Social Media Marketing
Twitter.now: Das neue Twitter ist da

Twitter.now: Das neue Twitter ist da

Marié Detlefsen | 28.08.26

Mit Twitter.now will das Startup Operation Bluebird eine neue Social-Media-Plattform an den Start bringen – und setzt dabei ausgerechnet auf einen Namen, der längst Geschichte schien. Doch ein Rechtsstreit mit X Corp. und die große Frage, ob sich das Projekt gegen die etablierte Konkurrenz durchsetzen kann, machen die Zukunft des Netzwerks noch ungewiss.

Ist Twitter zurück? Ganz so einfach ist es nicht. Mit Twitter.now steht ein neues soziales Netzwerk in den Startlöchern – entwickelt von dem Startup Operation Bluebird, zu dessen Gründungs-Team auch der frühere Twitter-Markenrechtsberater Stephen Coates gehört. Dies kündigte Coates auf Linkedin an.

Das Projekt könnte allerdings juristisch noch an Fahrt aufnehmen, denn rund um die Nutzung des Namens „Twitter“ gibt es einen Rechtsstreit mit dem SpaceX-eigenen Unternehmen hinter Elon Musks Plattform X. Während X gegen den Start einer neuen Plattform unter dem Twitter-Namen vorgehen wollte, vertritt Operation Bluebird die Auffassung, dass Markenrechte wie Twitter oder Tweet nicht mehr ausreichend genutzt worden seien.

Twitter.now will nach eigenen Angaben aber ohnehin keine Kopie des alten Twitter werden. Stattdessen setzt die Plattform auf VERA, ein KI-System, das Beiträge einordnen, Aussagen überprüfen und mit Quellen sowie einem Vertrauenswert versehen soll. Nutzer:innen könnten so selbst festlegen, wie glaubwürdig Inhalte in ihrem Feed sein müssen. Auf ihrer Website schreibt Bluebird:

There was a place where the whole world came to talk. The richest man alive bought it, and broke it. We’re a small team taking Twitter back — rebuilt on trust.

Aktuell befindet sich das Netzwerk noch in der Testphase, der Early-Access-Zugang kostet 20 US-Dollar. Ob aus dem Projekt tatsächlich eine ernsthafte neue Social-Media-Alternative wird, bleibt allerdings offen. Denn gerade bei Moderation und dem Umgang mit problematischen Inhalten scheitern viele Plattformen. Twitter.now hat zwar einen bekannten Namen, kann aber nicht davon profitieren, User der alten Twitter-Plattform direkt reaktivieren zu können. Die Plattform muss also zunächst neue User gewinnen, sollte sie auch unter diesem Namen rechtskonform bestehen bleiben. Ein ähnliches Problem haben Projekte wie ICQ Reborn, die zwar bekannte Dienste wiederaufleben lassen, aber nicht in Verbindung zum Original stehen.


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© SpaceXAI via Canva


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