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Gemini 4 schon bald? Leaks zeigen Avatare, Plugins und riesige Kontextfenster

Gemini 4 schon bald? Leaks zeigen Avatare, Plugins und riesige Kontextfenster

Marié Detlefsen | 28.09.26

Google könnte Gemini 4 deutlich früher veröffentlichen als bislang erwartet – und erste Leaks geben bereits Hinweise darauf, was das neue KI-Modell können soll. Von deutlich besseren Web-Designs bis hin zu riesigen Kontextfenstern und mehr Plugins: Google scheint einiges vorzubereiten, muss dabei aber mit der Konkurrenz Schritt halten.

Bei Google könnte es schneller gehen als bislang erwartet: Das nächste große KI-Modell des Unternehmens, Gemini 4, befindet sich offenbar bereits in einer fortgeschrittenen Testphase. Hinweise aus dem Umfeld von Google DeepMind und geleakte Ergebnisse deuten darauf hin, dass das Unternehmen sein neues Flaggschiff möglicherweise noch vor Jahresende präsentieren will. Offiziell hält sich Google mit Details allerdings zurück.

Koray Kavukcuoglu, Chef von Google DeepMind, erklärte kürzlich beim AI Agenda Live Summit von The Information, Gemini 4 befinde sich bereits im sogenannten Post-Training. Dabei wird ein bereits trainiertes Modell unter anderem auf Sicherheit, Zuverlässigkeit und konkrete Einsatzszenarien optimiert. Eine erste Version solle laut Kavukcuoglu möglichst bald erscheinen.

Was „bald“ genau bedeutet, bleibt allerdings offen. Einige Brancheninsider vermuten, dass Gemini 4 schon im Oktober kommen könnte. Beobachtungen aus Googles Software und interne Testspuren sprechen dagegen eher für November oder Dezember. Einen bestätigten Starttermin gibt es bislang nicht.

Während in den vergangenen Monaten mehrere kleinere beziehungsweise auf Geschwindigkeit und Kosten optimierte Gemini-Modelle erschienen sind (wie zuletzt Gemini 3.7 Flash im August und Gemini 3.8 Flash Anfang September), warten Nutzer:innen weiterhin auf ein echtes Update des bisherigen Spitzenmodells.

Diese Funktionen soll Gemini 4 bieten

Doch was hat Gemini 4 zu bieten? Laut ersten Gerüchten und Berichten, unter anderem von TestingCatalog, sollen interne Testversionen von Gemini 4 Pro unter dem Codenamen „Argon“ erprobt werden. Erste Ergebnisse, die Entwickler:innen öffentlich gezeigt haben, wirken vor allem bei der Gestaltung von Websites bemerkenswert. Statt typischer KI-Layouts mit austauschbaren Karten, Buttons und Standardschriften sollen die generierten Oberflächen deutlich individueller und ausgefeilter wirken.

In einem öffentlich gezeigten Test benötigte das Modell zwar mehrere Minuten für eine komplette Website. Dafür soll das Ergebnis wesentlich stärker nach einem bewusst gestalteten digitalen Produkt als nach einem automatisch zusammengebauten Template aussehen.

Auch bei SVG-Grafiken gibt es offenbar Fortschritte. Ein Test mit der Nachbildung eines Xbox Controllers soll eine ungewöhnlich detaillierte und saubere Vektorgrafik hervorgebracht haben. Solche Aufgaben sind für KI-Modelle insofern ein Fortschritt, weil sie nicht nur korrekten Code, sondern auch ein Gespür für Proportionen, Anordnung und visuelle Details verlangen.

Ob diese Qualität tatsächlich ein genereller Sprung gegenüber bisherigen Gemini-Versionen ist, lässt sich anhand einzelner Demos allerdings noch nicht beurteilen.

Leaks zeigen größere Kontextfenster und Fokus auf Avatare

Auch bei der Verarbeitung langer Inhalte gibt es Spekulationen. Eine der kursierenden Angaben auf der Plattform X spricht von einer maximalen Ausgabe von 256.000 Tokens. Das wäre deutlich mehr als bei bisherigen Modellen. Noch größer könnten die Unterschiede beim sogenannten Kontextfenster ausfallen. Hier reichen die geleakten Angaben allerdings extrem weit auseinander: Genannt werden Werte von etwa 1,5 Millionen bis hin zu mehr als zehn Millionen Tokens.

Das klingt spektakulär, ist momentan aber mit Vorsicht zu genießen. Für diese besonders hohen Zahlen fehlen belastbare Belege. Außerdem sagt eine theoretische Kontextgröße allein noch nichts darüber aus, wie zuverlässig ein Modell Informationen über einen derart langen Text hinweg tatsächlich verarbeitet. Auch bei der Geschwindigkeit der Antworten gibt es bereits mehrere Spekulationen: Bei anspruchsvollen Tests soll Gemini 4 Pro teilweise mehrere Minuten für eine Antwort benötigt haben. Das wäre ein Hinweis darauf, dass Google offenbar bereit ist, Rechenzeit gegen höhere Qualität einzutauschen.

Nicht nur das Modell selbst könnte neue Fähigkeiten bekommen. Auch die Gemini App wird offenbar auf die nächste Generation vorbereitet. Ein besonders interessantes Gerücht betrifft sogenannte Projects. Dahinter steckt die Idee, dauerhaft eingerichtete Arbeitsbereiche anzulegen. Nutzer:innen könnten dort beispielsweise Referenzdateien und eigene Anweisungen hinterlegen. Neue Unterhaltungen innerhalb eines solchen Projekts müssten dann nicht jedes Mal bei null beginnen, sondern könnten auf den gemeinsamen Kontext zurückgreifen. Das wäre vor allem für längere Arbeitsprozesse praktisch – etwa bei Rechercheprojekten, Programmieraufgaben oder umfangreichen Dokumenten.

Zusätzlich sollen in der Gemini App laut TestingCatalog offenbar Avatare, Plugins und Widgets für Google-Dienste wie Gmail und Kalender vorbereitet werden. Sollte Google diese Funktionen tatsächlich ausrollen, würde Gemini stärker vom klassischen Chatbot zum dauerhaft eingebundenen Assistant werden.

Die Gemini-Desktop-App soll bereits für Gemini 4 umgebaut werden, unter anderem mit Avataren, Plugins sowie Widgets für Gmail und Kalender, © TestingCatalog
Die Gemini Desktop App soll bereits für Gemini 4 umgebaut werden, unter anderem mit Avataren, Plugins sowie Widgets für Gmail und Kalender, © TestingCatalog

Egal, ob Gemini 4 schon im Oktober oder erst Ende des Jahres kommt: Google kann sich kaum zurücklehnen. Auch alle anderen großen KI-Anbieter:innen entwickeln stetig neue, bessere KI-Modelle in kürzester Zeit. So hat OpenAI erst kürzlich GPT-5.6 Sol und Luna released und auch Anthropic sowie Meta haben bereits neuere Modelle wie Claude Opus 5.5 oder Muse herausgebracht.


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© Google via Canva


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