Amazon: Mitarbeitern droht Kündigung wegen Klimaschutz-Statement

Kritik an Amazon: Das Unternehmen soll nachweislich Mitarbeitern mit der Kündigung gedroht haben, weil diese sich öffentlich für den Klimaschutz engagieren.

© Markus Spiske - Unsplash

Amazon-Mitarbeitern, die der Aktivistengruppe „Amazon Employees for Climate Justice“ angehören, soll per E-Mail mit der Kündigung gedroht worden sein. Die Gruppe formierte sich Ende 2018 und engagiert sich öffentlich für mehr Klimaschutz. In einem Statement teilten die Aktivisten nun mit, dass vier Mitglieder in den Fokus der Personal- und Rechtsabteilung des Konzerns gelangt seien. Der Grund dafür: Die Amazon-Mitarbeiter äußerten sich öffentlich und der Presse gegenüber zum Thema Klimaschutz. Laut der Gruppe wurde in zwei Fällen ausdrücklich mit der Kündigung gedroht, sollten diese weiterhin in der Öffentlichkeit auftreten. Eine Betroffene ist Maren Costa. Nachdem die Aktivistin mit der Washington Post über Amazons Rolle im globalen Klimaschutz sprach, soll sie einschüchternde E-Mails erhalten haben. 2013 kaufte Amazons CEO Jeff Bezos die renommierte Zeitung.

Aktivismus: Amazon-Mitarbeiter brauchen Einwilligung vom Arbeitgeber

Die Aktivistengruppe setzt sich unter anderem dafür ein, dass Konzerne verbindliche Regelungen zur Minderung des Treibhauseffektes einhalten müssen. Auch die Arbeit mit Öl- und Gas-Werken soll eingestellt werden. Im September 2019 schossen sich die „Amazon Employees for Climate Justice“ dem globalen Klimastreik an. Im gleichen Monat organisierten sie einen internen climate walkout, bei dem hunderte Amazon-Mitarbeiter für mehr Klimaschutz demonstrierten. Bezos reagierte zwar auf die Proteste und präsentierte einen Klimaschutz-Plan für das Unternehmen. Allerdings führte Amazon im gleichen Zug eine neue Regelung ein. Mitarbeitende brauchen fortan eine Einwilligung vom Konzern bevor sie in Bezug auf Amazon mit der Presse sprechen oder etwas auf ihren privaten Social Media-Kanälen posten. Laut Online-Magazin Cnet.com sagte ein Pressesprecher des Unternehmens dazu:

Our policy regarding external communications is not new and we believe is similar to other large companies.[…]As with any company policy, employees may receive a notification from our HR team if we learn of an instance where a policy is not being followed.

Auch Kritik an Google wird laut 

Nicht nur Amazon wird immer wieder scharf für seine Mitarbeiterführung kritisiert. Auch der Internetriese Google stand bereits mehrfach im medialen Mittelpunkt, weil sich Mitarbeiter über die schlechte Behandlung beschwerten. So erklärte der ehemalige Google-Mitarbeiter und Leiter für internationale Beziehungen Ross LaJeunesse dem Online-Portal medium.com gegenüber, dass sein Engagement für die Einhaltung der Menschenrechte zu seiner Kündigung geführt habe. Neben Beschimpfungen und Diskriminierung gegenüber Frauen, habe auch ein rassistischer und homophober Ton im Google-Büro geherrscht, so LaJeunesse weiter. Google äußert sich nicht eindeutig zu den Vorwürfen. Auf der  offiziellen Google-Diversity-Seite heißt es:

Google is committed to creating a diverse and inclusive workforce […] We endeavor to build products that work for everyone by including perspectives from backgrounds that vary by race, ethnicity, social background, religion, gender, age, disability, sexual orientation, veteran status, and national origin.

Amazon reagierte bis dato ebenfalls nicht konkret auf die Vorwürfe der Aktivistengruppe. Gegenüber CBS News sagte ein Sprecher lediglich, dass die öffentliche Stellungnahme der Gruppe gegen die Datenschutzverordnung des Unternehmens verstoße. Daher sei eine Kündigung eine normale Maßnahme. Zusätzlich berichtete das News-Portal, dass Amazon bereits an einer Verbesserung der internen Kommunikation arbeite.

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