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Body Positivity in Deutschland: Nachholbedarf bei Influencern und Marken

Body Positivity in Deutschland: Nachholbedarf bei Influencern und Marken

Caroline Immer | 01.04.21

Wer als Marke oder Influencer auf authentische Repräsentation setzen will, sollte sich auch mit Körperinklusivität beschäftigen. Doch die Body-Positivity-Bewegung ist in der deutschen Medienlandschaft noch kaum präsent - trotz großem Interesse der User.

Die Body-Positivity-Bewegung hat in den vergangenen Jahren massiv an Bedeutung gewonnen. Unter dem Hashtag #bodypositive finden sich auf Instagram mittlerweile mehr als 15 Millionen Beiträge. Dem gesteigerten Interesse an authentischer und inklusiver Repräsentation kommen auch Influencer und Marken immer mehr nach.

Trotz dieser positiven Entwicklung gibt es gerade in Deutschland Aufholbedarf, was Body Positivity und Body Inclusivity in der Medienlandschaft angeht. Dies zeigt eine Studie des Sportartikelherstellers Reebok, welche den Stand der Body-Positivity-Bewegung in verschiedenen Ländern untersucht hat. Wir haben die wichtigsten Ergebnisse im Folgenden zusammengefasst und erklären, wieso es sich für Werbetreibende lohnt, auf Body Positivity zu setzen.

Auf der Suche nach „echten“ Influencern

Wer mit der Zeit gehen will, sollte laut Body Transformation Coach Jenna Rigby auf Diversität setzen und mit Models zusammenarbeiten, welche die Vielfalt der Gesellschaft repräsentieren. Vor allem die Fitnessbranche stehe mehr und mehr unter Druck, Inklusivität zu beweisen. Menschen seien heutzutage auf der Suche nach „echten“ Influencern. Rigby erklärt:

Body Positivity lehnt die Annahme ab, dass eine Körpergröße attraktiver ist als die andere, und hat in letzter Zeit starke Emotionen in Bezug auf die Art und Weise hervorgerufen, wie Marken, insbesondere an Frauen, vermarkten.

Großbritannien ist Spitzenreiter

Besonders erfolgreich bei der Vermittlung von Body-Positivity-Inhalten ist Großbritannien, welches einen hohen Anteil von Themen rund um Body Positivity in der Medienberichterstattung aufweist. Auf dem zweiten Platz folgen die USA, welche ganze 326.710 monatliche Google Searches zu Body Inclusive Begriffen verzeichnen. Deutschland hat allem Anschein nach noch deutlich Aufholbedarf und landet nur auf dem zehnten Platz. Hierzulande gab es im vergangenen Jahr lediglich 342 Artikel zu Körperinklusivität – im Vergleich zu 4.245 in Großbritannien.

Kaum Influencer Posts zu Body Inclusivity – trotz großem Interesse

Auch bei den Posts von Fitness-Influencern zum Thema Body Inclusivity liegt Großbritannien mit einem Anteil von 8,37 Prozent ganz vorne. In Deutschland beträgt der Anteil nur 0,54 Prozent.

Diese Zahl ist mit Blick auf das Interesse der User unverhältnismäßig niedrig. Denn das globale monatliche Suchvolumen von Begriffen, welche mit Body Inclusivity zusammenhängen, ist mitunter in den Millionen angesetzt. Über 18 Millionen Mal wurde etwa nach „Plus Size“ gesucht, während sich das Suchvolumen des Begriffs „Body Positive“ auf 14 Millionen beläuft. Grund genug für Influencer ebenso wie Marken, sich mit Body Positivity und Body Inclusivity zu befassen.

Darum sind Body-Positivity-Kampagnen erfolgreich

Insbesondere im Influencer Marketing sollten Werbetreibende heutzutage verstärkt auf echte Repräsentation und Inklusion setzen. Denn immer mehr User wünschen sich authentischen Content. Dies zeigt auch der Erfolg der Body-Positivity-Kampagne #AerieReal des Bekleidungskonzerns Aerie.

Mehrere Studien zeigen, dass sich Frauen nach der Ansicht verschiedener körperinklusiver Aerie Ads nicht nur wohler in ihrem eigenen Körper fühlten, sondern auch ein positiveres Bild der Marke entwickelten und geneigter waren, den Konzern zu unterstützen. Dennoch äußerten einige Frauen auch Kritik an der immer noch eingeschränkten Repräsentation verschiedener Körper. Auch kamen Zweifel an der Authentizität der Kampagne auf. Denn ohne Frage spielt auch bei Body-Positivity-Kampagnen der Umsatz eine Rolle.

Marken sollten sich umfassend mit dem Thema Body Inclusivity befassen, statt das Thema nur der Beliebtheit wegen aufzugreifen. Denn körperinklusive Werbung ist nicht nur finanziell, sondern auch psychologisch vielversprechend. So zeigt eine aktuelle Studie, dass sich die Laune und das Selbstbewusstsein von Frauen nach der Ansicht körperinklusiver Ads der Marken Aerie und Dove verbesserte. Nach der Ansicht einer Victoria’s-Secret-Kampagne verschlechterte es sich hingegen.

Win-win-Situation für Marken und Kund:innen

Der Erfolg von Body-Positivity-Kampagnen und das große Interesse der User werfen die Frage auf, weshalb das Thema Körperinklusivität in Deutschland noch kaum aufgegriffen wird. Sowohl Influencer als auch Marken, insbesondere im Fitness- und Fashion-Bereich, können davon profitieren, sich mit dem Thema auseinanderzusetzen. Denn eine authentische Repräsentation verschiedener Körper in Werbung und Medien ist längst überfällig und von vielen Usern und Kund:innen gewünscht.

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