Social Media Marketing
YouTube testet exklusive Videos für Superfans und kennzeichnet AI Content automatisch

YouTube testet exklusive Videos für Superfans und kennzeichnet AI Content automatisch

Larissa Ceccio | 28.05.26

Mit einem womöglich neuen Top-Fans-Format für exklusive Videos ohne Paywall und einer automatischen AI-Erkennung setzt YouTube auf Loyalität und mehr Transparenz bei KI-Inhalten.

Die Streaming-Plattform YouTube kennzeichnet bestimmte AI-Inhalte künftig automatisch und testet womöglich gleichzeitig ein neues Veröffentlichungsformat für die loyalsten Fans. Die Funktion Top Fans schaltet Videos offenbar nur für das oberste ein Prozent der Zuschauer:innen eines Kanals frei. Eigentlich hatte YouTube die Option im vergangenen Jahr für Musik-Artists angekündigt. Inzwischen taucht sie laut ersten Screenshots aber auch bei Creatorn außerhalb des Musik-Business auf.

Screenshot der neuen YouTube-Betafunktion Top Fans in den Upload-Einstellungen mit Hinweis auf exklusive Videos für die aktivsten Zuschauer:innen eines Kanals.
YouTube testet mit Top Fans ein neues Veröffentlichungsformat für exklusive Inhalte nur für die obersten ein Prozent der aktivsten Fans, © Matt Navarra via Threads

Eine offizielle breite Einführung hat YouTube bislang allerdings noch nicht angekündigt. Wenn YouTube das Top Fans Feature tatsächlich für mehr Creator freischaltet, würde anders als bei Plattformen wie Patreon oder OnlyFans nicht Geld über exklusive Inhalte entscheiden, sondern Aktivität, Watchtime und Interaktion.



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© YouTube/Neal Mohan


Nicht gekauft, sondern verdient: YouTube testet exklusive Videos für Top Fans

Wer mehr Videos schaut als 99 Prozent der übrigen Zuschauer:innen eines Accounts, regelmäßig kommentiert und häufig mit den Inhalten interagiert, gehört zur exklusiven Gruppe der obersten ein Prozent der Fans und erhält womöglich bald Zugriff auf Videos, die nur für diese Community freigeschaltet werden.

YouTube erwähnte die Funktion erstmals während der Made On-Präsentation im vergangenen Jahr. Dort stellte das Unternehmen Top Fans zunächst als neues Feature für Künstler:innen aus der YouTube Music Community vor. Laut der Streaming-Plattform soll die Funktion Creatorn helfen, ihre engagiertesten Fans persönlicher anzusprechen und langjährige Unterstützung stärker zu belohnen. Ziel sei es, engere Fanbeziehungen aufzubauen und Zuschauer:innen zu belohnen, „die von Anfang an dabei waren“.

Acht Monate später taucht die Funktion jetzt bei mehr Creatorn auf. Der Social-Media-Experte Matt Navarra zeigt auf Threads erste Screenshots der neuen Upload-Einstellungen. Dort erscheint neben Optionen wie Private oder Unlisted nun auch der Bereich Top Fans. Videos, die darüber veröffentlicht werden, können offenbar tatsächlich nur von den Top-ein-Prozent-Fans eines Kanals angesehen werden. Die übrigen 99 Prozent der Zuschauer:innen bleiben selbst mit Direct Link außen vor.

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Creator könnten die Funktion künftig für exklusive Inhalte, Experimente oder kontroversere Meinungen nutzen. Auch YouTube selbst profitiert von dem Treuemodell. Wenn User versuchen, zum obersten Prozent der aktivsten Fans eines Kanals zu gehören, dürfte das die Watchtime und Interaktion auf der Plattform deutlich erhöhen.

YouTube macht AI Labels sichtbarer und erkennt KI-Inhalte künftig automatisch

YouTube kennzeichnet bereits seit 2024 Inhalte, wenn Creator angeben, dass sie KI-Tools genutzt haben. Jetzt macht die Streaming-Plattform ihre AI-Hinweise deutlich sichtbarer und führt die automatische KI-Erkennung ein.

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Besser sichtbare und vereinfachte AI Labels

Hinweise auf fotorealistische oder stark mit KI bearbeitete Inhalte sollen künftig wesentlich prominenter angezeigt werden. Bei längeren Videos erscheinen die Labels direkt unter dem Video-Player und oberhalb der Beschreibung. Bei Shorts blendet YouTube die Hinweise direkt als Overlay im Video ein.

Zuschauer:innen sollen AI-Inhalte dadurch schneller erkennen können, ohne erst die Videobeschreibung öffnen zu müssen. Für unrealistische, animierte oder nur leicht bearbeitete Inhalte bleiben die Hinweise dagegen weiterhin in der erweiterten Beschreibung verborgen. In einem Video erklärt YouTube noch etwas ausführlicher, warum die neuen AI Labels sichtbarer werden sollen.

YouTube führt automatische AI-Erkennung ein

Zusätzlich führt YouTube neue automatische Erkennungssysteme für AI-generierte Inhalte ein. Creator müssen realistische AI-Inhalte zwar weiterhin selbst kennzeichnen. Erkennt YouTube jedoch eine starke fotorealistische AI-Nutzung und fehlt eine entsprechende Kennzeichnung, setzt die Plattform das Label künftig automatisch. Allerdings ist nicht gesichert, dass YouTube jegliche KI-Anpassungen erkennt und markiert – etwa die Vergrößerung des tatsächlichen Publikums bei politischen Reden.

YouTube zeigt beim Video-Upload einen Hinweis zur Kennzeichnung von AI-generierten Inhalten direkt in der mobilen App.
Screenshot der neuen AI-Kennzeichnung beim Upload von Videos auf dem Smartphone, © YouTube

YouTube betont in der Ankündigung, Transparenz und die Kontrolle der Creator miteinander in Einklang bringen zu wollen. Ein AI-Hinweis allein soll weder Empfehlungen noch die Monetarisierung eines Videos beeinflussen.



Kampf gegen Deepfakes:
YouTube bringt AI Likeness Detection für alle ab 18

YouTube-Logos vor blauem Hintergrund, Textbaustein auf grünem Hintergrund
© Muhammad Asyfaul – Unsplash


Creator behalten die Kontrolle über ihre Kennzeichnungen

Wird ein Video fälschlicherweise als AI-generiert erkannt, können Creator die Kennzeichnung weiterhin direkt in YouTube Studio anpassen. Dauerhaft sichtbar bleiben die Hinweise allerdings bei Inhalten, die mit YouTubes eigenen AI Tools wie Veo oder Dream Screen erstellt wurden oder C2PA-Metadaten für vollständig generative AI-Inhalte enthalten.

Zusätzlich erweitert YouTube in den kommenden Wochen den Zugriff auf die Technologie zur Erkennung von AI Deepfakes. Alle Kanäle ab 18 Jahren sollen Zugriff erhalten – unabhängig von Reichweite, Abonnent:innenzahl oder Monetarisierung.



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