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„Größer als die Industrielle Revolution“ – Trump ruft Super Intelligence Force aus

„Größer als die Industrielle Revolution“ – Trump ruft Super Intelligence Force aus

Niklas Lewanczik | 05.10.26

Erst soll AI nur noch SI heißen, jetzt gibt es sogar eine SI Force in den USA, die die KI-Macht des Landes sichern soll. Die Regulierung spielt womöglich nur eine Nebenrolle.

Vor einigen Tagen erst verkündete US-Präsident Donald Trump per Amtsdekret, dass AI (Artificial Intelligence) künftig nur noch SI (Super Intelligence) genannt werden soll. Die heutigen Frontier-Modelle und -Systeme der führenden Tech-Unternehmen aus den USA hätten längst den Bedeutungsrahmen der Artificial Intelligence gesprengt. Passender sei daher die Bezeichnung Super Intelligence.



AI soll SI heißen:

Weißes Haus läutet Ära der Super Intelligence mit Google, OpenAI und Co. ein

Das Weiße Haus von vorne
© Rene Deanda – Unsplash


Im Kontext dieser Umbenennung wird nun sogar eine eigene Einheit zur Sicherstellung der KI-Überlegenheit der USA eingeführt. Mit Elon Musk hat Trump unterdessen einen Fürsprecher für seine Bezeichnung gewonnen, so scheint es.

SIF: Super Intelligence Force soll den USA ihren Status als AI Powerhouse sichern

Auf X posteten Donald Trump und der Account des Weißen Hauses, dass nunmehr eine Super Intelligence Force als Instrument der Regierung dienen werde, um Maßnahmen zu koordinieren, die die KI-Überlegenheit der USA fördern und sichern sollen. Diese Einheit wird von Jay Clayton, Director of National Intelligence der USA, FTC-Chef Andrew Ferguson, Unterstaatssekretär für Forschung und Technik im US-Verteidigungsministerium Emil Michael und dem Direktor des United States Office of Personnel Management Scott Kupor geleitet. Sie alle berichten direkt an Donald Trump und Chief of Staff im Weißen Haus, Susie Wiles.

In seinem Post bezeichnet Donald Trump die Super Intelligence als „größer als die Industrielle Revolution und das Internet“, zieht dafür aber keine belastbare Argumentation heran, sondern die von ihm gern genutzte Phrase „wie viele sagen“. Indes, die AI oder SI, wie sie auch SpaceXAI-Chef Elon Musk auf X jetzt nennt – und sogar eine Umbenennung von SpaceXAI in SpaceXSI thematisiert er, ob ernst gemeint oder nicht –, gehört zu den wichtigsten Technologiefortschritten des 21. Jahrhunderts.

AI soll in den USA gefördert, nicht gestoppt werden

Und so haben sowohl die US-Regierung als auch die großen Tech Player wie Google, OpenAI, Meta, Anthropic und NVIDIA kein besonders großes Interesse daran, wirklich eine Verlangsamung oder gar einen Stopp der AI-Entwicklung durchzusetzen. Rufe nach einer KI-Bremse wurden zuletzt auch in den USA immer wieder laut, nicht zuletzt nach einem Essay von Anthropic CEO Dario Amodei, das eindringlich vor AI-Gefahren warnt. Aber: Die USA müssten ihren „kommerziellen Vorteil“ wahren. Und so gehört zu Amodeis Dreipunkteplan nicht nur die Integration von externen Prüfstellen, die bei Anthropic, OpenAI und Co. die Sicherheitsmaßnahmen evaluieren, sondern auch eine Koordination von Sicherheitsstandards in demokratischen Ländern und weltweit.

Die US-Regierung hält derweil nicht viel von einer KI-Bremse. Präsident Donald Trump erklärte gegenüber der Financial Times, die USA führe im KI-Wettbewerb mit China. Eine Verlangsamung der Entwicklung könne das ändern. Er lehnt sie daher ab. Der Sprecher des Weißen Hauses, Mike Johnson, befürchtet aber, China könne die USA überholen, wenn man zu stark in die KI-Entwicklung eingreife. Dafür sei der Kongress ohnehin nicht zuständig, meint er. Johnson sieht die Verantwortung nicht bei der Regierung, sondern bei den Plattformen. Deren Führungsetagen sollten sich jedoch mit der Regierung treffen, um neue Lösungen zu diskutieren.

Das Resultat eines solchen Treffens ist der jüngst unterzeichnete Accord on Super Intelligence. Ob diese basalen Vorgaben die Befürchtungen der User und der Branche bezüglich zu mächtiger und eigenmächtig handelnder KI wirklich einschränken können, ist aufgrund der unkonkreten Maßnahmen fraglich. Die vier Kernpunkte der Vereinbarung sehen vor:

  1. Die Kontrolle der Alignment-Vorgaben in Tests, besonders in Bereichen wie Cyber-Security oder chemischen Gefahren, samt einer Sicherstellung, dass Hacks bei Dritten nicht vorkommen.
  2. Die Einstellung eines internen Teams, das diese Tests überwacht.
  3. Eine Zusammenarbeit mit einem unabhängigen Auditor-Unternehmen, das prüft, ob die Kontrollen greifen.
  4. Der Einsatz eines unabhängigen Komitees zur Prüfung der Kontrollen und Kontrollinstanzen in ihrer Summe.

Im unterzeichneten Paper heißt es, dass diese Schritte Unternehmen, Kund:innen und der Öffentlichkeit Zuversicht geben sollten, dass die Technologie so funktioniert wie gewünscht. Zugleich heißt es, dass es ratsam sein könnte, diese Schritte einst in Gesetze und Regularien umzuwandeln. Bis dahin sollen sich die Tech Leader treffen und Standards sowie Best Practices etablieren. Das ist allerdings keine konkrete Regulierung, sondern eine vage Vorgabe ohne echten Risikorahmen für die Unternehmen. Sie sollen selbst die Entscheidung darüber treffen, wie genau die Wahrung der KI-Sicherheitsstandards aussieht.

Genau diese Selbstregulierung bietet eine Angriffsfläche für die Kritiker:innen und jene, die sich aufgrund von diversen Hacks und Sicherheitsproblemen bei KI-Modellen von Anthropic, Google, OpenAI und Co. fürchten. Immerhin: OpenAI hat den Launch eines neuen KI-Modells der Astra-Serie zunächst wegen Sicherheitsbedenken bezüglich der Alignment-Struktur zunächst auf Eis gelegt und Google hat den Start von Gemini 4 Argon vorerst nur für Cybersicherheitsunternehmen ermöglicht. Denn Google hat sich freiwillig einer US-Vorgabe verschrieben, die vorsieht, dass neue KI-Modelle zuerst der US-Regierung und Sicherheitsunternehmen zum Test vorgelegt werden.

Zugleich sagt OpenAI CEO Sam Altman, sein Unternehmen sei der Ansicht, „die Welt sollte akzeptieren, dass schlimme Dinge geschehen, zum Vorteil der Technologie und der Handlungsfähigkeit der Menschen“. Die Aussagen machte er in einem Interview für das Format DECODED von Politico. Akzeptieren muss die Digitalwelt wohl oder übel, dass politische und wirtschaftliche Interessen die rasante Entwicklung der AI weiter befeuern werden, allen Risiken zum Trotz.



Google Gemini 4 Argon ist da

– aber nur für ganz wenige

blauer Hintergrund, Gemini 4 Argon-Schriftzug, Gemini-Logo, große weiße 4
© Google via Canva


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