5 Mindsets, die es braucht, um New Work zu verstehen – und umzusetzen

Will man Arbeit 4.0 meistern, muss man konservativen Einstellungen den Rücken kehren und Platz schaffen für neue Arbeitsmodelle und Führungsprinzipien.

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Egal ob man es New Work oder Arbeit 4.0 nennen möchte: Das Thema ist in aller Munde und Kernpunkt zahlreicher Debatten. Egal ob neue Arbeitsmodelle, ein veränderter Arbeitsmarkt, Digitalisierung und eine neue Arbeitsmoral – der Arbeitsalltag soll aufgerüttelt und endlich den momentanen Gegebenheiten angepasst werden. Doch obwohl die New Work-Bewegung immer mehr an Zulauf gewinnt, scheint es überall noch Zweifel, Fragen und Unsicherheit zu den Konzepten zu geben. Deshalb möchten wir fünf Mindsets erläutern, durch die Arbeit 4.0 unseren Alltag revolutionieren wird – und muss.

1. Mitarbeiter sind das größte Gut eines Unternehmens

Mitarbeiter müssen in ihrer Arbeitsweise befähigt sein, schnell auf veränderte Umstände zu reagieren. Dafür braucht es eine gewisse Entscheidungsfreiheit, die immer noch zu wenige Chefs gewähren. Dabei ist es wichtig, strenge Hierarchien aufzubrechen und Verantwortungen abzugeben. Doch leider scheint es so, dass noch zu viele Geschäftsführungen Angst davor haben, ihre „Macht“ zu verlieren. Das resultiert in ständigen Nachfragen der Mitarbeiter, ob sie Probleme auf bestimmte Weise lösen dürften – eine elendige Vergeudung von Zeit und Potenzial. Zudem vermitteln Führungspositionen so den Eindruck, dass sie ihren Angestellten kein Vertrauen entgegenbringen.

Andersherum gilt es als Form von Wertschätzung, wenn Mitarbeiter neue Verantwortungen erhalten. Zudem ist es erwiesen, dass die Produktivität durch Freiheiten gesteigert wird, während ständige Überwachung das genaue Gegenteil bewirkt. Deshalb braucht es Umstrukturierungen der Führungsebene. Der Weg für New Management muss frei gemacht werden, wie wir bereits vor kurzem berichteten. Mitarbeiter sind das größte Gut eines Unternehmens und schlussendlich für dessen Erfolg maßgeblich verantwortlich. Das muss auch die letzte Führungskraft begreifen.

2. Wir müssen uns an neue Anforderungen anpassen

Die Digitalisierung schreitet immer weiter fort und oft wird von einer neuen industriellen Revolution gesprochen. Neue Technologien erfordern es, dass wir als Arbeitnehmer uns anpassen und stetig weiterbilden. Dafür ist jedoch nicht nur jeder selbst verantwortlich, sondern auch die Arbeitgeber. Diese müssen die Weiterbildung ihrer Angestellten fördern, um so auch den Fortschritt und die Anpassung des Unternehmens an einen neuen Arbeitsalltag zu sichern. Ebenfalls ist es unabdingbar, dass Arbeitnehmer ihre Angst vor künstlicher Intelligenz verlieren.

Es existieren immer noch Horrorgeschichten darüber, dass der Mensch komplett von der Maschine ersetzt wird (und diese vielleicht eines Tages die Weltherrschaft an sich reißt). Zugegeben, so extrem ist es zwar nicht, doch es wird Veränderungen geben. Bestimmte Berufsfelder werden langsam aber sicher aussterben. Besonders davon betroffen sind Bereiche, in denen schon heute immer mehr Vorgänge automatisiert werden. Gleichzeitig wird KI aber auch zu 2,3 Millionen neuen Jobs führen, gegen 1,8 Millionen die wegfallen. Genau aus diesem Grund sind Weiterbildungen und Umschulungen unabdingbar, denn nur so kann einer wachsenden Arbeitslosenquote vorgesorgt werden.

3. Moderne Arbeitsmodelle gehören zum modernen Arbeitsalltag

Was bringt es, alles rund um den Arbeitsalltag zu verändern, wenn nicht das Arbeitsmodell selbst sich ändert? Klassisch setzt sich in Deutschland immer noch die 40-Stunden-Woche durch, die jedoch längst ausgedient hat. Zur Genüge wurde belegt, dass mehr Arbeitszeit nicht automatisch höhere Produktivität bedeutet. Denn schließlich ist die Konzentrationsspanne von Menschen begrenzt. Ein langer Arbeitstag lädt sogar eher zu Ablenkungen und Prokrastination ein. Modelle wie die 25-Stunden-Woche werden darum immer häufiger ausgetestet.

Zudem haben sich die Werte der Mitarbeiter verändert, was berücksichtigt werden muss. Eine ausgewogene Work-Life-Balance wird gefordert, wodurch auch flexible Arbeitszeiten an Attraktivität gewinnen. Jedoch herrscht hier bei Skeptikern der Irrglaube, man hätte es mit „Faulheit“ zu tun und die Mitarbieter würden mehr Life als Work fordern. Zu fest scheint in Deutschland der Glauben verankert zu sein, dass man nur produktiv ist, wenn die Arbeit mehrere Stunden umfasst und man am Ende des Tages ausgelaugt ist. Genau dort muss aber eingehakt werden und eine Veränderung stattfinden: Konservative Einstellungen und Arbeitsmodelle hindern die Umsetzung von New Work-Konzepten und werden Unternehmen unweigerlich Steine in den Weg werfen.

4. Für New Work ist auch der Gesetzgeber verantwortlich

Auch die Politik muss sich ihrer Rolle in der Arbeit 4.0 bewusst werden und die Gesetzgebung anpassen und modernisieren. Und das ist nicht nur so daher gesagt, denn zuletzt wurde das Betriebsverfassungsgesetz 1972 grundlegend überarbeitet. Jetzt, fast 50 Jahre später, müssen dringend Änderungen her. Besonders die Definition des Betriebs, „als organisatorische Einheit, räumlich gefasst und organisatorisch klar gegliedert, hat in der digitalen Welt keinen Wert und damit keinen Bestand“. Ähnliches gilt für den Begriff des Arbeitnehmers.

Ein Arbeitnehmer verbringt heutzutage sein Leben oft nicht mehr in ein und demselben Betrieb. Job Hopping, vorübergehende Beschäftigungsmodelle und die Entdeckung neuer Arbeitsfelder ist nichts Ungewöhnliches. Die Jahre, in denen die Arbeitszeit strikt durch die Stechuhr geregelt wurde, sind längst überholt. Und langsam versteht dies auch die Politik, denn inzwischen wurde eine „Denkfabrik“ gegründet, in welcher das Arbeitsministerium sich mit der neuen Arbeitswelt befasst.

5. New Work ist kein Witz – Sie ist die Zukunft

Wie schon erwähnt, gibt es Skeptiker und Zweifler an den Prinzipien und Ideen von New Work. Und zugegeben: die meisten Modelle lassen sich nicht in jedem Berufsfeld umsetzen. Pflege und Gastronomie können beispielsweise nur von flexiblen Arbeitszeiten träumen, während Schichtarbeit bei Polizei und Co. nicht wegzudenken ist. Doch trotzdem gibt es eine große Spanne an Berufen, in denen New Work möglich ist – und deshalb auch umgesetzt werden sollte. Jedes Konzept hat seine Vor- und Nachteile, doch wirklich beurteilen kann man diese erst, wenn man es ausprobiert hat. Arbeit 4.0 lädt zum Experimentieren ein.

Um New Work also umzusetzen und der neuen Arbeitswelt selbstbewusst gegenüberzutreten, müssen konservative Werte und Einstellungen abgelegt werden, um Platz für die Modernisierung zu machen. Geschäftsführungen müssen ihre Angst vor dem „Machtverlust“ verlieren und Hierarchien den Rücken kehren, um ihren Mitarbeitern die besten Voraussetzungen für ein produktives, gesundes und förderndes Arbeitsumfeld zu schaffen. So können Unternehmen sich für die Zukunft der Digitalisierung wappnen, egal wie ungewiss diese auch erscheinen mag.

Über Michelle Winner

Michelle Winner

Nachdem Michelle Winner Erfahrungen in einer Lokalzeitung und im Eventbereich gesammelt hat, unterstützt sie nun seit 2017 die Redaktion und schreibt für das OnlineMarketing.de Karrieremagazin über Themen rund um den Büroalltag.

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