Human Resources
Britische Unternehmen stellen lieber Zeitarbeitende als Festangestellte ein

Britische Unternehmen stellen lieber Zeitarbeitende als Festangestellte ein

Selina Beck | 24.06.26

Laut diversen Personalvermittlungsfirmen sinkt die Zahl der Neueinstellungen im Vereinigten Königreich. Die Gründe für den fragilen Arbeitsmarkt sind dabei vielfältig.

Einer neuen Studie von KPMG und dem Verband der Personalvermittler und -berater (REC) zufolge berichten verschiedene Personalvermittlungsfirmen davon, dass Unternehmen im UK lieber Zeitarbeiter:innen als Festangestellte beschäftigen. Die Zahl der Neueinstellungen sinkt generell (schnellster Rückgang bei der Einstellung von Festangestellten seit zehn Monaten), während es vergangenen Monat einen starken Anstieg von befristeten Jobs gab.

Instabiler Arbeitsmarkt, höherer Kostendruck

Die Firmen sehen die Gründe für den fragilen Arbeitsmarkt im geringen Vertrauen in die Wirtschaft und dem gestiegenen Kostendruck. Zudem erklären sie, dass die politischen Turbulenzen im UK und der Nahostkonflikt dafür verantwortlich sind, dass die Angestelltenanzahl nicht dauerhaft erhöht wird. Neil Carberry, Geschäftsführer von REC, erklärt dazu:

With businesses tapping the brakes on permanent hiring in the face of higher costs, the Gulf crisis and new employment red tape, temporary work is making up the gap.

Die wenigsten unbefristeten neuen Jobs gibt es im Einzelhandel

Die Zahl der Bewerbungen ist indes aufgrund der Entlassungen, weniger Beschäftigungsmöglichkeiten und Sorgen um den Arbeitsplatz gestiegen, ergibt die Umfrage unter 400 britischen Personalberatungsunternehmen. Zugleich steigt durch die höhere Bewerber:innenanzahl das Gehalt für Berufsanfänger:innen und Zeitarbeitenden im Mai nur geringfügig.

Den stärksten Rückgang bei unbefristeten Neueinstellungen gibt es in der Branche Einzelhandel. Positive Nachrichten gibt es dagegen für den Pflege-, Medizin und Betreuungssektor. In diesen Branchen gab es eine höhere Nachfrage nach Festangestellten.

Weitere schlechte Nachrichten aus dem UK: Generell stieg die Arbeitslosenquote in den vergangenen Monat auf fünf Prozent und das Lohnwachstum verlangsamte sich laut aktuellem Bericht des „The Guardian“. Angesichts der jüngsten Entwicklungen ist die Politik hinsichtlich der Frage nach dauerhaft stabilen Arbeitsmarktlösungen gefragt wie selten. Im UK soll jetzt der neue Premierminister Andy Burnham für Aufschwung sorgen.

In Deutschland liegt die Arbeitslosenquote aktuell bei 6,3 Prozent. Auch die Zahl der Neueinstellungen fiel im zweiten Quartal 2026 deutlich vorsichtiger aus als erhofft. Damit sorgen auch in Deutschland wirtschaftliche Unsicherheiten, strukturelle Veränderungen in verschiedenen Branchen und geopolitische Tendenzen dafür, dass Personalentscheidungen intensiver überdacht werden. Möglicherweise muss sich auf der deutsche Arbeitsmarkt auf einen Trend einstellen, der eher Kurzzeiteinstellungen vorsieht als langfristige Verträge.


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© Christina @ wocintechchat.com – Unsplash


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