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Data Agent startet in ChatGPT Work und Astra zwingt OpenAI zum Pro-Stopp

Data Agent startet in ChatGPT Work und Astra zwingt OpenAI zum Pro-Stopp

Larissa Ceccio | 11.09.26

Der neue Data Agent in ChatGPT Work wertet Unternehmensdaten aus, sucht Ursachen und baut interaktive Dashboards. Nutzer:innen sollen dafür nur noch in natürlicher Sprache beschreiben, was sie wissen wollen. Bei GPT-6 Astra sorgt die hohe Nachfrage derweil dafür, dass OpenAI neue Pro-Abos vorerst stoppt.

„Warum brechen unsere Verkäufe ein?“ oder „Welche Großkund:innen könnten abspringen?“ Solche Fragen lassen sich oft nicht mit einem Blick ins Dashboard beantworten. Die nötigen Daten liegen verteilt im CRM, Data Warehouse, in BI Tools oder einzelnen Dateien. Teams müssen sie erst zusammenführen und nach den richtigen Kennzahlen auswerten. Deshalb landen viele Ad-hoc-Fragen beim Data Team und Antworten dauern entsprechend länger.

Der neue Data Agent in ChatGPT Work soll einen Teil dieser Arbeit übernehmen. Nutzer:innen formulieren ihre Frage in natürlicher Sprache, der Agent durchsucht freigegebene Unternehmensdaten, untersucht Veränderungen und erstellt auf Wunsch ein interaktives Dashboard. OpenAI verspricht damit Analysen, ohne dass Mitarbeitende SQL schreiben oder sich mit einem neuen Analyse-Tool für den Einsatz auseinandersetzen müssen.



Claude Cowork und ChatGPT Work setzen auf eigenen Browser für deine Aufgaben im Web

orangefarbener Hintergrund, grobe Zeichnung einer Hand, die Weltkugel hält, schwarzweiß
© Anthropic via Canva


Data Agent verbindet ChatGPT mit Snowflake, BigQuery und Co.

Der Data Agent verbindet ChatGPT Work unter anderem mit Amazon Redshift, Google BigQuery, Databricks, MongoDB, Snowflake, ClickHouse und Datadog. Zusätzlich kann er Dateien aus Google Drive oder SharePoint in die Analyse einbeziehen, sodass Teams Daten nicht erst exportieren oder für jede Frage zwischen mehreren Diensten und Datenquellen wechseln müssen.

Damit ChatGPT Unternehmenskennzahlen nicht nach eigenen Annahmen interpretiert, kann der Agent interne Definitionen, Berechnungen und Datenbeziehungen aus Quellen wie dbt, Snowflake Horizon oder Databricks Genie Ontology sowie bestehenden BI Dashboards berücksichtigen. Berechnet ein Unternehmen etwa „aktive Kund:innen“ nach einer eigenen Formel, kann ChatGPT genau diese Definition verwenden, statt selbst festzulegen, was „aktiv“ bedeutet.

Die bestehenden Zugriffsrechte bleiben dabei erhalten. Administrator:innen bestimmen, welche Quellen Mitarbeitende verwenden dürfen. Einschränkungen für Tabellen, Zeilen oder einzelne Spalten gelten laut OpenAI auch bei Anfragen über ChatGPT.

Data Agent baut Dashboards und arbeitet mit Power BI und Tableau

Nach einer ersten Analyse können Nutzer:innen im selben Chat weiterfragen, Zeiträume vergleichen oder einzelne Ursachen genauer untersuchen. Aus den Ergebnissen erstellt der Data Agent auf Wunsch ein interaktives Dashboard, das Teams bearbeiten, teilen und später mit aktuellen Daten aktualisieren können.

Ein Marketing Team könnte so untersuchen, warum die Conversion Rate in einer Woche gesunken ist, welche Kampagnen oder Kanäle den Rückgang verursachen und wie stark einzelne Faktoren dazu beitragen. Sales Teams könnten prüfen, welche Großkund:innen ihre Nutzung reduzieren und bei welchen Accounts das Kündigungsrisiko steigt.

OpenAI bindet außerdem Power BI, Tableau, Sigma und ThoughtSpot ein. Teams können ihre Analysen dadurch in bestehenden BI-Dienste weiterführen und veröffentlichen. Über angebundene Dienste wie Slack oder E-Mail lassen sich Ergebnisse teilen und nach Freigabe weitere Schritte anstoßen.

Fachabteilungen können mit ChatGPTs Data Agent mehr Analysen selbst übernehmen

OpenAI nutzt die zugrunde liegenden Funktionen bereits im eigenen Unternehmen. Nach Angaben des Unternehmens arbeiten fast alle Mitglieder des Product Teams und mehr als zwei Drittel der Go-to-Market-Organisation mit Data Agents, um Unternehmensdaten selbst auszuwerten.

Auch NTT DATA, Thermo Fisher Scientific und ServiceTitan testeten den Data Agent vor dem Launch. NTT DATA berichtet, dass Mitarbeitende ohne Engineering-Hintergrund eigene Dashboards per Texteingabe erstellen und aktualisieren konnten.

Damit adressiert OpenAI einen gängigen Engpass in Unternehmen. Fachabteilungen müssen nicht für jede neue Frage ein Reporting Ticket erstellen, während Data Teams weiterhin Kennzahlen definieren, Datenqualität prüfen und Zugriffsrechte verwalten. Wie zuverlässig der Agent mit komplexen oder widersprüchlichen Datensätzen umgeht, müssen breitere Praxistests allerdings noch zeigen.

So starten Teams den Data Agent mit @Data

OpenAI bietet den Agent als Data Plugin in ChatGPT Work an. Administrator:innen installieren das Plugin über die Workspace-Einstellungen, verbinden die gewünschten Datenquellen und legen fest, welche Teams darauf zugreifen dürfen. Mitarbeitende können den Agent anschließend mit @Data ansprechen. Zum Start nennt OpenAI drei Beispiel-Prompts für den Data Agent:

@Data Analysiere, warum sich die Zahl der wöchentlich aktiven Nutzer:innen letzte Woche verändert hat. Identifiziere die wahrscheinlichsten Einflussfaktoren, vergleiche sie mit früheren Zeiträumen und empfehle die nächsten Prüfungen.

@Data Entwickle ein KPI-Framework für diesen neuen Produktbereich mit zentralen Kennzahlen, Einflussfaktoren, Leitplanken, Zielwerten und Anforderungen an die Datenvalidierung.

@Data Verwandle die Kennzahlen dieses Monats in ein Update für die Führungsebene mit Ist-Werten, Vergleichen, Einflussfaktoren, Einschränkungen und Handlungsempfehlungen.

Astra sorgt für so viel Nachfrage, dass OpenAI Pro-Abos stoppt

hatGPT Work arbeitet inzwischen mit dem neuen State-of-the-Art-Modell OpenAIs. OpenAI stellte GPT-6 Astra Anfang September vor und versprach, dass das „intelligenteste Modell der Welt“ alles schneller erledigen könne, was Nutzer:innen heute selbst am Computer machen. Offenbar wollten das sehr viele selbst ausprobieren. Nur eine Woche nach dem Start des neuen Modells erreichte die Nachfrage laut Produktchef Thibault Sottiaux ein Niveau, das OpenAI selbst als „beispiellos“ bezeichnet. Besonders Pro-Nutzer:innen beanspruchen viel Rechenleistung, weshalb das Unternehmen vorerst keine neuen Pro-Abos mehr annimmt. Nutzer:innen mit einem aktiven Pro-Abo müssen sich keine Sorgen machen. Ihre Zugänge laufen weiter, auch Go, Plus und die API bleiben unverändert verfügbar.

Sottiaux hatte bereits einen Tag vor dem Aufnahmestopp gewarnt, dass Astra außergewöhnlich stark nachgefragt werde und OpenAI selbst in früheren Phasen mit stark steigender Nutzung nichts Vergleichbares erlebt habe. Der Aufnahmestopp für neue Pro-Abonnent:innen dürfte wohlüberlegt gewesen sein. Mit 200 US-Dollar im Monat zahlen Nutzer:innen für diesen Tarif schließlich mehr als für jedes andere reguläre ChatGPT-Abo.

Wie lange die Pause dauert, verriet das Unternehmen bislang nicht. Auch Zahlen dazu, wie viele Menschen seit dem Astra-Launch ein Pro-Abo abschließen wollten, veröffentlichte OpenAI nicht. Der Roll-out des „weltbesten“ Modells startete allerdings schon mit Einschränkungen. OpenAI hatte Astra wegen besonders leistungsfähiger Cybersecurity-Funktionen als „Critical“ eingestuft und den Release verzögert sowie besonders leistungsfähige Funktionen nur eingeschränkt freigegeben.



„Intelligentestes Modell der Welt“ GPT-6 Astra ist da

Mann steht vor Leinwand mit digitalem Interface, Laptop mit GPT-6 Astra dahinter
© OpenAI via Canva


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