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Schweinsteiger und Badstuber mit Schleichwerbung für “Beats By Dr. Dre”

Die Deutschen Nationalspieler Schweinsteiger und Badstuber betrieben am Wochenende Schleichwerbung für ihre Lieblingskopfhörer. Was steckt hinter diesen Aktionen?

Unbenannt

Der US-amerikanische Hersteller von Audiotechnik Beats Electronic mit angeschlossenem Musikstreaming-Dienst namens Beats Music pflegt sein cooles Image. Für seine Werbespots wählt das Unternehmen, das hauptsächlich Kopfhörer der Eigenmarke “Beats by Dr. Dre”, benannt nach dem Gründer der Firma, dem Rapper Dr. Dre, produziert, ausschließlich bewusst seine Testimonials: Jung, sexy, sportlich und lässig müssen sie sein. Aber nicht nur mit Werbespots betreibt Beats Electronic Branding, scheinbar hat es auch mehrere Social-Media-Werbeverträge mit bekannten deutschen Fußballern geschlossen. Das Kuriose: die Werbeaktionen der Sportler wie Bastian Schweinsteiger und Holger Badstuber fallen in die Kategorie Schleichwerbung.

Wann spricht man in sozialen Kanälen von Schleichwerbung?

Jeder, der sich bereits etwas länger mit Facebook oder Twitter befasst hat und dort Prominenten folgt, wird schon einmal ein Werbetext oder -foto aufgefallen sein. Brands nutzen die hohe Reichweite der Sportler für ihre Markenbotschaften. Ein lohnendes Geschäft, denn so haben Spitzensportler wie Cristian Ronaldo beispielsweise über 100 Millionen Fans bei Facebook. Doch wann gilt ein Social-Media-Post eines Stars als Schleichwerbung? Dies hat uns Rechtsanwalt Ulrich Baumgartner in unserem Artikel “Ist das noch legal? Schleichwerbung von Fußball-Profis auf Facebook”, in dem wir einige Beispiele von Schleichwerbung in sozialen Netzwerken vorgestellt haben, ausführlich beschrieben:

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Auch für Werbung in Social Media gilt das sogenannte rechtliche Trennungsgebot, wonach redaktionelle Inhalte und Werbung nicht vermischt werden dürfen. Kommerzielle Kommunikation muss demnach klar als solche erkennbar sein. Für das Internet folgt dies insbesondere aus dem Telemediengesetz, dem Rundfunkstaatsvertrag und dem Gesetz gegen den unlauteren Wettbewerb. Wenn diese Regeln bei Beiträgen in Sozialen Medien wie bspw. Facebook, Twitter & Co. nicht befolgt werden, liegt ein Fall von unzulässiger “Schleichwerbung” vor.

Der Fall Bastian Schweinsteiger und Holger Badstuber

Am Wochenende ist uns auf Twitter ein weiterer Fall von Schleichwerbung aufgefallen. Die beiden Nationalspieler und Fußballprofis des FC Bayern München sind derzeit beide verletzt und nutzten die Zeit, um im Stadion über das Topspiel dieses Spieltags zwischen dem FC Bayern und Borussia Dortmund zu twittern. Daran ist an sich nichts auszusetzen, doch vor jedem Post über das Spiel platzierten sie ohne jegliche Begründung den Social-Media-Account von Beats By Dr. Dre. Der BILD-Reporter Kai Traemann hat diese schlechte und plumpe Werbemethode herausgestellt:

In den Kommentaren äußern sich die Twitter-User unterschiedlich über diesen Post. Einige finden es zwar einfallslos, aber deshalb nicht automatisch mies und vergleichen es mit einem Advertorial. Anderen geht so eine Art von Schleichwerbung einfach nur auf die Nerven.

Unsere Meinung: Werbung geht besser! Es ist unsinnig, den Fan/Twitter Follower mit dieser Art von Schleichwerbung zu konfrontieren. Der Post von Schweinsteiger, dass er sich gerade über den Ausgleichstreffer freut, stand in keinem Kontext mit seinem Lieblingskopfhörer. Hätte er auf dem Bild wenigstens seine Kopfhörer dabei gehabt, wäre es noch ein wenig verständlich gewesen, sich bei seinem womöglichen Werbepartner zu bedanken. Für uns ein klares No-Go, denn Werbung gehört in Social-Media-Kanälen deutlich gekennzeichnet.

Was haltet ihr von solchen Posts der Stars? Betrachtet ihr sie als Schleichwerbung und seid davon genervt, oder stören sie euch nicht weiter?

Über Heiko Sellin

Heiko Sellin

Heiko Sellin hat an der Hochschule Mittweida seinen Bachelor in Sportjournalistik und -management absolviert. Bevor er zu OnlineMarketing.de gestoßen ist, war er für das Hamburger Abendblatt als freier Mitarbeiter tätig und hospitierte beim NDR-Fernsehen und Sport1.

4 Gedanken zu „Schweinsteiger und Badstuber mit Schleichwerbung für “Beats By Dr. Dre”

  1. Manuel von meine-werbeartikel.com

    Wenn man das ganze mal beobachtet sieht man rasch das Internet, TV und Radio komplett vollgepackt ist mit Schleichwerbung. Es ist ein effektives Werbemittel. Was im TV kommt oder Stars tragen erfreut sich größter Beliebtheit.

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  2. Ulf

    Warum ein Twitter-Account eines Fußballspielers ein redaktionelles Angebot sein soll, müsste man mal erklären. Das klingt arg konstruiert.

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  3. Jens

    Ist es tatsächlich Schleichwerbung, wenn man die Facebook und Twitterseiten der Stars als Marketingkanäle begreift? Denn genau das sind sie. Und sicher kein redaktionelles Angebot

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