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Nicht nur zu Halloween gruselig: Diese Chef:innen sind der wahre Horror

Nicht nur zu Halloween gruselig: Diese Chef:innen sind der wahre Horror

Selina Beck | 30.10.26

Die meisten Beschäftigten haben schon ihre eigenen Horrorgeschichten über Vorgesetzte erlebt. Doch ist dir auch schon mal ein Rampenlicht-Vampir oder ein Gefälligkeitsgeist begegnet?

Halloween steht vor der Tür und damit beginnt die Gruselzeit. Am Arbeitsplatz kann man zwar auf solche Schrecken durchaus verzichten, doch leider bleiben sie einem nicht immer erspart, wie auch diese lustigen und erschreckenden kununu-Bewertungen von Arbeitnehmer:innen zeigen. Vor allem unter Führungskräften gibt es so manche Schreckgestalt. Die Forschung von Hogan Assessments, Anbieter von Persönlichkeitsdiagnostik und Führungskräfteentwicklung, hat drei besonders gruselige Führungsgestalten unter die Lupe genommen. Dabei zeigen die Expert:innen, wie vermeintliche Stärken von Führungskräften zu problematischen Verhaltensweisen werden können (sogenannte „Derailer“) und dadurch die Zusammenarbeit im Team beeinträchtigen. Das können beispielsweise Verhaltensmuster wie Kontrollzwang oder Impulsivität sein.


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Frau verzweifelt vor Laptop
© Elisa_Ventur – Unsplash


Der Rampenlicht-Vampir: Immer im Mittelpunkt

Diese besondere Art von Vampir treibt ihr Unwesen in Besprechungsräumen, denn sie liebt große Auftritte, dramatische Geschichten und ständig neue Krisen. Dabei schafft sie es in jedem Meeting und bei jedem Thema, das Gespräch auf sich selbst zu lenken.

Das Charisma des Rampenlicht-Vampirs begeistert oft zunächst, da er Diskussionen spannend gestaltet und andere mitreißen kann. Doch die Gier nach Aufmerksamkeit wird irgendwann grenzenlos und führt dazu, dass die Kolleg:innen kaum noch Gelegenheiten haben, eigene Ideen einzubringen. An dieser übertriebenen Selbstdarstellung leidet dann auch die Zusammenarbeit. Jackie Sahm, VP Integrated Solutions bei Hogan Assessments, beschreibt das Verhalten wie folgt:

Bei Hogan bezeichnen wir dieses Verhaltensmuster als übersteigertes Geltungsbedürfnis. Wird es nicht bewusst gesteuert, kann sich der Wunsch einer Führungskraft, gesehen, gehört und bewundert zu werden, von mitreißender Ausstrahlung in ablenkende Selbstdarstellung verwandeln. Am Ende fragen sich die Mitarbeitenden, ob überhaupt noch jemand anderes zu Wort kommen wird.

Die Mikromanagement-Mumie: Kontrolle bis ins kleinste Detail

Ein ganz anderer Typus ist die sogenannte Mikromanagement-Mumie. Sie will am liebsten alles kontrollieren – mit unzähligen Checklisten, strengen Vorgaben und kaum erfüllbaren Ansprüchen. Jeder Fehler und jedes Detail wird kontrolliert. Am liebsten würde die Mikromanagement-Mumie gleich alles selbst erledigen, damit auch wirklich nichts schiefgeht. Dieser Perfektionismus wird am Anfang zunächst noch belohnt, so die Expert:innen. Doch auf Dauer kann es zu Problemen kommen, so Sahm:

[W]enn der Perfektionismus überhandnimmt, fühlen sich Mitarbeitende ständig kontrolliert und bevormundet. Sie haben das Gefühl, dass ihnen niemand etwas zutraut, und können immer weniger eigenständig arbeiten. Am Ende verfängt sich die Mumie in ihren eigenen Bandagen: Sie verliert sich in Kleinigkeiten und übersieht dabei wichtige strategische Chancen.

Der Gefälligkeitsgeist: Bloß niemandem widersprechen

Der Gefälligkeitsgeist will es hingegen allen recht machen. Die Führungskraft sagt selten Nein, geht Konflikten aus dem Weg und versucht, niemanden zu enttäuschen. Doch auch dieses freundliche Auftreten kann zu Problemen führen, denn wer es allen recht machen will, traut sich oft nicht, anderen zu widersprechen. Der Experte erklärt die Problematik so:

Führungskräfte, denen es übermäßig wichtig ist, anderen zu gefallen, haben häufig Schwierigkeiten, schlechte Entscheidungen infrage zu stellen, konstruktives Feedback zu geben oder sich in entscheidenden Momenten für ihr Team einzusetzen. Statt selbstbewusst zu führen, suchen sie ständig nach Erlaubnis, Konsens und Bestätigung.

Gerade eine Führungskraft muss Orientierung bieten und schlichten können. Wer sich stattdessen immer wieder vor Problemen drückt, macht sie auf Dauer oft nur größer.

Was steckt hinter den Büro-Schreckgestalten?

Letztlich sind alle drei Typen sehr unterschiedlich, doch eine schreckhafte Eigenschaft haben sie alle: Ihre Stärken können ins Gegenteil umschlagen und so zu Problemen führen, die das gesamte Team belasten.

Offenkundig treffen diese drei Charakteristiken nicht auf alle Vorgesetzten zu und sollten mit einem Augenzwinkern gelesen werden, da die Halloween-Figuren bewusst überspitzt dargestellt sind. Hinter ihnen stecken allerdings Verhaltensmuster, die Hogan Assessments im Rahmen der Persönlichkeitsdiagnostik untersucht. Die drei Gruselgestalten selbst sind keine eigenständigen wissenschaftlichen Persönlichkeitstypen. Auch bleibt unklar, auf welcher konkreten Untersuchung die Auswahl der Figuren beruht. Trotzdem lohnt es sich, genauer hinzuschauen: Wer solche Verhaltensweisen bei sich selbst oder anderen erkennt, kann daraus durchaus etwas für die Zusammenarbeit im Team lernen. Reflexion im Arbeitskontext kann generell für alle im Team gewinnbringend sein.


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