Human Resources
Für AI Scores: Amazon Teams nutzen KI für sinnlose Aufgaben

Für AI Scores: Amazon Teams nutzen KI für sinnlose Aufgaben

Selina Beck | 29.05.26

Diverse Quellen sagen der Financial Times, dass Beschäftigte bei Amazon unnötige KI-Tools nutzen, um in der Statistik gut dazustehen. Das ist nicht der Sinn der Sache.

Tokenmaxxing stellt ein reales Problem dar – das wird gerade auch beim Unternehmen Amazon deutlich. Tokenmaxxing beschreibt das Phänomen, wenn der Verbrauch von KI-Recheneinheiten (Tokens) als Trend bewusst maximiert wird. Nun haben diverse Angestellte von Amazon gegenüber der Financial Times erklärt, dass sie KI-Tools für unnötige Aufgaben beauftragen, um in den firmeninternen KI-Statistiken zu glänzen.

Schon länger zeigt sich in Unternehmen wie Meta und Shopify, dass Tech-Konzerne ihre Beschäftigten dazu auffordern, KI-Tools für mehr Aufgaben zu nutzen. Laut Financial Times hat Amazon als Ziel gesetzt, dass 80 Prozent der angestellten Entwickler:innen KI wöchentlich verwenden sollen. Deshalb wurden interne Rankings erstellt. Dadurch stieg jedoch nicht die Produktivität, sondern oft nur verschwendete Arbeitskapazität durch Tokenmaxxing.

KI-Druck führt zur Belastung der Umwelt – nicht zwingend zu mehr Produktivität

Amazon nutzt mittlerweile das KI-Tool MeshClaw. Mit diesem können Angestellte KI-Agents generieren, die sich mit der Software verbinden und Aufgaben automatisch erledigen. Zwar sagt das Unternehmen, dass die Token-Statistiken nicht für Leistungsbeurteilungen genutzt werden, doch mehrere Angestellte haben der Financial Times gegenüber ausgesagt, dass die Vorgesetzten diese Daten trotzdem beobachten würden.

Die Problematik liegt darin: Mehr Token-Nutzung bedeutet nicht zwingend mehr Produktivität – sondern mehr Verbrauch von Ressourcen und damit eine Belastung der Umwelt und steigende Strompreise für Verbraucher:innen. t3n informiert darüber, dass laut dem CEO von Waydev, Alex Circei, die Code-Akzeptanzraten zwar zuerst bei 80 bis 90 Prozent liegen, aber durch notwendige Überarbeitungen, die später stattfinden, die faktische Rate auf zehn bis 30 Prozent sinkt. Zudem gibt es laut dem Bericht auch Bedenken bezüglich potenzieller Sicherheitsrisiken und Fehler durch die Nutzung des Tools MeshClaw.

Der Einsatz von KI ist für die meisten Unternehmen heute essentiell, sollte aber einer klaren Nutzenvorgabe entsprechen. Andernfalls drohen Unternehmen, nicht allein für die Nutzung von KI-Tools und Abonnements für den Token-Einsatz Geld zu verschwenden, sondern ebenso Arbeitszeit von Mitarbeiter:innen zu verlieren, die sich dem unnützen Einsatz von KI-Diensten für Quoten widmen.


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© Yender Gonzalez – Unsplash (Änderungen wurden vorgenommen via Canva)


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