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Ländervergleich: Am wenigsten Zero Click Searches in Deutschland

Ländervergleich: Am wenigsten Zero Click Searches in Deutschland

Niklas Lewanczik | 19.06.26

Nach der großen Analyse für Zero Click Searches auf Google in den USA liefert SparkToro jetzt Daten für Deutschland, Italien, Frankreich, Kanada und das UK. Dort zeigen sich klare Unterschiede in der Search-Nutzung.

Zero Click Searches auf Google sind in den vergangenen Jahren und Monaten immer häufiger geworden. Das heißt, dass User mehr denn je eine Suche starten, ohne in deren Verlauf auf eine Website oder Google Property zu klicken. Kürzlich veröffentlichte das Analyse-Unternehmen SparkToro basierend auf Daten von Similarweb zur Entwicklung dieses Suchphänomens in den USA – mit einer drastischen Erkenntnis: In den Monaten Januar bis April 2026 endeten 68,01 Prozent der Suchanfragen dort ohne Klick. Jetzt gibt es auch Werte für europäische Märkte, inklusive Deutschland, wo tatsächlich weniger Zero Click Searches zustande kommen. Allerdings gilt es bei der Betrachtung dieses Suchverhaltens der User, einige Kernpunkte zu beachten, die womöglich erst auf den zweiten Blick offenbar werden.


Analyse zeigt, wie rasant Zero Click Searches auf Google gestiegen sind

Google-Logos gespiegelt auf Glaswänden, rund
© FLY:D – Unsplash


Deutschland, Frankreich, Italien, UK: So viele Zero Click Searches gibt es in Europa

Schon bei der Veröffentlichung der großen Analyse rund um Zero Click Searches in den USA versprach Studienleiter und SEO-Experte Rand Fishkin, zusammen mit Similarweb bald Daten für Europa sowie Kanada nachzuliefern. Jetzt ist es so weit. Mithilfe von Daten des Analyseunternehmens Similarweb, konkret dank des Clickstream Panels für Mobile und Desktop, wurden für die Regionen Kanada, Deutschland, Frankreich, Italien und das Vereinigte Königreich die Werte in Bezug auf Zero Click Searches für die Monate von Januar bis April 2026 ermittelt. Bei den Ergebnissen stechen drei Werte deutlich hervor:

  1. das Vereinigte Königreich hat die höchste Rate an Zero Click Searches und liegt mit 69,5 Prozent noch vor den USA.
  2. Deutschland weist die niedrigste Rate an Zero Click Searches auf (62,1 Prozent) und kommt damit auch auf die meisten Suchanfragen, die in Klicks ins Open Web münden (37,9 Prozent).
  3. Frankreich hat den geringsten Wert bei neu gestarteten Suchen (22,9 Prozent), was ein effizientes Suchverhalten nahelegt.
Die Zero Click Searches der vergangenen Monate in sechs Märkten im Vergleich (bei Deutschland müsste der Wert für endende Search Sessions 39,6 Prozent betragen), © SparkToro

Der Blick auf Deutschland zeigt, dass knapp 38 Prozent der untersuchten Suchanfragen zu Klicks führen. Als Klicks definiert SparkToro auf Basis der Similarweb-Daten drei Interaktionen:

  1. Klicks zu organischen Ergebnissen
  2. Klicks zu Anzeigen
  3. Klicks zu Google Properties wie Google Maps, YouTube, den AI Mode und Co.

Nur wenn diese nicht vorliegen, wird eine No Click Search vermerkt.

Die Werte für No Click Searches und Suchanfragen mit Klick in Deutschland von Januar bis April 2026, © SparkToro
Die Werte für No Click Searches und Suchanfragen mit Klick in Deutschland von Januar bis April 2026, © SparkToro

Warum gerade in Deutschland im Vergleich mehr Suchanfragen mit Klicks enden, lässt sich nicht eindeutig belegen. Rand Fishkin stellt die Vermutung in den Raum, dass EU-Regularien, die Googles Bevorzugung eigener Dienste – etwa im Bereich Shopping – abgestraft haben, einen Einfluss haben könnten. Da aber Klicks zu Alphabet-eigenen Properties auch als Klicks zählen, ist das als Grund nur bedingt belastbar. Laut Fishkin können aber ebenso sprachliche Eigenheiten der User hierzulande, die in Deutschland vorherrschende UX und andere Ursachen eine Rolle spielen. Ein Faktor könnte sein, dass KI-Suchbereiche wie die AI Overviews und der AI Mode erst einige Zeit nach dem Launch in den USA in Deutschland ankamen. Während diese Bereiche aufgrund der Content-Zusammenfassungen nachweislich für weniger Click-Throughs sorgen, könnte die Adaption in Deutschland nach dem Start 2025 mit einiger Verzögerung ankommen. Das würde allerdings nicht die Unterschiede zu anderen europäischen Regionen erklären.

Zero Click Searches steigen rasant an: Doch die Zahlen sind mit Vorsicht zu genießen

Mit Blick auf die USA lag der Wert der Zero Click Searches noch im Jahr 2024 bei 60,45 Prozent (die Zahlen stammten damals von Datos). Demnach ist die Zahl der Zero Click Searches auf Google binnen zwei Jahren um 12,5 Prozent (und knapp 7,5 Prozentpunkte) gestiegen. Das ist laut Fishkin das schnellste Wachstum in diesem Bereich im vergangenen Jahrzehnt. Gerade der Vergleich zu vor zehn Jahren ist eindrücklich. 2016 waren die Zero Click Searches mit 45,01 Prozent noch klar hinter den Suchen mit mindestens einem Klick. Suchanfragen, die keine Klicks der User mehr nach sich ziehen, nehmen auf Google durchaus zu. Dafür sorgen auch immer neue Suchoptionen, vor allem KI-Zusammenfassungen, wie sie die jüngst ausgerollten Information Agents für den AI Mode bieten.

Bei all dem Schrecken, den solche Zahlen für Publisher und Seitenbetreiber:innen hervorrufen könnten, müssen aber auch die Einschränkungen dieser Analyse hervorgehoben werden. So ist zu beachten, dass SparkToro lediglich die Nutzung im Browser berücksichtigt hat, nicht die in der Google App. Außerdem wurde mobil bereits nach zehn Sekunden Inaktivität das Ende einer Einzelsuche angenommen. Dazu kommt, dass auch die Änderung der Suchanfrage als weitere Suche gilt und damit als Zero Click Search für die erste Anfrage. Das kann in vielen Fällen sogar zutreffen, wenn User die Rechtschreibung korrigieren oder den Fokus anders setzen. Kommt es dann zum Klick, wird der nur der neuen Anfrage zugeschrieben, obwohl die Discovery Journey bei der ersten Anfrage startete. Deshalb sind die Daten zu Zero Clicks ein interessanter und zugleich fragiler Wert für die Analyse; das betonte Google in den vergangenen Jahren ebenfalls des Öfteren.

Darüber hinaus ist die Google-Suche allein bezüglich der Nutzungsweise bereits so breit gefächert, dass die Analyse der Klickwege erschwert werden könnte. User können direkt mit dem AI Mode starten oder die klassische Suche anwählen, sie können mit Bildern und per Stimme suchen und komplexere Sätze anstelle von Keywords als Anfrage stellen. Das sorgt nicht zuletzt dafür, dass Google immer mehr Suchen bedient und dabei immer neue Suchszenarien zum Vorschein kommen.

Trotz Klickverlust: Chancen für Publisher im KI-Suchzeitalter

We are living in the golden age of human curiosity,

meint Googles VP of Engineering für Search Rajan Patel. Darum eröffnen sich für Publisher und Seitenbetreiber:innen trotz der ernüchternden Entwicklung im Kontext der Zero Click Searches Discovery-Potentiale, die sie auf vielfältige Weise für sich nutzen können – obwohl sie vermutlich zuvorderst die Impressions, erst dann etwaige Klicks befeuern könnten. Derzeit bietet Google ersten Usern beispielsweise personalisierte Search Profiles an, die wie eine Bio auf Instagram wichtige Details, Artikel, Produkte und Beiträge sowie Links vereinen können. Der Follow Button darin soll Suchende zum Folgen animieren. Über diesen Bereich können Unternehmen ebenso Sichtbarkeit fördern wie mit dem Hinweis zur Einstellung von bevorzugten Quellen auf Deutsch, die jetzt ebenso in AI Overviews und im AI Mode Einzug halten.

Schließlich sollten Unternehmen und Publisher ihre Performance in den Suchergebnissen und KI-Suchergebnissen stetig analysieren. Hierbei helfen die Kategorie Agentic Browsing für Lighthouse, mit der sich prüfen lässt, wie gut die Seiten für die Interaktionen mit Maschinen beziehungsweise Agents vorbereitet sind, und die neuen AI Performance Reports in der Search Console. Leider fehlt bei diesen noch eine wichtige Kenngröße: Klicks.


Die neuen Information Agents machen die Suche für User agentisch. Das kann Publisher beunruhigen, ihnen aber auch einen neuartigen Search-Traffic-Kanal öffnen.

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Googles Information Agents im AI Mode verfügbar

Google-Schriftzug, Ask AI Mode-Schriftzug in Suchleiste, dunkler Hintergrund
© Google via Canva


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