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E-Commerce
Keine Plus-Produkte mehr: Amazon verabschiedet sich vom Mindestbestellwert
© Rosebox - Unsplash

Keine Plus-Produkte mehr: Amazon verabschiedet sich vom Mindestbestellwert

Nadine von Piechowski | 22.01.20

Gute Nachrichten für Faulpelze: Der E-Commerce-Riese Amazon verschickt zukünftig auch preisgünstige Artikel versandkostenfrei.

Amazon-Prime-Kunden können sich über einen weiteren Vorteil ihrer Mitgliedschaft freuen. Denn der Versand von preisgünstigen Plus-Produkten ist ab sofort kostenfrei. Zwar war der Versand für Prime-Mitglieder zuvor auch unabhängig vom Kaufpreis kostenlos, wurde aber bei günstigen Artikeln – sogenannten Plus-Produkten – immer an einen Mindestbestellwert von 20 Euro gekoppelt. Damit ist jetzt Schluss. Zukünftig können Zahnbürsten, Schwämme und Steckdosen für ein bis zwei Euro versandkostenfrei bestellt werden.

Auch preisgünstige Produkte können zukünftig bestellt werden, ohne einen Mindestbestellwert von 20 Euro (Klick auf das Bild vergrößert die Ansicht), Screenshot © Amazon

Amazon erweitert Angebot für Güter des täglichen Bedarfs

Laut Amazon-Agentur Revoic ist die Abschaffung der Plus-Produkte eine indirekte Erweiterung der Produktpalette für Prime-Kunden. Die Bestellung von Gütern des täglichen Bedarfs ist damit noch etwas attraktiver geworden. Zuvor konnten Prime-Mitglieder Lebensmittel, Drogerie-Produkte oder Bürobedarf bereits über das Amazon-Pantry-Programm bestellen.

Selbst Produkte für ein bis zwei EUR lassen sich derzeit als Prime-Mitglied problemlos versandkostenfrei bestellen,

sagt Trutz Fries, Gründer und Geschäftsführer von Revoic. Weiter nimmt Fries an, dass Amazon diese preisgünstigen Produkte über ein eigenes Liefernetzwerk abwickeln wird. Doch diese Umstellung hat nicht nur Vorteile. Denn Amazon steht nicht nur für prekäre Arbeitsbedingungen und Steuerhinterziehung in der Kritik, sondern auch, weil der E-Commerce-Riese einen erheblichen Einfluss auf die Umwelt hat. Viele Produkte werden mit endlichen Ressourcen und mit erheblichem Energieaufwand produziert und im Anschluss um die halbe Welt transportiert. Das vergrößert den CO2-Fußabdruck des Unternehmens erheblich. Mit der Abschaffung der Plus-Produkte könnte sich dieser umweltschädliche Einfluss der E-Commerce-Plattform noch verstärken. Zusätzlich könnten Einzelhändler und Drogerie-Ketten die Leidtragenden dieser Umstellung sein. Sollten immer mehr Menschen Güter des täglichen Bedarfs bei Amazon bestellen, wäre mit noch erheblichen Umsatzeinbußen zu rechnen. Auch kleine Online-Händler wären betroffen. Bereits jetzt bestellen 90 Prozent der Konsumenten in Deutschland bei dem E-Commerce-Riesen.

Keine Plus-Produkte mehr bei Amazon: Steigt die Zahl der Prime-Kunden?

Die Zahl der Amazon-Prime-Kunden wächst zwar langsamer als in den vergangenen Jahren, aber dafür stetig. Ende Januar wird der E-Commerce-Händler die Geschäftszahlen für das Jahr 2019 veröffentlichen. Experten schätzen, dass Amazon ein neuer Rekord gelingt. Das Unternehmen Consumer Intelligence Research Partners rechnet mit 112 Millionen Prime-Mitgliedern – und das allein in den USA. Kann das Verschwinden der Plus-Produkte Amazon-Nutzern einen neuen Anreiz bieten, eine Prime-Mitgliedschaft abzuschließen? Fest steht, dass Amazon mit der Änderung einen weiteren Schritt in Richtung Monopolisierung im europäischen im E-Commerce-Business macht.

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