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Claude Sonnet 5.5: Anthropics Arbeitstier wird schneller und günstiger

Claude Sonnet 5.5: Anthropics Arbeitstier wird schneller und günstiger

Larissa Ceccio | 29.09.26

Anthropic bringt mit Claude Sonnet 5.5 das zweite Modell der Claude 5.5-Familie. Es soll alltägliche KI-Aufgaben schneller, effizienter und günstiger erledigen als Sonnet 5 und kommt mit höheren Sicherheitsstandards.

Sonnet 5.5 ist vor allem für Aufgaben gedacht, bei denen Ziel, Kontext und erwartetes Ergebnis bereits vorgegeben sind – etwa Coding, Bug Fixing sowie das Erstellen von Dokumenten und Tabellen. Auch bei gestalterischen Aufgaben, etwa der Erstellung von Präsentationen, soll Anthropics neues Sonnet-Modell überzeugen.

Der Abstand zu Opus 5.5 wird dabei kleiner. In einem Benchmark mit Aufgaben aus 44 Berufen und neun Branchen liegen beide Modelle nahezu gleichauf. Bei komplexen, offenen Aufgaben, die über längere Zeit Abwägung erfordern, bleibt Opus laut Anthropic jedoch stärker.

Anthropics Dreiergespann ist somit bald komplett: Opus für die schwierigsten Aufgaben, Sonnet als Allrounder für den Alltag und Haiku für viele Anfragen zu möglichst geringen Kosten. Claude Haiku 5.5 soll in den kommenden Wochen folgen, schreibt das Unternehmen auf LinkedIn.

Sonnet 5.5 soll Claude zum KI-Allrounder machen

Sonnet 5.5 ist ab sofort in Claude sowie über AWS, Google Cloud und Microsoft Azure verfügbar. Mit dem neuen Modell optimiert Anthropic das Verhältnis aus Leistung, Geschwindigkeit und Kosten – unter der Voraussetzung höherer Sicherheitsanforderungen.

30 Prozent schneller, bis zu 30 Prozent günstiger pro Aufgabe

Sonnet 5.5 soll Antworten mehr als 30 Prozent schneller als Sonnet 5 generieren. Der Preis pro Token bleibt mit zwei US-Dollar pro Million Input Tokens und zehn US-Dollar pro Million Output Tokens unverändert. Weil das Modell für dieselben Aufgaben laut Anthropic weniger Tokens benötigt, sollen die Kosten pro Aufgabe trotzdem um bis zu 30 Prozent sinken.

Auch beim Coding legt Sonnet 5.5 gegenüber Sonnet 5 zu. Im Terminal-Bench 4.0 erreicht das neue Modell nach den von Anthropic veröffentlichten Ergebnissen 70,6 Prozent, Sonnet 5 kam auf 10,3 Prozent. Erste Tester:innen berichten außerdem, Sonnet 5.5 erfasse Codebasen schneller und komme mit weniger Schritten zum Ergebnis.

Für Unternehmen kann sich die höhere Effizienz vor allem dort auszahlen, wo Claude viele Aufgaben hintereinander übernimmt, etwa im Rahmen automatisierter Workflows, bei regelmäßigen Analysen oder bei der Verarbeitung großer Dokumentenmengen. Braucht das Modell dafür weniger Tokens und Schritte und liefert Ergebnisse schneller, sinken die Kosten auch bei unverändertem Token-Preis.

Stärkere Cyber-Fähigkeiten, strengere Schutzmechanismen

Wie bei OpenAI und Meta kam es auch bei Anthropic zu unerwarteten Sicherheitsvorfällen mit leistungsfähigen KI-Modellen. Anthropic hat die Prüfungen und Schutzmaßnahmen rund um Claude daraufhin ausgeweitet. In solchen Tests müssen die Modelle etwa Schwachstellen finden oder Angriffsketten ausführen.

Sonnet 5.5 erreicht bei solchen Aufgaben ein höheres Niveau als Sonnet 5. Deshalb erhält das Modell erstmals strengere Cyber-Schutzmechanismen, wie Anthropic sie bislang nur bei leistungsfähigeren Claude-Modellen eingesetzt hat. Normale Software-Entwicklung und Bug Fixing sollen davon unberührt bleiben. Bei riskanteren Anfragen kann Claude dagegen auf Sonnet 5 zurückfallen.

Anthropics CEO Dario Amodei hatte im September vor den Risiken immer leistungsfähigerer KI gewarnt und mit „Pacing the Frontier“ unter anderem dauerhaften Zugang für externe Prüfer:innen sowie stärker abgestimmte Sicherheitsstandards gefordert. Das erste Modell danach, Opus 5.5, erschien daraufhin mit strengeren Sicherheitsvorkehrungen und zusätzlichen Prüfungen. Anthropic ließ das Modell vor dem Launch unter anderem von METR und Frontier Design untersuchen und weitete die eigenen Sicherheitstests aus. Denn je mehr KI-Modelle selbstständig mit Tools, Dateien und externen Anwendungen arbeiten, desto größer können die Folgen unerwünschter oder unerwarteter Aktionen werden.



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© Steve A Johnson – Unsplash


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