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AI Contribution Pilot: Google bezahlt einige Publisher für Inhalte in AI-Antworten

AI Contribution Pilot: Google bezahlt einige Publisher für Inhalte in AI-Antworten

Niklas Lewanczik | 15.09.26

Über die Search Console zahlt Google ersten Publishern Geld aus, wenn deren Inhalte maßgeblich die Antworten in AI Overviews, im AI Mode oder in der Gemini App stützen. Die Auszahlung erfolgt aber nach Googles Ermessen und wirkt intransparent.

User der Google Search Console konnten sich in letzter Zeit bereits über bahnbrechende Neuerungen freuen. Zum einen wurden die Platform Properties für alle Search Console User ausgerollt. Damit können diese die Performance von Social-Media-Videos und Posts auf TikTok, YouTube, Instagram und X in der Google-Suche, in Discover und in Google News analysieren. Zum anderen machte Google endlich AI Performance Reports und einen AI Control Toggle für Leistungsübersichten zu Inhalten in Googles KI-Kontexten für alle verfügbar.

Die Integration von eigenen Inhalten in Googles KI-Antworten kann künftig sogar bezahlt werden. Denn direkt in der Search Console testet Google jetzt den AI Contribution Pilot. Dieses Feature dient der Auszahlung an Publisher, wenn deren Content für Antworten im AI Mode, in den AI Overviews oder in der Gemini App zentral ist. Wann das der Fall ist, setzt Google selbst fest.



Google:

AI Performance Reports und AI Control Toggle jetzt weltweit verfügbar

Stilisierter Leistungsindikator mit farbiger Skala, der die neuen AI Performance Reports in der Google Search Console symbolisiert. AI Performance Reports in der Google Search Console schaffen erstmals mehr Transparenz über die Sichtbarkeit von Inhalten in AI Overviews und AI Mode.
© Google Search Console


AI Contribution Pilot: Über die Search Console Geld von Google erhalten

Endlich zahlt Google Publishern einen Beitrag dafür, wenn sie als zentrale Quelle für KI-Antworten dienen. Das kann Publishern helfen, die ohnehin darunter leiden, dass Googles AI Mode, AI Overviews und Antworten in der Gemini App für weniger Traffic sorgen. Für Digiday berichten Jessica Davies und Sara Guaglione von einem Lizenzierungsprogramm für Inhalte, das über die Search Console läuft.

Branchen-Insider, die in den USA bereits Zugriff auf das Programm namens AI Contribution Pilot haben, informierten Digiday. Gegenüber dem Publisher gab Google an, mit dem Programm zu experimentieren, um ein Auszahlungssystem für Publisher bei bestimmten KI-Antwortinhalten zu etablieren. Dafür hat Google einige Test-Publisher kontaktiert, die dem Programm beitreten können. Sofern sie die Bedingungen annehmen, können diese direkt in der Search Console Einblick in etwaige Auszahlungen erhalten. Ein dediziertes Widget in der Search Console zeigt die Summe der Auszahlungen und die Auszahlungshistorie an.

Das AI Contribution Pilot Interface in der Search Console, © Google via Digiday
Das AI Contribution Pilot Interface in der Search Console, © Google via Digiday

Nicht jeder Beitrag zur KI-Antwort qualifiziert sich für Auszahlungen

Allerdings ist bisher unklar, wie genau Google die einzelnen Auszahlungssummen errechnet. Zudem bezahlt Google die Publisher nur in einigen Fällen, in denen ihre Inhalte die KI-Antworten „signifikant“ bereichern oder gar stützen. Welche Kriterien bei der Antwort dafür anfallen, ist nicht ganz klar. Immerhin erklärt Google, dass zum Beispiel der Abgleich von Fakten oder eine Verlinkung von Publisher-Quellen als Zusatzinformation in KI-Antworten nicht für eine Auszahlung im Programm qualifizieren. Auszahlungen können die Publisher derweil für zentrale Quellenbeiträge in AI Overviews, im AI Mode und in der Gemini App erhalten.

Dass Google dabei selbst evaluiert, wann ein Beitrag eine Auszahlung verdient hat und wie hoch diese ausfällt, demonstriert klar die Machtverhältnisse in der Google-Suche. Womöglich möchte Google sich nicht vorwerfen lassen, zentrale Publisher-Inhalte ohne Gegenleistung neben der Verlinkung als Kernaussage in KI-Antworten zu übernehmen, um davon selbst zu profitieren, sei es durch die Verweildauer der User in Googles KI-Umgebung oder die Integration von Ads in diesen Bereichen.

Kein Hinweis auf Ausweitung – Google hat auch andere Lizenzierungs-Deals für Content

Der AI Contribution Pilot wird von Google nach und nach aufgebaut, so scheint es. Das Programm läuft derzeit auf Einladung vonseiten Googles, wie die Beteiligten gegenüber Digiday angeben. Wir selbst konnten in der Search Console dementsprechend auch noch keinen Hinweis darauf finden. Ob und wann Google dieses Lizenzierungsprogramm erweitert, ist bis dato nicht bekannt. Es würde sich indes gerade für kleinere Publisher anbieten, deren qualitative Inhalte – zumal wenn sie unikal sind – die KI-Antworten Googles bereichern, was aber zu Traffic-Einbrüchen für die Seiten selbst führen kann.

Google verweist bezüglich des AI Contribution Pilots indes auf einen Blog Post aus dem Juni. Dort zählt das Unternehmen einige Initiativen auf, die das Publisher-Ökosystem unterstützen, damit zusammen mit diesem immerzu relevante Informationen im Google-Kosmos geliefert werden können. Darin wird der AI Contribution Pilot nicht explizit erwähnt. Google schreibt aber zu weiteren Kooperationen:

Beyond news, we are piloting a new way to partner with websites whose content meaningfully contributes to the freshness and factuality of generative AI responses through the process of grounding.

Im Post werden überdies weitere Google Deals angeführt, in deren Rahmen das Unternehmen Publisher weltweit für Nutzungsrechte bezahlt. Dazu gehören ein News AI Pilot, bei dem Google mit großen Publishern wie Der Spiegel und The Guardian KI-basierte Artikelübersichten und Audio-Briefings erstellt, und das Programm Extended News Previews (ENP). Bei letzterem zahlt Google über 5.500 Publishern in Europa Geld, um deren Presseinhalte in der Suche und auch in KI-Umgebungen, anzeigen zu können. Die einzelnen Programme helfen manchen Publishern. Grundsätzlich ist für diese der grundlegende Wandel in der Suchlandschaft, der immer mehr und zuweilen umfassendere KI-Antworten vorsieht, eine Gefahr für das Geschäftsmodell. Denn wenn KI-Antworten so ausführlich sind, dass User die Quell-Websites nicht mehr besuchen, sinken Traffic Rates und die Vermarktungsoptionen auf den Seiten verlieren an Gewicht.

Mit Vorsicht zu genießen: Publisher Marketplace und Co. bringen Hoffnung

Daher schaffen Programme wie der AI Contribution Pilot Hoffnung. Zuletzt hat auch Amazon mit einem AI Marketplace für Publisher experimentiert. Dort könnten Unternehmen hinter AI-Diensten die Publisher für die Übernahme von Inhalten bezahlen. In ähnlicher Form hat Microsoft es mit einem eigenen Publisher Marketplace bereits vorgemacht. Dieser wurde 2025 entwickelt und 2026 eingeführt. Auch dabei ist der Deal aber klar: Publisher erhalten zwar Geld für ihre Inhalte, auch solche hinter Paywalls, wenn diese lizenziert werden sollen. Doch im Gegenzug können die KI-Unternehmen und Entwickler:innen mit diesen Inhalten nicht nur Antworten liefern, sondern eigene KI-Produkte weiterentwickeln – die wiederum das Ungleichgewicht zwischen Publishern und AI Providern in der KI-first-Welt verschärfen könnten.



Content gegen Kohle fürs KI-Training:

Amazon könnte AI Marketplace für Publisher starten

Amazon Logo schwarz
© Sunrise King – Unsplash


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