Digitalpolitik
Social Media erst ab 13 Jahren? Deutschland plant Verbot für jüngere Nutzer:innen

Social Media erst ab 13 Jahren? Deutschland plant Verbot für jüngere Nutzer:innen

Marié Detlefsen | 15.10.26

Instagram, TikTok und Snapchat könnten für Kinder unter 13 Jahren bald tabu sein. Die Bundesregierung will junge Nutzer:innen im Netz besser schützen. Geplant sind auch spezielle Konten für Jugendliche und KI-Kurse für Grundschulkinder.

Scrollen, liken, swipen – für viele Kinder gehört Social Media längst zum Alltag. Doch genau hier plant die Bundesregierung, künftig stärker einzugreifen. Laut eines Berichts der Tagesschau, hat das Kabinett Eckpunkte für einen besseren Schutz von Kindern und Jugendlichen im Internet beschlossen. Eine zentrale Idee: eine Altersgrenze von 13 Jahren für soziale Netzwerke wie Instagram, TikTok und Snapchat.

Ausnahmen soll es nur für Angebote geben, die ausdrücklich für Kinder geeignet sind. Auch Jugendliche zwischen 13 und 18 Jahren sollen nicht uneingeschränkt auf alle Funktionen zugreifen können. Welche konkreten Einschränkungen für die einzelnen Altersgruppen gelten werden, ist allerdings noch nicht abschließend geklärt.

Was beinhaltet das Social-Media-Verbot?

Eine wichtige Neuerung, die das Kabinett aktuell bespricht, sind sogenannte Mini-Konten. Sie sollen Jugendlichen ab 13 Jahren einen eingeschränkten Einstieg in soziale Netzwerke ermöglichen – unter Aufsicht der Eltern. Die Eltern richten dabei das Konto ein und begleiten die Nutzung. Anschließend stehen nur ausgewählte Funktionen zur Verfügung. Außerdem soll die tägliche Nutzungszeit auf eine Stunde begrenzt werden. Die Idee dahinter: Jugendliche können erste Erfahrungen mit sozialen Netzwerken sammeln, ohne direkt sämtliche Möglichkeiten der Plattformen nutzen zu können. Wie die Alterskontrolle technisch umgesetzt werden soll und welche Funktionen genau erlaubt bleiben, ist bislang offen. Auch die konkreten Vorgaben für Plattformbetreiber:innen müssen noch ausgearbeitet werden.

Nicht nur Social Media steht im Fokus. Die Bundesregierung plant zusätzlich ein bundesweites Bildungsangebot für Grundschulkinder: das „KI‑Seepferdchen“. Dabei sollen Kinder lernen, Künstliche Intelligenz zu erkennen, entsprechende Anwendungen zu verstehen und deren Ergebnisse kritisch einzuordnen. Gerade weil KI-generierte Bilder, Texte und Antworten immer alltäglicher werden, soll der Nachwuchs frühzeitig einen bewussten Umgang mit der Technologie entwickeln.

Hinzu kommt eine Informationskampagne zu den Risiken digitaler Medien. Sie soll über Gefahren aufklären und Hilfsangebote bekannter machen. Zunächst richtet sich die Initiative vor allem an Eltern von Kindern im Vorschulalter. Der Start ist laut Aussagen der Tagesschau noch für dieses Jahr vorgesehen. Es gehe darum, dass junge Menschen „auch in der digitalen Welt sicher und selbstbestimmt aufwachsen können“, erklärte Familienministerin Karin Prien (CDU).

EU-weit wird über Social-Media-Verbote verhandelt

Auch auf EU-Ebene gibt es Pläne für strengere Regeln bei der Social-Media-Nutzung durch Minderjährige. Dazu zählt unter anderem der „EU Kids Act“, welcher ermöglichen soll, Kinder und Jugendliche durch einheitliche Altersgrenzen und abgestufte Nutzungsregeln EU-weit besser vor Risiken sozialer Medien zu schützen. Bis sich die europäischen Institutionen und Mitgliedstaaten auf ein gemeinsames Vorgehen einigen, könnte jedoch Zeit vergehen. Deutschland möchte deshalb eigene Maßnahmen vorantreiben. Andere Länder wie Italien, Dänemark, Frankreich oder Griechenland diskutieren ebenfalls über die Einführung ähnlicher Schutzmaßnahmen.

Ganz so schnell dürften die neuen Einschränkungen in Deutschland allerdings nicht durchgesetzt werden. Die jetzt beschlossenen Eckpunkte sind noch kein fertiges Gesetz, sondern stecken zunächst den politischen Rahmen ab. Wann die Altersgrenze und die Mini-Konten tatsächlich eingeführt werden, steht noch nicht fest.

Zwar könnte das Verbot für erhebliche Einschnitte bei großen Tech-Konzernen sorgen, dennoch zeigen sich Social-Media-Plattformen offen und stellen zum Teil bereits eigene Schutzkonzepte vor. So setzt sich Meta für einheitliche EU-Richtlinien ein, die den Schutz von Kindern und Jugendlichen im digitalen Raum gewährleisten. OpenAI führt unter anderem eine ChatGPT-Erfahrung für Minderjährige ein. Sie soll beim Lernen und verantwortungsvollen Umgang mit Technologie und KI unterstützen und jungen Usern mehr Schutz bieten.


ChatGPT für Jugendliche startet

Verweis auf einen weiteren Artikel: ChatGPT für Jugendliche startet
© Karolina Grabowska via Canva


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