Social Media Marketing
Meta verbietet TikTok Ads auf eigenen Plattformen in mehreren Regionen

Meta verbietet TikTok Ads auf eigenen Plattformen in mehreren Regionen

Niklas Lewanczik | 09.10.26

In einem erbitterten Wettbewerb hat Meta TikTok-Werbung auf Instagram und Co. in diversen Ländern untersagt. Ohnehin gibt es derzeit Spannungen zwischen Meta und ByteDance, aber auch YouTube.

Die Animosität von Meta gegenüber TikTok und der Plattformmutter ByteDance erreicht eine neue Stufe. Der Konzern hat jüngst in mehreren Ländern ein Verbot von TikTok Ads auf den eigenen Plattformen wie Instagram, Facebook und WhatsApp gestartet. So dürfen weder ByteDance noch Third Party Advertiser, die TikTok-spezifische Ads ausspielen, Werbung in Metas Kosmos schalten. ByteDance hat in den USA trotz der Umgestaltung TikToks zum USDS Joint Venture noch 19,9 Prozent der Anteile. Der Konkurrenz die Werbung auf eigenen Properties zu verbieten, ist keine Neuheit. Metas Vorstoß kommt indes in einer Zeit, in der sich der Wettbewerb zwischen den Social-Media- und Videoplattformen verschärft. Dabei spielen politische Interventionen ebenfalls eine Rolle.



TikToks Aufbau eines eigenen Ad Networks und die stetige Ausweitung der Werbeoptionen dürften Meta ein Dorn im Auge sein.

TikTok führt eigenes Ad Network und Direktkauf in der App ein

TiKTok Logo in Halle
© Jonathan Kemper – Unsplash


Kein Interesse mehr an TikTok Ads? Im Wettbewerb soll nicht nachgegeben werden

Reuters berichtete kürzlich von Metas Verbot für TikTok Ads durch ByteDance und Third Party Advertiser. Der Nachrichtendienst zitierte ein per Mail geschicktes Statement des Konzerns, in dem dieser die Entscheidung bestätigt. Sprecher Chris Sgro gibt darin an:

We don’t have to run ads from a competitor whose goal is to pull people off our apps. Declining promotional services to a competitor is a normal business practice across industries. We will continue to compete on product quality and user experience.

Der Bann der TikTok Ads erstreckt sich auf die USA, Japan, Vietnam, Kanada, Ägypten, Indonesien und Thailand. Deutschland ist demnach nicht betroffen, sodass hierzulande noch Werbung für TikTok auf Metas Plattformen auftauchen könnte.

TikTok und Metas Plattformen wie Instagram und Facebook konkurrieren seit dem rasanten Aufstieg TikToks mit anderen Plattformen wie YouTube um User, Verweildauer, Relevanz und Werbegelder. TikTok hat sich als eine zentrale Plattform für mehr als eine Milliarde User etabliert und dient als Entertainment-Umgebung, aber ebenso als News-Quelle, Suchoption und oft auch als Trendbasis.

Metas Bann könnte einen besonderen Hintergrund haben

Dass Meta ausgerechnet jetzt Werbung für die Plattform in mehreren Regionen untersagt, könnte einen Grund haben, der über den simplen Wettbewerbsgedanken hinausgeht. Womöglich möchte der Konzern TikTok indirekt dazu bewegen, Schutzmechanismen für Jugendliche umzusetzen und sich finanziell am Schutz junger User in den USA zu beteiligen. Diese Anforderung an TikTok sowie YouTube besteht seit dem Sommer.

Im August einigte sich Meta in einem Prozess gegen 29 Bundesstaaten und Territorien sowie den District of Columbia in den USA auf einen Vergleich. Die Klageparteien hatten dem Konzern vorgeworfen, suchtfördernde Plattformen zu betreiben, die gerade junge User schädigten. Sie forderten in ihrer Klage bis zu 200 Milliarden US-Dollar von Meta sowie umfassende Änderungen an den Plattformrichtlinien für Jugendliche. Daraufhin hat Meta maßgebliche Änderungen an der Plattformnutzung für Jugendliche in den USA angekündigt und auch eine Zahlung von 16,7 Milliarden US-Dollar bewilligt. Diese Zahlung ist zudem auf eine Periode von zehn Jahren ausgelegt und soll beim Aufsetzen der Initiativen zum Kinderschutz unterstützen.

Doch 30 Prozent davon zahlt Meta nur, wenn YouTube und TikTok jeweils ein Tageslimit von einer Stunde, einen Nachtmodus mit Sperrzeiten und Altersverifikationsfunktionen integrieren sowie jeweils eine Summe in der Größenordnung dieser 30 Prozent, also rund 4,6 Milliarden Euro, an die Staaten zahlen. In diesen Anforderungen zeigt sich, dass Meta keineswegs selbstlos Jugendschutz vorantreibt, sondern die Konkurrenz miteinbeziehen will. Die Sonderbedingungen grenzen an einen Zwang. Meta möchte keineswegs allein die Einschränkungen für Jugendliche vornehmen, womöglich aufgrund der Befürchtung, Millionen User zu beeinträchtigen, die wertvoll für das Geschäft sein könnten; und die mehr Zeit auf anderen Plattformen verbringen könnten, wenn die Beschränkungen ihnen die Nutzung auf Instagram und Facebook erschweren.

Auch TikTok selbst legte einen Rechtsstreit mit der US-Regierung per Vergleich bei. 400 Millionen Euro zahlt TikTok in den USA, um einer angeordneten Strafe aufgrund illegitim gesammelter Daten von Minderjährigen zu entgehen.



Metas Vergleich:

Milliardenzahlung, massive Einschnitte für Jugendliche und eine offene Frage

Teenager Social Media
© Karolina Grabowska via Canva


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