Human Resources
Studie zeigt: Diese 5 Job-Benefits überzeugen Beschäftigte am wenigsten

Studie zeigt: Diese 5 Job-Benefits überzeugen Beschäftigte am wenigsten

Selina Beck | 12.06.26

Was auf Karrierewebsites gut aussieht, überzeugt Bewerber:innen längst nicht immer. Eine aktuelle Studie zeigt die größten Irrtümer im Benefit Marketing.

Viele Unternehmen werben im Wettbewerb um Fachkräfte mit Zusatzleistungen – von der Workation über den Bürohund bis hin zur Unterstützung bei der Kinderbetreuung. Doch nicht jedes Benefit kommt bei Beschäftigten gleichermaßen gut an. Das zeigt die aktuelle forsa-Wechselwilligkeitsstudie 2026 im Auftrag von XING. Dafür wurden zwischen dem 15. Dezember 2025 und dem 7. Januar 2026 insgesamt 3.418 sozialversicherungspflichtig Beschäftigte in Deutschland befragt. Die Ergebnisse zeigen, welche Benefits aus Sicht vieler Arbeitnehmer überschätzt werden und welche Angebote tatsächlich relevant bleiben.

Bürohund, Job-Sharing und Workation wenig gefragt

Am wenigsten attraktiv ist für die Befragten die Möglichkeit, den eigenen Hund mit ins Büro zu bringen. Jede:r Zweite bewertet den Bürohund als unwichtiges Benefit. Auch Job-Sharing (43 Prozent), Workation-Angebote (39 Prozent) und Unterstützung bei der Kinderbetreuung (33 Prozent) stoßen auf vergleichsweise wenig Interesse. Fast ein Viertel der Beschäftigten hält zudem die Möglichkeit eines Sabbaticals für irrelevant.

Die Zusatzleistung Bürohund lehnt die Häfte der Befragten ab, © Xing, Grafik
Die Zusatzleistung Bürohund lehnt die Häfte der Befragten ab, © Xing

Zu den gefragteren Zusatzleistungen zählen dagegen ortsunabhängiges Arbeiten, das lediglich von 14 Prozent der Befragten als unwichtig eingestuft wird, die Vier-Tage-Woche bei gleicher Arbeitszeit (15 Prozent) sowie Gehaltstransparenz (16 Prozent). Sieben Prozent der Befragten bewerten sogar alle abgefragten Benefits als wichtig.

Die Ergebnisse deuten darauf hin, dass Beschäftigte vor allem Angebote schätzen, die mehr Flexibilität, Planbarkeit oder Fairness im Arbeitsalltag schaffen. Symbolische oder stark spezialisierte Benefits haben es dagegen deutlich schwerer, breite Zielgruppen zu überzeugen.

Generationen und Geschlechter bewerten Benefits unterschiedlich

Wie attraktiv einzelne Zusatzleistungen wahrgenommen werden, hängt stark von Alter, Lebensphase und Geschlecht ab. Während strukturelle Vorteile wie die Vier-Tage-Woche generationenübergreifend auf Zustimmung stoßen, gehen die Meinungen bei anderen Benefits deutlich auseinander.

Gen Z kann mit Job-Sharing weniger anfangen

Besonders groß sind die Unterschiede beim Job-Sharing: Für 56 Prozent der Gen Z ist dieses Modell uninteressant, während nur 38 Prozent der Babyboomer es als unwichtig einstufen. Ein ähnliches Bild zeigt sich bei Workation-Angeboten. Während 46 Prozent der Babyboomer wenig mit ortsunabhängigem Arbeiten aus dem Ausland anfangen können, gilt das nur für 30 Prozent der Gen Z.

Das deutet darauf hin, dass die mediale Aufmerksamkeit für Workation-Angebote größer sein könnte als ihr tatsächlicher Stellenwert. Für viele Beschäftigte scheinen flexible Arbeitsbedingungen im Alltag wichtiger zu sein als einige Wochen Arbeiten aus dem Ausland.

Kinderbetreuung ist wichtiger für Männer als für Frauen

Überraschend fällt zudem der Blick auf die Geschlechterunterschiede aus. Entgegen gängiger Erwartungen messen Männer Unterstützungsangeboten bei der Kinderbetreuung offenbar eine höhere Bedeutung bei als Frauen. Während 37 Prozent der Frauen diese Leistung als unwichtig einstufen, sind es bei den Männern lediglich 30 Prozent.

Nicht überraschend ist dagegen, dass bei der Unterstützung der Kinderbetreuung die Lebensphase eine wichtige Rolle spielt. Für jeweils 29 Prozent der Gen Z und der Millennials ist dieses Angebot unwichtig, in der Generation X steigt dieser Anteil hingegen auf 40 Prozent.

Die beliebtesten Benefits sind die unspektakulärsten

Kaum ein Benefit wird in Employer-Branding-Kampagnen so gern inszeniert wie der Bürohund. Gleichzeitig landet er auf Platz eins der unwichtigsten Benefits. Beim Bürohund zeigt sich dagegen das umgekehrte Bild: 54 Prozent der Männer sehen keinen Mehrwert darin, den eigenen Hund mit ins Büro bringen zu können, bei den Frauen liegt dieser Anteil mit 47 Prozent etwas niedriger. Beschäftigte interessieren sich weniger für spektakuläre Extras als für Rahmenbedingungen, die ihren Alltag dauerhaft verbessern. Die attraktivsten Benefits sind gleichzeitig die unspektakulärsten.

Die Ergebnisse unterstreichen, wie schwierig es für Unternehmen geworden ist, mit einzelnen Benefits möglichst viele Beschäftigte gleichermaßen anzusprechen. Was für die eine Zielgruppe ein attraktives Argument sein kann, spielt für andere kaum eine Rolle. Entsprechend empfehlen die Studienautor:innen, Zusatzleistungen nicht nach dem Gießkannenprinzip einzusetzen. Statt möglichst viele Benefits anzubieten, dürfte es für Arbeitgeber:innen erfolgversprechender sein, die Bedürfnisse ihrer Zielgruppen genau zu kennen und entsprechende Angebote im Recruiting und Employer Branding hervorzuheben.


Aus Faulheit?

Darum will kaum jemand Chef:in werden

Eine Frau verschränkt ihre Arme
© Tima Miroshnichenko – Pexels


Stelle OnlineMarketing.de als bevorzugte Quelle auf Google ein

Wenn du OnlineMarketing.de auf Google als bevorzugte Quelle einstellen möchtest, um auch in den Schlagzeilen auf Google immer aktuelle News und Tipps aus der Welt des Marketing und der Tech-Entwicklungen zu finden, kannst du einfach die Google-Quelleneinstellungen aufrufen und die Seite anwählen. Über das Stern-Icon neben den Top Stories kannst du ebenfalls bevorzugte Quellen für die spätere Suche speichern.

Kommentare aus der Community

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert

*
*

Melde dich jetzt zu unserem HR-Update an und erhalte regelmäßig spannende Artikel, Interviews und Hintergrundberichte aus dem Bereich Human Resources.