SEO - Suchmaschinenoptimierung
Google macht die nächsten Websites obsolet

Google macht die nächsten Websites obsolet

Niklas Lewanczik | 09.09.26

In den AI Overviews liefert Google jetzt einen Zeichenzähler. Damit verlieren Websites mit diesem Fokus an Relevanz und über Google auch an Traffic. Es ist nicht das erste Beispiel für Website-Modelle, denen Google Probleme macht.

Der SEO-Experte Daniel Bilalov hat auf Google eine Entdeckung gemacht, die viele Seitenbetreiber:innen vor große Probleme stellt. In den AI Overviews integriert Google inzwischen einen eigenen Zeichenzähler. Zumindest in den USA, wir selbst konnten im Test noch noch keinen entdecken. Das interaktive Tool ist direkt in den KI-Antwortbereich eingebettet. Es zählt Wörter, Zeichen und Sätze in dem Text, den User einfügen.

Bilalov sieht darin bereits eine Konsequenz: Websites, die auf Wort- und Zeichenzähler als zentralen Dienst setzen, dürften massiv an Bedeutung und Traffic verlieren. Der SEO-Experte Barry Schwartz, der auf Search Engine Roundtable über die Entwicklung schreibt, verabschiedet sich auf X bereits im übertragenen Sinne von diesen Seiten.

Tatsächlich dürfte dieses neue Google Feature direkt in den AI Overviews künftig auch Seiten mit spezifischen URLs wie woerter-zaehlen.de, zeichenzähler.de, zeichenzaehlen.de und Co. Traffic in Deutschland kosten. Wir haben noch keine Entsprechung in unseren Suchen mobil und auf dem Desktop gefunden. User können aber ohnehin schon den AI Mode benutzen, um einen Text einzufügen und Gemini dort die Wörter, Zeichen und dergleichen mehr zählen zu lassen.

Immer mehr Funktionen direkt in der Suche: Von Emojis bis zum Wetter

Die Integration von hilfreichen Diensten für User, die sie direkt in der Suche nutzen können, ist bei Google keine Seltenheit. In einigen Fällen geht damit jedoch der Relevanzverlust bestimmter Websites einher. 2025 stellte Google zum Beispiel die Emoji Search Box live. Diese erspart Usern in vielen Fällen den Weg zu Emoji Websites, wenn sie ein passendes Emoji suchen und kopieren möchten. Die entsprechenden Websites könnten auf diese Weise langfristig deutlich an Traffic verlieren.



Googles Emoji Search Box ist live:

Schlechte Karten für Emoji Websites

Google, Screenshot der Suche nach dem Sad Emoji
© Google, Screenshot der Suche nach dem Sad Emoji


Das mag auch für Seiten mit Wetterinformationen gelten. Schon lange zeigt Google direkt in der Suche aktuelle Informationen zum Wetter in der Region der Suchenden an. Mit dem jüngst gelaunchten KI-Modell zur Wettervorhersage WeatherNext 3 sollen noch deutlich mehr Informationen zum Wetter direkt in der Suche, aber auch in Gemini und Google Maps integriert werden.

Der Einbau von derartigen KI-gestützten Features ist Teil einer Entwicklung, die User weiter vom Zugriff auf klassische Suchergebnisse mit Links in der Suche entfernen könnte. Dessen ist sich auch Google CEO Sundar Pichai bewusst. In einem Interview mit John Collison von Stripe und Elad Gil für den Podcast Cheeky Pint erklärt er, dass die Informationssuche zusehends durch agentische Aufgaben übernommen werden kann. Zudem sagt er auf die Frage, ob Search in zehn Jahren noch existieren oder sich nur entwickeln werde:

It keeps evolving. Search would be an agent manager in which you’re doing a lot of things.

Die Suche verändert sich wahrlich drastisch. Und AI Overviews sowie der AI Mode sorgen dafür, dass klassische Link-Ergebnisse in immer mehr Kontexten weniger Gewicht haben. Für die Seiten hinter diesen Ergebnissen ist das ein Problem. Sie können im GEO-Kontext auf relevante Quellenerwähnungen in den KI-Ergebnissen hoffen. Wenn Google aber eigene Tools integriert, die ihr Website-Modell abbilden, sieht es für die Traffic-Zukunft schlecht aus.



Klassische Suchergebnisse verdrängt:

Google klappt AI Overviews teilweise komplett aus

Screenshot einer Google-Suche mit AI Overview zum Thema handgefertigte Keramik, daneben ein Foto einer Keramikschale.
© Google via Canva


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