Unternehmenskultur
Deloitte als Beispiel: AI übernimmt jetzt auch Unternehmensprüfungen

Deloitte als Beispiel: AI übernimmt jetzt auch Unternehmensprüfungen

Selina Beck | 08.07.26

Beispiel für AI im Job: Prüfer:innen des Wirtschaftsprüfungsunternehmens Deloitte nutzen mittlerweile KI-Tools zur Unterstützung von Wirtschaftsprüfungen.

KI verändert den Arbeitsalltag von Millionen Menschen zusehends. Das gilt auch für das Consulting-Geschäft. Die vier größten Wirtschaftsprüfungs- und Beratungsgesellschaften haben laut Bericht von Bloomberg Tax weltweit KI-Tools eingeführt, welche einen Teil der manuellen Datenverarbeitungsarbeit der Wirtschaftsprüfer:innen erledigen. Mit den neuen Technologien sollen Transaktionen und Dokumente durchsucht werden, die Reaktionszeiten bei Anfragen von Kund:innen schneller bearbeitet und Informationen zügiger analysiert werden. Will Bible, US-Partner und Leiter des Bereichs digitale Produkte bei Deloitte & Touche LLP, teilt dazu mit:

We expect to see the time from when the documents come in from a client to when they get populated in working papers to start to accelerate. It means they can execute their tasks more quickly in the course of the day and hopefully they can then ask broader questions as well.

Milliarden in KI-Ausbau investiert

Die KI-Investition in die Wirtschaftsprüfung gehört zu Deloittes drei Milliarden US-Dollar Investment zum Ausbau der KI-Funktionen, für das fünf Jahre eingeplant sind. Auch die Konkurrent:innen des Wirtschaftsprüfungsunternehmens wie Ernst & Young und KPMG haben Milliarden in ihren KI-Ausbau investiert.

Laut Deloitte werden die KI-Agents Medienberichte nach aufkommenden Bedrohungen scannen und erste Entwürfe zu Vermerken von Angestellten generieren. Sie sollen den Prüfer:innen auch bei der Bewertung von Offenlegungsanforderungen und anderen regulatorischen Kriterien helfen.



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Prüfungsschritte müssen von Mitarbeiter:innen kontrolliert werden

Das Unternehmen betont jedoch, dass die Beschäftigten die Empfehlungen des Algorithmus auch ignorieren und ihre Aufgaben mit den konventionellen Arbeitsmethoden erledigen können. Zudem sollen die Angestellten alle Dokumentationsentwürfe prüfen und bewerten, bevor die KI-Resultate in die offiziellen Papiere eingeordnet werden. So soll weiterhin jeder Schritt der Prüfung im Detail festgehalten werden. Wirtschaftsprüfer:innen sind weiterhin für die Arbeit verantwortlich, auch wenn KI-Agents daran mitgewirkt haben, so Bible.

Negative KI-Erfahrungen hat Deloitte bereits gesammelt. 2025 wurde das Unternehmen für einen Bericht für die Regierung in Australien beauftragt und zog AI-Recherchen heran, die allerdings fehlerhaft waren. Damals wurde von KI-Halluzinationen gesprochen. Das Unternehmen musste Australiens Regierung daraufhin einen Teil der Vergütung zurückerstatten. Diese war insgesamt mit 440.000 Australischen Dollar beziffert.


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