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E-Commerce
Amazon: Wusste das Unternehmen von dem internen Missbrauch von Marktplatzdaten?
© Bryan Angelo - Unsplash

Amazon: Wusste das Unternehmen von dem internen Missbrauch von Marktplatzdaten?

Aniko Milz | 05.05.21

Ein neuer Bericht will beweisen, dass Amazon seit Jahren von einem Missbrauch von Händler:innendaten durch Mitarbeiter:innen wusste.

Amazon ermöglicht es als Online-Marktplatz zahllosen Händler:innen ihre Waren zu verkaufen. Die Konkurrenz ist groß und dementsprechend auch der Wettbewerb zwischen verschiedenen Anbieter:innen. Einsicht in die Daten der anderen zu haben, kann dabei zu einem gehörigen Vorteil führen. Wie sich nun herausstellte, hatten tausende Amazon-Mitarbeiter:innen jahrelang Zugriff auf die Daten von Marktplatz-Anbieter:innen.

„I can’t guarantee you that that policy has never been violated“

Bereits 2015 zeigte eine interne Revision, dass 4.700 Mitarbeiter:innen aus Amazons Verkaufsabteilung diese Daten zum eigenen oder zu Amazons Vorteil auswerten konnten. Mit Zugriff auf die Daten der Händler:innen hätte Amazon den Produkten der Eigenmarke auf der Seite einen Vorteil verschaffen können. Doch Amazon und auch Amazon-Chef Jeff Bezos bestritten derartige Vorwürfe immer wieder. In einer Anhörung vor dem US-Kongress gab Bezos zu Protokoll, dass es eine Richtlinie zur Verwendung von verkäufer:innenspezifischen Daten zur Unterstützung des Private-Label-Geschäfts gäbe, er jedoch nicht garantieren könne, dass diese nie verletzt wurde. Eine recht vorsichtige Aussage, deren Begründung ein Bericht des Portals Politico liefert. Denn demnach hat Amazon seit der Revision 2015 genau gewusst, dass Mitarbeiter:innen unbefugten Zugriff auf Daten wie Profilinformationen, Lagerbestände und Produktpreise hatten.

Permissions are not adequately restricted, making it possible for unauthorized users to view Seller-specific information such as performance history and authentication keys, edit inventory levels and pricing, and manage returns,

heißt es in dem Report, der Politico vorliegt. Das Problem sei auf nachlässige Sicherheitsprotokolle zurückzuführen. Auf diese wurde 2015 aufmerksam gemacht, doch mehreren Aussagen ehemaliger Mitarbeiter:innen nach hat Amazon nichts gegen diese unternommen.

There was an access control system that allowed people who had the motivation to be good at their job to take data they weren’t supposed to have,

erklärte eine Person Politico gegenüber. OnlineMarketing.de gegenüber gab ein Sprecher von Amazon folgendes Statement ab:

The assumptions some media have drawn from this audit are false and misplaced. Amazon is proud to be particularly transparent compared to most other retailers by providing robust data including detailed popularity rankings, reviews, and star ratings for every product in our store. On top of that, we provide sellers with tools that share data to help them identify selling opportunities and sell more products in Amazon’s stores. Amazon’s Seller Data Protection Policy was voluntarily adopted years ago to give sellers comfort regarding treatment of their individual data. It goes well beyond any legal requirement, and we are not aware of other retailers with a similarly protective policy.

Seit vergangenem Jahr untersucht die EU-Kommission Amazon bereits wegen wettbewerbswidrigem Verhalten. Ob der Revisionsbericht aus 2015 Teil der Untersuchungen ist, konnte nicht beantwortet werden.

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