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Von wegen Spam: 3 Mythen und neue Wege im E-Mail-Marketing

Haben Kundenmailings noch Relevanz, oder landen sie eh nur im Spamordner? Drei Mythen, die sich um das E-Mail-Marketing ranken, enttarnt.

© bloomua - Fotolia.com

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Im privaten Rahmen hat er durch soziale Netzwerke und Messaging-Dienste inzwischen starke Konkurrenz bekommen, in der Kundenkommunikation läuft der E-Mail-Kanal noch immer auf Hochtouren. Doch liegt die digitale Post nicht schon im Sterben? Haben Kundenmailings noch Relevanz oder werden sie lediglich als ungewollter Spam wahrgenommen? Florian Werner, Geschäftsführer des ReTargeting-Service Remintrex, nimmt sich drei vorherrschenden Mythen des E-Mail-Marketings an und zeigt, wie sich der Kanal für Unternehmen auch in Zukunft lohnt.

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Mythos 1: E-Mails sind von gestern

Bereits seit 30 Jahren im Dienst, denkt der E-Mail-Kanal noch lange nicht an den Ruhestand, auch wenn ihm mit sozialen Netzwerken und Messaging-Diensten inzwischen viele weitere Kommunikationswege Konkurrenz machen. Gerade im Business-Bereich ist die E-Mail-Ansprache trotz Wandel stets aktuell. Von Smartphone über Tablets bis Smartwatches erreichen Mails eine Vielzahl von Gerätetypen und User-Generationen. Während neue Kommunikationsformen bei älteren Nutzern eher auf Skepsis stoßen, ist der E-Mail-Kanal auch hier etabliert. Kein Wunder, dass sich die Reichweiten-Statistiken auch heute noch sehen lassen können: Weltweit existieren über 4 Milliarden E-Mail-Accounts, täglich werden etwa 190 Milliarden Nachrichten per Mail verschickt und über 6 Milliarden Klicks generiert. Zum Vergleich: Bei Google kommt man täglich nur auf ein Zwanzigstel der Klicks – und beim Netzwerk-Riesen Facebook gibt es aktuell 1,3 Milliarden Accounts, 10 Milliarden Nachrichten werden versendet und 4,5 Milliarden Mal „Like“ geklickt.

Mythos 2: E-Mail-Marketing lohnt sich zur Neukundengenerierung nicht

In puncto Neukundengewinnung nehmen Advertiser traditionell eher Abstand von der E-Mail-Ansprache. Zu hoch ist vermeintlich der Streuverlust, zu groß die Gefahr, als Spam-Anbieter vom Nutzer abgestraft zu werden. Während dieses Vorurteil auf willkürlich über Listen versendete, unpersönliche Massenmails zutrifft (Öffnungsrate von höchstens fünf Prozent), bietet das E-Mail-ReTargeting inzwischen eine lohnenswerte Alternative für die Neukundenansprache. Anhand des individuellen Surfverhaltens können hier auch Webseitenbesucher, die das Angebot ohne Kauf oder Registrierung wieder verlassen haben und somit bisher nicht mehr erreichbar gewesen wären, mit individuellen Botschaften im Posteingang abgeholt werden. Durch die zielgerichtete Ansprache mit relevanten Inhalten wie Produktfeeds, Sonder- oder Saisonangeboten ist die Öffnungsrate beispielsweise im Finanzbereich mit 28 Prozent unschlagbar und sogar deutlich höher als bei Bestandskundenmailings (8-15 Prozent).

Mythos 3: Die E-Mail hat ein schlechtes Image

Ein Blick in einen durchschnittlichen Posteingang beweist: Anstelle von relevanten Informationen treten immer häufiger anonyme, kaum personalisierte Mailings und Newsletter, die von E-Mail-Programmen und Providern oft automatisch als Spam klassifiziert werden. Kein Wunder also, dass sich Verbraucher selbst bei der Bestandskundenansprache immer häufiger gegen die lieblose Kommunikation wehren und Unternehmen mit dem Austragen aus Mailing-Listen bestrafen. Schuld am angeschlagenen Image ist allerdings nicht der E-Mail-Kanal, sondern das fehlende Engagement auf Unternehmerseite. Anstatt dem E-Mail-Marketing also den Rücken zu kehren und damit sein großes Potenzial zu verschenken, müssen Unternehmen umdenken. Dass sich Konsumenten auch über Unternehmensmails freuen können, zeigen Leuchtturmbeispiele einzelner Webshops wie Amazon, die den Fokus ihrer Service-E-Mails auf die individuellen Bedürfnisse und Interessen der Kunden legen. Neben Informationen zum Versandstatus von Bestellungen, funktionieren dabei auch Produktempfehlungen, auch in Kombination mit Preisnachlassen oder Gutscheinen, solange sie individuell auf den Konsumenten zugeschnitten sind. Hat sich ein Kunde beispielsweise Jogginghosen angesehen, ist es naheliegend, dass er eventuell auch Laufschuhe benötigt. Die Öffnungs- und Klickraten solcher E-Mails gehören zu den höchsten überhaupt und bestätigen den Erfolg der individuellen Ansprache.

Über Florian Werner

remintrex.com/

Florian Werner bewegt sich bereits seit zehn Jahren in der Digitalwirtschaft. Als Geschäftsführer der Smartup Venture GmbH, Macher des ReTargeting-Tools Remintrex, bietet er mit seinem Team eine Self-Service-Lösung im E-Mail-Marketing.

2 Gedanken zu „Von wegen Spam: 3 Mythen und neue Wege im E-Mail-Marketing

  1. Laura

    Es stimmt, nur weil User viel Spam erhalten, heißt es nicht, dass Ihre E-Mail gelöscht wird. Je interessanter die Betreffzeile klingt, desto eher wird Ihre E-Mail geöffnet werden. Beim Öffnen der E-Mail darf Ihrem Kunden allerdings keine lieblose E-Mail entgegenschlagen. Eine wichtige Rolle spielt dabei auch die Personalisierung wie ich finde. Man sollte auch unbedingt auf den Punkt kommen und nicht aus den Augen verlieren, was man dem E-Mail Empfänger mitteilen möchte!

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  2. 6-Markets

    Die Mythen um die E-Mail. Sie werden wahrscheinlich niemals abreißen.

    Sehr gut, dass ihr das E-Mail-ReTargeting angesprochen habt. Durch „innovative“ Lösungen der E-Mail als Marketing Channel ist das älteste Online Marketinginstrument, glaube ich, auch nicht tot zu kriegen.

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