Maschine gewährleisten. Doch in der MindEdge Studie glauben die befragten US-Manager, dass Angestellte eher einen Mangel an Soft Skills, aber auch an Hard Skills aufweisen.

Hard- oder Soft Skills? US-Manager verschiedener Branchen beurteilen woran es ihren menschlichen Mitarbeitern mangelt.

Sind die Ängste um die Arbeitsplätze berechtigt?

Die Ergebnisse der Studie machen deutlich, dass viele Angestellte um ihren Arbeitsplatz fürchten. Doch sind die Ängste überhaupt notwendig? Googles Chef-Ökonom Hal Varian glaube beispielsweise, dass eine Digitalisierung, die Jobs überflüssig macht, nur langsam voranschreite. Er glaubt, dass der demographische Wandel, durch den viele Arbeitskräfte fehlen werden, den Arbeitsplatzabbau abfangen wird.

Natürlich werden sich die Strukturen des Arbeitsmarkts zwangsläufig verändern. Eine Analyse von Joblift zum digitalen Arbeitsmarkt in Deutschland zeigt aber, dass die Digitalisierung auch neue Stellen schafft. In Beratung und Consulting, in der IT und im Management ist die Nachfrage nach Fachkräften gestiegen. Dennoch kann nicht verleugnet werden, dass in der Produktion, im Lager oder im Verkauf Arbeitsplätze wegfallen werden.

Klar ist also, dass KI einen immer breiteren Einzug in die Arbeitswelt finden wird. Auch wenn Jack Ma der Überzeugung ist, dass Künstliche Intelligenz uns Menschen unterstützen sollte, zeigt die Studie von MindEdge, dass viele Arbeitnehmer dieser Entwicklung dennoch mit Sorge, ja sogar Angst, gegenüberstehen. So sollen es laut dem Alibaba-Gründer Soft Skills richten. Das sei der entscheidende Unterschied zwischen Menschen und Computern. Die gefragten Soft Skills in zehn Jahren werden nach einer Studie von LinkedIn dann funktionsübergreifende Kompetenzen, Gesprächs- und Verhandlungsführung sowie Team- und Mitarbeiterführung, aber auch Kritikfähigkeit und interkulturelle Kompetenzen sein. Es zeigt sich, dass Soft Skills in Zukunft mehr und mehr qualifizieren werden.

Über Maja Hansen

Maja Hansen

Seit 2017 unterstützt Maja die Redaktion von OnlineMarketing.de. Dabei widmet sie sich primär dem Karrieremagazin mit den Themenfeldern rund um Jobs und Karriere, schreibt aber auch über digitales Marketinggeschehen.

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