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Zünde das Lauffeuer: Viraler Content in sechs Schritten

Gibt es ein Rezept für virale Web-Artikel? Eine Analyse von 100.000.000 Blogposts zeigt, wie Reichweite entsteht. Sechs Schritte führen zum Erfolg.

© Flickr / Johnny Ainsworth, CC BY 2.0

© Flickr / Johnny Ainsworth, CC BY 2.0

Warum verbreiten sich manche Web-Artikel wie ein Lauffeuer im Internet? Gibt es hierfür ein Erfolgsrezept? Der Social Search Dienst Buzzsumo analysierte mehr als 100.000.000 Blogartikel auf virale Faktoren. Was kannst du als Marketer daraus mitnehmen?

Zusammenfassung der Buzzsumo Studie

Viralität versteht die Studie als das Zusammenspiel von hoher organischer Sichtbarkeit (SEO) und hoher Anzahl von Shares (soziale Signale). Aus den Erkenntnissen dieser Studie lassen sich sechs Schritte für viralen Content ableiten:

  1. Baue deinen Artikel auf einem emotionalen Keyword auf.
  2. Schreibe wertvolle Artikel mit mindestens 3.000 Wörtern.
  3. Unterfüttere Deine Artikel mit statistischen Daten.
  4. Nutze Infografiken, um deine Botschaft zu visualisieren.
  5. Beziehe deinen Leser mit Befragungen ein.
  6. Schreibe humorvolle Artikel mit Spaß und Wow-Erlebnis.

Bevor wir uns diese sechs Schritte ansehen, lasst uns kurz überlegen, warum dein Leser einen deiner Artikel im Internet teilt.

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Was löst einen Share aus?

Warum werden wir zu Evangelisten eines Online-Beitrages? Neil Patel formuliert in seinem Beitrag zur Buzzsumo Studie knapp:

  • Der Leser möchte eine Handlung hervorrufen.
  • Er möchte etwas bewirken.

Was kann das konkret bedeuten? Hier ein paar mögliche Antworten:

  • Wir sind von dem Artikel begeistert und entwickeln missionarischen Eifer.
  • Wir wollen unserer Community zeigen, was wir Tolles entdeckt haben.
  • Wir erhoffen uns vom Autor des Artikels eine Gegenleistung.
  • Das Thema des Autors passt in unser Themengebiet als Content Kurator.
  • Wir werden mit dem Sharen im Netz bekannter.

Das Teilen eines Artikels ist mit Emotionen und persönlichen Interessen verbunden. Bereits das Auffinden eines Artikels mit viralem Potenzial ist eine emotionale Angelegenheit.

Schritt 1: Baue deinen Artikel auf einem emotionalen Keyword auf.

Was steckt wirklich hinter einer Suchanfrage?
Keywords sind kristallisierte Emotionen. Eine starke Emotion ist Auslöser für eine Suche im Netz. Daher ist es wichtig, die Keywords zu finden, hinter denen ein starker Wunsch steckt. Warum wurde die Buzzsumo-Studie nicht nur von Neil Patel, sondern auch von vielen anderen im Netz geteilt? Ganz einfach: Hinter dem Keyword „viraler Content“ steckt der Wunsch nach Erfolg im Internet.

Was bedeutet das für deinen Text?
Der nächste Schritt ist es, dieses Keyword und Kombinationen davon in den Text strategisch einzubauen, sowohl in die Artikel-URL, in Title-Tag und Description und in die Überschriften des Textes. Im Text variierst du das Keyword, betrachtest es aus verschiedenen Blickwinkeln und kombinierst es zum Beispiel mit W-Fragen. So entsteht ein Text mit hohem Informationswert, der für deine Leser spannend und interessant ist.

Aus dieser Überlegung heraus wird klar, dass ein viraler Artikel eine gewisse Länge haben muss.

Schritt 2: Schreibe wertvolle Artikel mit mindestens 3000 Wörtern.

Artikel von hoher Viralität haben laut Studie einen Umfang von mindestens 3.000 Wörtern. Was ist dabei wichtig?

Der Inhalt deines Artikels
Mehrwert ist das A und O. Jeder Absatz muss etwas Neues bringen, sei es als neuen Gesichtspunkt oder als prägnantes Beispiel. Keyword-Stuffing, epische Längen und Redundanzen sind tabu.

Länge und Sichtbarkeit
Suchmaschinen lieben langen Content. Denn langer Content umfasst in der Regel nicht nur das Hauptkeyword, sondern zahlreiche Suchvarianten des Hauptkeywords in Longtail-Versionen und darüber hinaus eine Vielzahl semantisch ähnlicher Begriffe. Ein langer Text wird so zur Referenz im Netz.

Länge, Vertrauen und Konversion
Lange Artikel erfordern Zeit und Gründlichkeit bei der Recherche. Sie vermitteln Autorität und Vertrauen, Auslöser für den Klick auf den Share-Button.

Länge und Wettbewerb
Mit langen Artikeln baust du Wettbewerbsbarrieren auf. Die Zeit und das Geld, das du in einen langen Artikel investierst, schreckt Wettbewerber ab.

Schritt 3: Unterfüttere deine Artikel mit statistischen Daten.

Wenn du in deinen Artikel statistische Dateien einbaust, steigerst du das Vertrauen deiner Leser. Entscheidend sind statistische Daten, die für deine Leser und deren Grundproblem relevant sind. So kommen Share-Klicks häufiger.

Schritt 4: Nutze Infografiken um deine Botschaft zu visualisieren.

Infografiken sind eine gute Möglichkeit, statistische Daten in deinen Artikel einzubauen. Damit schlägst Du mehrere Fliegen mit einer Klappe. Du bringst deine Botschaft auf den Punkt, deine Texte lesen sich angenehmer und du baust eine weitere Wettbewerbs-Barriere auf.

Ist die Infografik spannend, kann sie sich ebenfalls viral verbreiten.

Schritt 5: Beziehe deine Leser mit Befragungen ein.

80 Prozent der am häufigsten geteilten Artikel, so die Buzzsumo Studie, waren Befragungen. Artikel, die Befragungen beinhalten, werden dreimal so häufig geteilt.

Schritt 6: Schreibe humorvolle Artikel mit Spaß und Wow-Erlebnis.

Der Ton macht die Musik. Achte darauf, dass dein Artikel humorvoll ist, den Leser zum Lachen bringt oder über etwas Unerhörtes berichtet. Negative Emotionen sind tabu, weil sie konversionshemmend wirken. Zorn, Ärger, Trauer verhindern Shares.

Schluss: Wie setzt du diese sechs Schritte um?

Wie viele Erfolgsrezepte im Internet klingen diese sechs Schritte auf den ersten Blick sehr einfach. Sie erfordern aber Erfahrung, Kreativität und Routine.

Sei empathisch und benutze gute Keyword-Tools.
Um die dringenden Fragen deiner Zielgruppe in Keywords zu fassen, brauchst du Erfahrung, Empathie und gute Tools für die Keyword-Recherche.

Sei kreativ bei Recherche und Umsetzung.
Recherchiere umfassend und identifiziere bereits bestehende Blockbuster-Artikel zu deinem Thema. Recherchiere nach statistischen Daten und gestalte kreative Infografiken und Online-Fragebögen für hohe Interaktion.

Sei ein Diamantschleifer deiner Texte.
Schreibe eine Rohfassung, die alle Punkte des Artikels in einem spannenden Aufbau enthält. Schleife diesen Content-Rohdiamanten für eine brillante Endversion mit Witz oder einer dramatischen Botschaft.

Teste, adaptiere und erweitere.
Beobachte, wie dein Publikum auf deinen Text reagiert und mache gegebenenfalls Anpassungen. 

Quelle: Neil Patel Blog

Über Andreas Wieland

Andreas Wieland

Andreas J. Wieland ist Dipl.-Kaufmann und war 20 Jahre als Geschäftsführer eines Juweliers tätig. Mit dem Aufbau eines Online-Shops für Uhren infizierte er sich mit dem Online-Marketing-Bazillus. Als freiberuflicher Consultant berät er Juweliere und Dienstleister und unterstützt die Redaktion mit Beiträgen zu Online Marketing Themen.

4 Gedanken zu „Zünde das Lauffeuer: Viraler Content in sechs Schritten

  1. Tanja

    Wenn dieser Artikel jetzt noch eine Grafik hätte :-) … Spaß!

    Toller Beitrag, der sich auch mit meinen Erfahrungen teilt. Vor allem die Emotion ist unfassbar wichtig. Leider finde ich oft, dort nicht die Key Wörter wo mir ein emotionales Thema über den Weg läuft, aber auch schon das Gefühl den Leser im Kern erreicht zu haben und wenn es die Stammleser sind, das ist großartig! Das sind die Texte, die mir in meinem Reiseblog am meisten Spaß bereiten und tatsächlich dann auch am ehesten geteilt werden.

    Viele Grüße
    Tanja

    Antworten
  2. Elena

    Eine ausführliche Zusammenfassung, aber gelungen! Meine Kollegin hat im September diese Studie in einem Artikel zusammengefasst, allerdings mit einer anderen Herangehensweise: http://www.amazeemetrics.com/de/blog/content-marketing-welche-inhalte-f%C3%BChren-zu-links-und-social-shares
    Demnach sind sogenannte Listicles, also Artikel mit Aufzählungen hoch im Kurs. Wichtig zu sagen ist auch, dass Videos oft geteilt werden. Eines ist mir aber noch unklar: Können die 3.000 Wörter auch auf Artikel mit Videos angewandt werden?

    Antworten
  3. Florian

    Sehr interessanter Artikel und vor allem die Hinweise bzgl. der Wortmenge. Wo man noch vor 8 Jahren von 300, 400 Wörter geredet hat und später von ein paar hundert mehr – werden seit kurzem schon 1000 und jetzt auch 3000 Wörter empfohlen. Sehe ich übrigens genauso, da man hiermit einfach mit Abstand die besten Resultate erzielt, wenn die Inhalte wirklich wertvoll sind und man den Leser fesseln kann. Vielleicht öffnet aber auch das dem ein oder anderen Unternehmer / Online Marketing-Verantwortlichen, dass man mehr Budget für Content Marketing freigeben sollte.

    Antworten
  4. Anne

    Toller Artikel und ich finde die Beschreibung einen guten und passenden Content zu verfassen, ist sehr hilfreich. Ich habe erst vor Kurzem einen Text für eine Webseite geschrieben. Der Kunde wollte von mir, dass der Text schmeckt, da er ein Kochstudio aufbauen will. Ich habe den Text an einem Ort geschrieben, wo ich selbst Gerüche verschiedenster Art aufnehmen konnte. So fielen mir bessere Adjektive ein, die ich in den Inhalt einbauen konnte, wie zum Beispiel butterzart oder mit duftenden Grüßen :-) Der Kunde war sehr beeindruckt vom Endergebnis und ich bin stolz auch meine Leistung. Versetzen Sie sich also am besten in die Lage, die der Text ausstrahlen soll und schreiben Sie drauf los. Ändern können Sie am Ende immer nochmal ein paar Textzeilen!

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